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Lindsey Vonn hat auch die erste Kombinationswertung der Saison in St. Moritz für sich entscheiden können. Die Amerikanerin setzte sich mit 0,41 Sekunden Vorsprung vor Tina Maze durch, Nicole Hosp wurde Dritte. Maria Höfl-Riesch patzte im Slalom und verspielte so eine gute Chance auf den Tagessieg.

Vonn strahlt

Gewinnen - das kann Lindsey Vonn im alpinen Ski-Weltcup wie keine Zweite. In St. Moritz machte der Superstar erneut klar, dass an ihr keiner vorbei kommt. "Ich wollte vorsichtig fahren am Steilhang und dann ab der Haarnadel alles geben", strahlte Vonn nach dem finalen Slalom. "Aber es war gut, ich habe zwar viel Zeit verloren, aber ich habe gewonnen. Das ist ein super Gefühl!" Während Vonn nun nach Weltcup-Sieg Nr. 48 auch beste Chancen hat, die Kristallkugel in der Kombination zu verteidigen, war das Rennen für Maria Höfl-Riesch ein weiterer Rückschlag.

Letzte Chance - vertan

Die erste von nur drei Kombinationswertungen - in St. Moritz findet nur zwei Tage später ja auch noch ein zweiter Wettbewerb in dieser Disziplin statt - hatte vorher vor allem für Maria Höfl-Riesch einen bedeutenden Stellenwert - denn nur noch in dieser Disziplin konnte sie sich nach dem bisherigen Saisonverlauf noch Chancen auf eine Kristallkugel ausrechnen. Erwartet worden war ein Dreikampf mit Lindsey Vonn und Tina Maze, den aktuell besten Allrounderinnen im Weltcup. Doch von allen leistete sich nur die Deutsche einen Aussetzer - damit ist ihre Chance aller Voraussicht nach vertan.

Enttäuschung für Höfl-Riesch

Maria Höfl-Rieschs Hoffnung währte im Finale nur wenige Sekunden. Dann war sie zu spät dran, geriet in Rückenlage und verpasste prompt ein Tor. Zwar stieg die einzig verbliebene Deutsche zurück - doch mit fast fünf Sekunden Rückstand war das Rennen verloren - und auch die Gesamtwertung der Super-Kombination rückte nach Platz 21 in weite Ferne. "Ich hab' einfach keine gute Feinabstimung im Slalom, keinen guten Grip. Wenn es eisiger wird, habe ich Probleme. Der Ski rutscht weg", versuchte sie zu erklären. "Das war sicher auch ein Fehler von mir. Ich hab beim Besichtigen schon gemerkt, dass es sehr glatt ist. Es hat nicht funktioniert, leider." Wie es weiter geht? "Das wird heute abgehakt - morgen geht es bei null wieder los."



Vonn Schnellste in der Abfahrt

Eine Vorentscheidung war in der Abfahrt noch nicht gefallen. Die Piste in St. Moritz war trotz guter Sicht eine Herausforderung für einige Athletinnen. An einigen Geländeübergängen kamen auch Topfahrerinnen zu spät, verloren Zeit. Auch Lindsey Vonn hatte zweimal den Ski in der Luft - dennoch reichte es für eine klare Bestzeit, sechs Zehntel vor Elisabeth Görgl und rund neun Zehntel vor Maria Höfl-Riesch. "Es war ganz gut, nicht alles optimal. Ich hab' größtenteils das umgesetzt, was ich mir vorgenommen habe. Bei der Einfahrt im Zielhang bin ich zu weit in den weichen Schnee hinausgekommen", analysierte Höfl-Riesch nach der Abfahrt. "Im Slalom muss ich angriffslustig sein. Jeder muss erst einmal durchkommen!"
Konkurrentin Tina Maze war als Sechste bereits 1,4 Sekunden zurück, Weltmeisterin Fenninger 1,75 Sekunden. Besser als
Fenninger kam Kathrin Zettel in der Abfahrt klar - mit nur 1,61 Sekunden Rückstand schon sie sich überraschend an Platz neun.

Merighetti und Fischbacher stürzen, Hronek out

Für Cortina-Siegerin Daniela Merighetti war die Kombi-Abfahrt mehr als nur ein Testlauf - nach einem Sprung verkantete die Italienerin und raste in die Fangzäune. Zuvor hatte bereits Andrea Fischbacher einen Abflug erlebt. Beide schienen unverletzt - ihre Stürze belegten aber, dass die Piste Engiadina nicht zu leicht genommen werden durfte. Auch Veronique Hronek kam nicht durch - sie erwischte einen Schlag, verdrehte sich und konnte mit Mühe einen Sturz vermeiden.

Risiko: Ausfallen

Einfach gesteckt, aber extrem eisig präsentierte sich der Kurs auf der Corviglia, auf der der entscheidende Slalomdurchgang ausgetragen wurde. Nur rund 45 Sekunden waren die Fahrerinnen unterwegs - welches Risiko die Piste bot, demonstrierte aber bereits Alexandra Coletti als zweite Starterin, als sie auf einer Eisplatte wegrutschte und ausschied. Die Ausstiegsquote blieb in Folge hoch, die erste gute Zeit gelang Marusa Ferk, die damit noch auf Platz fünf vorfuhr.

Zettel greift an, Hosp kontert

Den ersten Angriff auf die Podiumsplätze setzte die Österreicherin Kathrin Zettel, die nach der für sie tollen Abfahrt eine neue Laufbestzeit vorlegte und damit den Druck auf die Favoritinnen erhöhte. Doch es war noch viel mehr drin, wie Nicole Hosp bewies. Lautstark jubelte die frühere Gesamtweltcupsiegerin über ihren Lauf, bei dem sie Zettel noch einmal 55 Hundertstel abnahm. Tina Maze ließ sich nicht schocken und verteidigte ihre Führung vor Hosp. Für beide sollte es zum Podium reichen, denn nach Maria Höfl-Rieschs Patzer flog auch Lizz Görgl aus der Wertung. Nur Lindsey Vonn, am Start mit satten 1,4 Sekunden Vorsprung auf Maze, brachte den Lauf ganz routiniert ins Ziel. Ohne volles Risiko verlor sie zwar eine Sekunde auf die Slowenin, das reichte aber locker zu ihrem nächsten Erfolg. In St. Moritz haben die Athletinnen nun noch eine Abfahrt und die zweite Super-Kombination vor sich.