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Freeriden in Lech und Zürs am Arlberg

Copyright: Markus Hahn
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Freeriden, unzählige Abseitsmöglichkeiten und viel, viel Schnee – diese Begriffskombination trifft in diesem Winter einmal mehr auf eines der renommiertesten Skigebiete der Alpen zu: Lech und Zürs am Arlberg ...

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Von Skiinfo
Veröffentlicht: 03.02.12
Freeriden, unzählige Abseitsmöglichkeiten und viel, viel Schnee – diese Begriffskombination trifft in diesem Winter einmal mehr auf eines der renommiertesten Skigebiete der Alpen zu: Lech und Zürs am Arlberg. Diesem Ruf ist unser Außenmitarbeiter gefolgt und hat selbst einige der vielen Abseitsvarianten ausprobiert – als er zurückkam, viel nur ein einziges Wort: „Unglaublich!“

4 Meter Schnee – ein Winter wie er im Buche steht
Früh morgens breche ich von meiner Wohnung in Innsbruck Richtung Arlberg auf. Je näher ich dem geschichtsträchtigen Gebiet komme, desto mehr Schnee türmt sich links und rechts der Straße auf. Die Bäume noch immer tief verschneit, die Hausdächer fast durchwegs mit mehr als einem Meter Schnee bedeckt – ich bin also auf dem richtigen Weg. Spätestens als ich den Arlbergpass und den Flexenpass überquere, glaube ich den Angaben im Schneebericht für Lech vollkommen: Hier liegen tatsächlich 4 Meter Schnee – es ist ein Winter wie er im Buche steht!

Kriegerhorn – ein Berg, vier Varianten
In Lech am Arlberg angekommen kann ich es kaum erwarten, endlich oben auf dem Berg zu stehen. Also beeile ich mich mit dem Anziehen – ich habe alles dabei was man für einen guten Freeride-Tag braucht: Lawinenpiepser, Schaufel, Sonde, Rückenprotektor und … breite Freeride Ski! So geht’s also los, hoch auf das Kriegerhorn. Von diesem Berg aus stehen einem gleich mal 4 Abseitsvarianten zur Auswahl und ich werde mir dem wohl größten Problem an diesem Tag bewusst: Die Qual der Wahl! Ich entscheide mich für den „Südhang“ und habe gleich mal eine 600 Höhenmeter lang Tiefschneeabfahrt vor mir. Das war schon mal gut … aber es soll noch besser werden!

Balmengrat – Zuppert und Liezen
In Verlängerung des Kriegerhorn streckt sich ein langer Bergrücken bis hin zur Bergstation der Zuger Bergbahn. Von diesem Grat aus – dem Balmengrat – gehen zu beiden Seiten Tiefschneevarianten ins Tal. Ich fahre zunächst die Variante „Zuppert“, und habe so erneut gute 600 Höhenmeter Tiefschnee vor mir. Erst geht es über unberührte Hänge und anschließend durch leicht bewaldetes Latschengelände – kurz komme ich mir vor, in Kanada zu sein – es geht nicht besser! Nach einer Bergfahrt mit der Zuger Bergbahn durch den tief verschneiten Winterwald nehme ich mir die andere Seite des Balmengrats vor und fahre durch einige Sträucher auf der Variante „Liezen“ zur Steinmäderbahn. Auch hier: Top Schneeverhältnisse und dank der nördlichen Exposition dürfte das auch lange Zeit so bleiben!

Rüfikopf – Schafalpe und Tannegg
Auch wenn ich mich auf den bisherigen Varianten den ganzen Tag vergnügen könnte und ich am Rotschrofen noch zahlreiche andere Runs sehen kann, mache ich mich nun am späten Vormittag auf Richtung Rüfikopf. Ich habe es auf die Variante Tannegg abgesehen: Eine 900 Höhenmeter lange Tiefschneeabfahrt. Von der Bergstation geht es zunächst vorbei an den Lawinenverbauungen direkt unterhalb des Rüfikopfs Richtung Schafalpe. Anschließend bringt mich der kurze Schlepper zum Einstiegspunkt in die Tannegg Skiroute. Sie liegt etwas versteckt hinter der Bergstation – wer aber wie ich auf Treeskiing steht, sollte sie unbedingt fahren. Mit dem Blick auf Lech geht es so immer am Bergrücken entlang durch Büsche, Sträucher und Lawinenverbauungen – ein absolutes Highlight!

Auf dem Weg nach Zürs – kurzer Hike unterhalb der Rüfispitze
Ich jage von Highlight zu Highlight und kann es kaum glauben, dass wir bereits halb 2 Uhr nachmittags haben. Ich möchte noch etwas von Zürs mitbekommen und deswegen mache ich mich sofort erneut auf den Weg zur Rüfikopfbahn. Von dessen Bergstation wähle ich die blaue Abfahrt „Monzabon – See“ und erblicke kurze Zeit später eine Aufstiegsspur. Wer nichts gegen einen halbstündigen Aufstieg hat, sollte sich die Zeit nehmen – die Spur führt direkt unter die Rüfispitze und zu den traumhaften Hängen oberhalb vom Schüttboden. Sie besitzen genau die richtige Neigung zwischen steil und mäßig steil und bei einer Länge von 200 Höhenmetern schaffe ich den Run ohne Anhalten zu fahren. Aber Vorsicht! Diese Variante ist nur bei sicheren Schneeverhältnissen und geringer Lawinengefahr möglich!

Zürser Täli und Trittkopf
Zum Abschluss eines grandiosen Tages habe ich mir noch das Zürser Täli und den Trittkopf aufgehoben. Über Seekopfbahn und Muggengratbahn erreiche ich den Ausgangspunkt für diese Abfahrt. Hier oben erwartet mich einmal mehr eine sehr steile Rinne und in dessen Verlängerung mit etwas Querfahrt ein weiterer Tiefschneehang oberhalb von der offiziellen Abfahrt. An dessen Ende komme ich bei der Trittkopfbahn in Zürs an – dort oben an der Bergstation scheint tatsächlich immer noch Sonne und ich kann zahlreiche Tiefschneespuren erkennen. Keine Frage – dort muss ich auch noch hoch! Der weite Blick über das Rheintal und die anschließende Variante „Ochsenböden“ sind der krönende Abschluss meines Freerideausflugs nach Lech und Zürs am Arlberg. Ich bin absolut begeistert mit meiner Ausbeute, wenngleich ich weiß, dass das nicht mal ein Drittel der Möglichkeiten hier war. Beim nächsten großen Schneefall, bin ich auf jeden Fall wieder hier!

Viele tolle Eindrücke vom Freeriden in Lech und Zürs am Arlberg gibt es in unserer Bildergalerie

Autor: Markus Hahn
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