© Michel COTTIN/AGENCE ZOOM
Die erste Abfahrt in Chamonix (FRA) geriet zu einer sehr engen Angelegenheit. Am Ende feierte Klaus Kröll den ersten Abfahrtssieg für Österreich in dieser Saison und gewann in 2:04,22 Minuten mit 0,01 Sekunden vor Bode Miller. Dritter wurde mit nur vier Hundertstel Rückstand Didier Cuche. Insgesamt waren die ersten Sechs nur durch 0,18 Sekunden voneinander getrennt.

Keppler mit Fehler im Mittelteil

Aus deutscher Sicht wurde das Rennen gleich mit der Startnummer eins interessant, denn Stephan Keppler durfte die Abfahrt beginnen. Der DSV-Fahrer zeigte oben eine ansprechende Fahrt, doch im Mittelteil, kurz vor dem Flachstück, verschnitt es ihm die Ski und er verlor an Tempo, sodass er nicht optimal in den unteren Teil kam und dort viel Zeit liegen ließ. Am Ende stand der 51. Rang für den Deutschen.

Hudec mit toller Fahrt

Schon einige Läufer später war es Jan Hudec, der zeigte, wie es mit einer guten Linie und aggressivem Fahrstil geht. Der Kanadier baute kontinuierlich seinen Vorsprung aus, absolvierte auch das Gleitstück ohne Probleme und war im Ziel deutlich schneller als die davor fahrenden Skirennläufer. Da konnte auch ÖSV-Nachwuchshoffnung Max Franz kurz nach ihm nicht mithalten und verlor über eine Sekunde auf Hudec. Auch Sporn, nach dem guten Training ein Kandidat für das Podest, verlor schon oben das Rennen gegen Hudec genau wie Mit-Favorit Hannes Reichelt aus Österreich, der im Ziel nur knapp hinter Hudec war.

Guay gewinnt unten die Zeit

Der nächste Fahrer, der die Zeit von Hudec attackieren konnte war der Österreicher Joachim Puchner mit Startnummer 13, der oben den Rückstand in Grenzen halten konnte und mit einer guten Fahrt im unteren Teil sehr nah dran war an der Bestzeit. Am Ende fehlten ihm nur 0,18 Sekunden auf den führenden Kanadier. Wenig später ging mit Aksel Lund Svindal ein großer Name auf die Piste. Der Norweger war um eine gute Linie bemüht und hatte Zug auf dem Ski. Doch am Ende fehlten ihm 0,2 Sekunden auf Hudec. Erik Guay, immerhin auf dem Podest letzte Woche in Garmisch-Partenkirchen, verlor schon oben eine knappe halbe Sekunde, die er während des Laufes konstant hielt und im wichtigen unteren Teil dann noch einmal richtig Gas geben konnte. Damit übernahm er knapp die Zwischenführung und wurde im Endklassement Vierter.


Hundertstel-Krimi

Das Rennen nahm Fahrt auf und wurde richtig spannend. Klaus Kröll war auch konstant gut unterwegs und hatte nur einen kleinen Fehler im Mittelteil. Unten war der Österreicher sehr schnell und konnte Guay schlagen - um acht Hundertstel. Miller kam dann und war oben der mit Abstand Schnellste bis dahin mit einer Miller-Linie. Doch danach fuhr der US-Amerikaner nicht mehr ganz optimal und so verlor er immer mehr an Zeit. Im Ziel war es eine Hundertstelsekunde, die Miller hinter Kröll war. Auch Baumann war im Ziel frustriert. Im fehlten nach gelungener Fahrt lediglich 0,08 Sekunden auf Kröll und damit war er am Ende zeitgleich mit Guay auf Rang vier und nicht auf dem Podest.

Cuche und Feuz geschlagen

Dann kam der Top-Favorit Didier Cuche, der oben auch schnell war und auf Kurs Bestzeit lag. Doch auch der Schweizer konnte es nicht ins Ziel retten. Unten war er nicht ganz so gut unterwegs wie Kröll und tatsächlich war er im Ziel vier Hundertstel langsamer als Kröll. Was machte Beat Feuz? Oben war auch er dabei, doch im Mittelteil hatte er kleinere Patzer, musste sogar mit einer Hand in den Schnee greifen und da war die Zeit weg. Eine leichte Enttäuschung für die Schweizer.

Franzosen hoffen vergeblich

Lokalmatador Johan Clarey trug die Hoffnungen der Franzosen auf seinen Schultern, aber er musste die Fans enttäuschen, denn im Flachen konnte er nicht den Speed zeigen, den er gebraucht hätte. Damit war auch er raus aus den Top-Ten. Kurz zittern musste Kröll dann noch einmal, als Yannick Bertrand trotz dichter werdendem Schneefall oben mit Bestzeit gemessen wurde und ein tolles Rennen fuhr. Unten hielt er den Abstand in Grenzen und war im Ziel mit Platz neun zufrieden.

Stechert bester Deutscher

Der zweite deutsche Starter war Tobias Stechert und dieser fuhr oben ein gutes Rennen und war nur knapp hinter den Schnellsten. Unten konnte er nicht mehr ganz an die Leistung anknüpfen und war im Ziel etwas mehr als eine Sekunde hinten. Dennoch holte Stechert Punkte als 23. und war bester Deutscher. Andreas Sander dagegen verpasste die Weltcuppunke als 40.

Schon am Samstag geht es in Chamonix mit einer weiteren Abfahrt weiter. Am Sonntag steht noch eine Super-Kombination in Frankreich für die Herren auf dem Programm.