Immer größer, immer perfekter, immer neuere Seilbahnen und Lifte, immer mehr und perfekt beschneite Pistenkilometer, noch modernere Geräte, dazu maßgeschneiderte Apps für Benutzer, Online-Tools und Live-Kameras fürs Internet - die großen Skigebiete überbieten sich Jahr für Jahr geradezu mit Superlativen. Aber es geht auch anders: Die Davids der Branche bieten oft nur zwei, drei Lifte, ein paar hundert Pistenmeter, eine Pistenmaschine aus zweiter oder dritter Hand - aber dafür viel Engagement und Herzlichkeit. Auch sie haben ihre Fans... Und hier heißt das Motto: "Darf's ein bissl kleiner sein?"

Österreich - die Wintersportnation Nummer eins. Hier werden Jahr für Jahr Millionen und Abermillionen in Investitionen für die großen Liftgebiete gesteckt. Kein Wunder: Der Wintersport ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Alpenrepublik: Der Gesamtumsatz der Seilbahnwirtschaft beträgt jährlich über 1,3 Milliarden Euro. 17.300 Mitarbeiter sind direkt in der österreichischen Seilbahnbranche beschäftigt. Dazu kommen 82.000 Arbeitsplätze, die indirekt durch die Seilbahnwirtschaft gesichert werden (Zahlen aus dem Jahr 2017).

In Österreich gibt es derzeit 1.105 öffentliche Seilbahnen und 1.840 Schlepplifte. Fast 600 Millionen Menschen werden jährlich von den Seilbahnen und Skiliften befördert. Zum Vergleich: Das entspricht immerhin der Beförderungsleistung des öffentlichen Verkehrs einer Millionenstadt wie Hamburg mit 780 Million Fahrgästen pro Jahr. Der Löwenanteil dieser Millionenzahlen entfällt natürlich auf die großen Skigebiete - aber dennoch: Auch im Kleinen wird mit viel Engagement an der Infrastruktur für einen perfekten Skiwinter gearbeitet.

Was gerne übersehen wird: Gerade die vielen kleinen Skigebiete sind ein wichtiger Faktor für die regionale Infrastruktur vieler Orte abseits der Wintersportgebiete, bringen Kinder früh zu Sport und Bewegung in der Natur. Für die Zukunft des Wintersports leisten gerade sie einen wesentlichen Beitrag.

 

Alles Schorschi in Oberösterreich - ein echter Weltrekordlift

 

Im Winter 2006 schaffte es der Schorschi-Lift im oberösterreichischen St. Georgen am Walde in die internationalen Schlagzeilen: Der steirische Extremsportler Sepp Resnik brach mit 240 Stunden auf den Brettln den Weltrekord im Dauerskifahren. Und wo? Richtig: Auf der Anlage des Schorschi-Liftes im Waldviertel.

Ein Unikum in der Liftlandschaft - weit und breit das einzige Skigebiet. Ein einziger, aber moderner (2008 neu errichteter) Schlepplift befördert jung wie alt nach oben, eine moderne Pistenraupe hält die Abfahrten in Schuß, eine leistungsfähige Beschneiungsanlage mit drei Schneekanonen sorgt für eine ordentliche Unterlage. Überhaupt bietet der Schorschi-Lift fast alles, was sonst auch die großen Ski-Resorts zu bieten haben: Apres Ski (in der Hexenhütte), Flutlichtbetrieb, Skirennen, eine Skischule mit Kursen für Ski und Snowboard und nicht weniger als 15 LehrerInnen, die Schorschi-Loipe (mit Flutlicht-Langlauf-Kursen) und einen eigenen Skiclub. Der Lift war von Anfang an als Projekt der regionalen Nahversorgung gedacht: War der Bau des ersten Lifts im Jahr 1979 noch eine Privatinitiative von 25 Gesellschaftern, so übernahm 1994 der Tourismusverband die Anlage, seit 2003 wird der Lift von einem Verein - natürlich „Schorschi-Verein" genannt - betrieben, der mittlerweile fast 200 Mitglieder zählt. Und wieso eigentlich Schorschi? Namensgeber für das Projekt ist das lustige Maskottchen der Initiative - und mittlerweile in der ganzen Region bekannt.

Eine Tageskarte am Schorschi-Lift kostet euch in der Saison 2018/2019 übrigens 16,50€!

Weitere Informationen: Schorschi-Lift


Oberaudorf: das „gallische Dorf" an der Grenze

 

Ein kleines, aber feines Wintersportzentrum hat sich auch an der deutsch-österreichischen Grenze entwickelt: Oberaudorf, wenige Kilometer von Kufstein entfernt. Mit ambitioniertem Konzept sind die Hocheck Bergbahnen vor einigen Jahren angetreten, um ihr Mini-Skigebiet auf Vordermann zu bringen. Mit einer modernen Vierer-Sesselbahn und mittlerweile vier Schleppliften, einer beliebten Nachtskipiste (wer von München kommend auf der Autobahn Richtung Kufstein fährt, dem ist der taghell beleuchteten Hang gut vertraut), modernen Beschneiungsanlagen und Pistengeräten bietet Oberaudorf beinahe den technischen Standard der großen Konkurrenz.

Bild: Skispaß am Hocheck

Obwohl SkiWelt, Kitzbühel und die Zillertaler Skigebiete kaum eine halbe Autostunde entfernt sind, haben die Hocheck-Lifte eine treue Fangemeinde. Die beleuchtete Rodelbahn, ein Kinderskiland, Skischule, Langlaufloipe, ein gemütliches Berggasthaus, eine Sommerrodelbahn und viele Angebote bei Partnerbetrieben machen das Skigebiet zu einer echten Alternative vor allem für Einheimische. Viele Kinder tummeln sich hier, Skiclubs tragen ihre Meisterschaften aus und nützen den Hocheck-Lift als Trainingsgelände.

Weitere Informationen: Hocheck Bergbahnen 


 

Pistenvergnügen im Kanton Zürich – Skilift Steg und Skilift Fischenthal

 

"Längster Skilift im Kanton Zürich" – mit diesem Slogan wirbt das Skigebiet Steg im Tösstal im Züricher Oberland (Schweiz) mit seinem 1.100 Meter langen Schlepplift. An diesem Status kratzt allerdings der Lift im benachbarten Fischenthal, dessen großer Lift „nur“ 1.000 Meter Länge aufweist. In sonniger und nebelfreier Lage in einer Seehöhe zwischen 700 und 1.000 Meter gelegen, bieten die beiden kleinen und familienfreundlichen Skigebiete fast alles, was zu einem „richtigen“ Skiresort gehört: je einen langen Schlepplift und einen kleinen Übungslift für Kinder und Anfänger. Professionell präpariert, stehen auch in beiden Skigebieten mehrere Pisten – von blau bis schwarz – für die Wintersportler zur Verfügung, in Steg auch ein kleiner Boarderpark mit zwei Kickern für die jungen Wintersportler; in Fischenthal sorgt eine Beschneiungsanlage für beste Verhältnisse.

 

Bild: Der Schlepplift Fischenthal ist 1000 Meter lang.

An Wochenenden bieten die örtlichen Skischulen ihre Dienste an, Skihütten (in Steg an der Talstation, in Fischenthal mitten im Skigebiet) laden zur gemütlichen Einkehr und zum Apres Ski – in Steg öffnet diesen Winter auch erstmals eine Open-Air-Bar.

Nichtskifahrer dürfen sich über schöne Wanderrouten in der Umgebung freuen. Ideal sind die öffentlichen Verkehrsverbindungen von Winterthur und Rapperswil zu den Bahnhöfen Bahnhof Fischenthal (mit Gratis-Abholdienst zum Skilift) und Steg, von hier fährt ein Gratis-Bus direkt zur Talstation.

Die Tageskarten in Steg und Fischenthal kosten 28 CHF und 20 CHF.

Weitere Informationen: Skilift Steg und Skilift Fischenthal


Nördlicher geht’s nicht. Der Bocksberg im Harz

 

Hier fahren Nordlichter Ski. Der 726 Meter hohe Bocksberg im Harz ist das nördlichste Skigebiet Deutschlands. Zur Verdeutlichung, wie weit „oben“ sich der Bocksberg befindet: Die Fahrt in die Alpen ist von hier eine Halbtagesreise – in Hannover ist man hingegen in einer knappen Stunde, in Bremen in zweien. Fernab von Alpenglühen und Almromantik hat sich in dieser Ecke des nördlichen Harzgebirges ein kleines Wintersportgebiet entwickelt. Eine betagte Gondelbahn schaukelt die Wintersportler direkt aus dem Ort Hahnenklee auf den Berg. Alternativ gibt es seit 2014 aber auch eine moderne 4er-Sesselbahn, die parallel zur Gondel verläuft. Dadurch reduzieren sich die Wartezeiten im Tal, auch wenn es am Wochenende hier immer noch zu langen Schlangen kommt. Ein langer Schlepplift, ein Übungslift im Tal und ein Zauberteppich übernehmen die weiteren Transportaufgaben. Fünf Pisten verschiedenster Schwierigkeitsgrade mit einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern warten auf Carver und Boarder.

Eine Beschneiungsanlage sorgt für die nötige Unterlage, wenn sich der Winter wieder einmal bitten läßt. Drei (!) Ski- und Snowboardschulen in Hahnenklee begleiten Anfänger bei ihren ersten Schwüngen und Turns und fortgeschrittene Skifahrer können im Einzelunterricht an ihren Techniken feilen.

Für Rodler gibt es eine 1,5 Kilometer lange Rodelbahn, Langläufer freuen sich über ein 14 Kilometer langes Loipennetz, auch für Schneeschuhwanderer gibt es etliche lohnende Routen.


Kerenzerberg Sportbahnen – hier sind die Rentner am Drücker

 

Eine bemerkenswerte Initiative haben die Kerenzerberg Sportbahnen in Filzbach im Kanton Glarus in der Schweiz wieder zum Leben erweckt. Nachdem die alte Gesellschaft aus finanziellen Gründen das Handtuch werfen musste, fanden sich einige mutige Investoren, die den beliebten Lift mit einem neuen Konzept am Leben erhalten wollten. Mit Erfolg. Seit dem Sommer ist der Lift der Kerenzerberg Sportbahnen wieder in Betrieb.

Bemerkenswert sind die Beschäftigten der Bahn, die neben einigen Fachleuten den Laden in Schwung halten: allesamt Pensionisten (in der Schweiz: Pensionäre), die ihre Freizeit in den Dienst der gemeinsamen Sache stellen und für ein Taschengeld an der Kassa sitzen, beim Ein- oder Ausstieg helfen oder am Parkplatz die Autofahrer einweisen. Ein charmantes Konzept, das nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen überzeugt, sondern auch schon für viele Schlagzeilen gesorgt hat.

Die Kerenzerbergbahnen sind eigentlich kein richtiges Skigebiet – man hat sich hier auf ein junges Segment des Wintersports spezialisiert und präpariert die Abfahrten für das Airboarding. Skifahrer sind aber dennoch weiterhin herzlich willkommen. Für Rodler gibt es die sieben Kilometer lange Schlittenstrecke, die samstags am Abend auch beleuchtet wird.

Weitere Informationen: Sportbahnen Kerenzerberg  


Malbun – fürstliches Skivergnügen in Liechtenstein

 

Malbun ist das kleinste Skigebiet im Fürstentum Liechtenstein. Zugleich allerdings auch das größte – es ist nämlich das einzige Ski-Resort im kleinsten Alpenland. Klein, aber fein ist hier der richtige Begriff. Malbun liegt in einem abgeschlossenen Talkessel auf knapp 1600 Meter Höhe, wie in einer großen Arena gruppieren sich die Skihänge um den kleinen Wintersportort. Diese geschützte Lage macht das Skigebiet auch zu einer der schneesichersten Täler der Alpen. Eine Beschneiungsanlage sorgt zudem für beste Bedingungen.

Unter den von uns ausgewählten Mini-Skigebieten ist Malbun eindeutig der Goliath: Vier Lifte, davon drei Sesselbahnen, transportieren die Wintersportler auf bis zu 2.000 Meter Höhe, 23 Pistenkilometer, von einfach bis anspruchsvoll, sind immer bestens präpariert und lassen keine Langeweile beim Skivergnügen aufkommen. Für Freestyler  gibt es einen feinen Funpark mit diversen Obstacles, 3-fach Kicker und weiteren Sprungschanzen, diverse Funboxen, langes Rail, Rainbowrail, Kinkrail, Railbox sowie Wallride.

Bild: Kleines, feines Skivergnügen in Malbun (Fürstentum Liechtenstein). 

Malbun trägt seit 2007 das Schweizer Familien-Gütesiegel, neben der Übersichtlichkeit des Gebietes und dem Kinderparadies „Malbi-Hort“, in dem die Kleinen nicht nur pistenfit gemacht werden, sondern auch mit Spielen, Basteln und Naturerlebnis betreut werden, tragen auch spezielle Familienangebote zu dieser Auszeichnung bei. 15 Kilometer Loipen, eine Naturrodelbahn und weitere Angebote runden das kleine, aber feine Familienprogramm ab.

Weitere Informationen: Tourismus Liechtenstein, Bergbahnen Malbun