Didier Cuche (SUI) stahl allen die Show. Zunächst erklärt er emotional seinen Rücktritt zum Saisonende und dann gewinnt er zum dritten Mal in Folge die Hahnenkamm-Abfahrt. Christian Deville (ITA) gewann den spannenden Slalom und Ivica Kostelic (CRO) die Kombination. Auch das Wetter war ein großes Thema, schließlich fiel der Super-G aus und die Abfahrt musste stark verkürzt werden. Wir blicken auf die Rennen und alles weitere aus Kitzbühel zurück und zeigen euch die besten Bilder.

Top:

- Pistenhelfer: 500 Helfer machen das Rennen möglich und schaffen es, eine Piste herzurichten, die ein faires Rennen ermöglicht. Tag und Nacht wurde wegen des Neuschnees gearbeitet. Der Super-G war nicht zu retten, aber die Abfahrt konnte dann gestartet werden - wenn auch auf stark verkürzter Strecke. Die Pistenhelfer haben sich ein Sonderlob verdient.

- Didier Cuche: Zum fünften Mal in Kitzbühel gewonnen, zum dritten Mal hintereinander, dazu fand er wieder die perfekte Mischung zwischen gefühlvollem Gleiten und Angriffslinie: "Er ist jetzt der Kaiser von Kitzbühel", konnte selbst Franz Klammer nur anerkennend bestätigen.

- Stephan Keppler: Der Deutsche fährt mit Rang acht das beste Abfahrtsergebnis seiner Karriere ein. Dies war zugleich das beste deutsche Kitzbühel-Abfahrtsergebnis seit dem sechsten Platz von Markus Wasmeier vor 25 Jahren. Und das trotz Startnummer 4 und noch viel Schnee auf der Ideallinie - eine tolle Fahrt des DSV-Athleten.

- Christian Deville: Mit einem Traumlauf im Finale und viel Risiko gelang dem Italiener sein erster Weltcupsieg. Seinem Lauf hatte im zweiten Durchgang keiner etwas entgegenzusetzen, nicht einmal Ivica Kostelic. Damit schob sich Deville auch auf den zweiten Rang in der Slalom-Wertung nach vorne.

- Mario Matt: Der Arlberger hielt im Finale die Fahne der Gastgeber hoch. Hirscher patzte erneut (siehe Flop) und so musste Matt das Ergebnis einfahren. Und er tat es auch. Es reichte zwar nicht zum erhofften Sieg, doch auch so rettete er die Ehre Österreichs. Der zweite Platz war der verdiente Lohn für eine gute Leistung.

- Ivica Kostelic: Platz eins in der Kombinationswertung und Rang drei im Slalom. Damit kann der Kroate sehr gut leben und geht wieder als klarer Favorit auf den Gesamtweltcup in die nächsten Rennen. Kostelic nutzte die Gunst der Stunde und sicherte sich an einem Tag 160 Punkte. Bei der Konstanz wird wohl wieder keiner an Kostelic vorbeikommen für die große Kugel. Auch der Slalom-Weltcup rückt für den Kroaten näher.

Flop:

- Wetterpech: Der Super-G musste abgesagt werden und die Abfahrt konnte nur auf verkürzter Strecke über die Bühne gehen. Diese war dann auch bei Weitem nicht so spektakulär wie sonst. Der Wettergott meinte es wieder einmal nicht gut mit den Kitzbühel-Organisatoren und stellte diese auf eine harte Probe.

- Janka und Svindal: Beide kommen in dieser Saison nicht so richtig in Fahrt. Bei Janka zeigte nach Rang vier in Wengen die Formkurve eigentlich nach oben, nun machte er wieder einen Schritt zurück: Rang 47! An seine Form von 2009/2010 kommt der Schweizer noch nicht heran und wird weiter an sich arbeiten müssen. Auch bei Svindal läuft nach einem guten Start in den Winter nicht mehr viel zusammen - ein Januar zum Vergessen. Platz 14 bei der Abfahrt in Kitzbühel - muss er den Kampf um den Gesamtweltcup schon aufgeben?

- Marcel Hirscher: Nach den ersten Rennen im Januar führte Hirscher den Gesamtweltcup an, doch dann riss die Erfolgsserie und in Kitzbühel fädelte der Österreicher im Finale ein, nachdem er schon im ersten Durchgang fast draußen gewesen wäre. Er muss schnell wieder in die Spur kommen, will er noch zumindest im Slalom-Weltcup eine Chance gegen Kostelic haben.

- Felix Neureuther: Neureuther hat schon in Kitzbühel gewonnen und liebt diesen Hang eigentlich, doch 2012 sollte es nicht sein. Großer Fehler in Durchgang eins und damit das Finale verpasst. Der Deutsche ging sauer nach Hause und verlor wertvollen Boden im Slalom-Weltcup.

Formcheck in Kitzbühel:

Die Abfahrt war mit knapp 75 Fahrsekunden eigentlich nicht einer Kitzbühel-Abfahrt würdig. Aber aufgrund des Wetters hatten die Verantwortlichen keine Wahl und auch Didier Cuche war es egal. Mit seinen besonderen Qualitäten bewies er wieder einmal seine Kitzbühel-Stärke. Drei Österreicher dahinter sorgten auch bei den Einheimischen dann für gute Mienen. Romed Baumann, Klaus Kröll und Joachim Puchner ließen aufhorchen. Auch Stephan Keppler fuhr stark, was man von Bode Miller aus den USA nicht sagen könnte. Rang 29 in der Abfahrt und ausgeschieden im Slalom.

Im Slalom hat sich Christian Deville sehr konstant in der Weltspitze etabliert. Schon zum siebten Mal in dieser Saison war der Italiener unter den ersten Sechs. Auch Mario Matt und Ivica Kostelic sind mittlerweile sichere Tipps für das Podest. Nach oben zeigt die Kurve auch bei Jens Byggmark, während Marcel Hirscher und Felix Neureuther Gas geben müssen, um dran zu bleiben.