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Das hatte sich Lindsey Vonn sicher anders vorgestellt: In beiden Speed-Rennen von Bad Kleinkirchheim stand sie nicht auf dem Treppchen. Stattdessen triumphierten Lizz Görgl und Fabienne Suter. Aus deutscher Sicht war Veronique Hronek die Überraschung.

Top in Bad Kleinkirchheim:

1. Fabienne Suter: Zwei Rennen - 160 Punkte, das ist eine Ausbeute, die zumeist nur Lindsey Vonn vorweisen kann. Suter nutzte die Chance, die sich ihr bot - und das nicht auf dem einfachsten Hang des Weltcups. In Cortina kann sie nachlegen.
2. Lizz Görgl: Sie war die erste, die Vonn nach langer Zeit einen Sieg in der Abfahrt abnahm. Im Super-G dann aber leider nicht so stark. Dennoch: Dieser Abfahrtssieg hat ganz Österreich gut getan.
3. Anna Fenninger: Unglücklich in der Abfahrt, dort blieb ihr nur der zehnte Platz. Das sagt viel über das eigentliche Leistungsvermögen Fenningers aus. Sie kann Vonn beim Kampf um die Super-G Kugel gefährden.
4. Veronique Hronek: Maria Höfl-Riesch verletzt, Viki Rebensburg ausgefallen - niemand hätte sich beschwert, wenn Veronique Hronek leer ausgegangen wäre - und damit der ganze DSV. Dass die 20-Jährige einen 17. und noch dazu einen sechsten Platz würde erreichen können, hätte man aber nicht geglaubt. Gut, wenn der DSV solche Talente hervorzaubern kann. Wir würden davon gerne mehr sehen!
5. Tina Maze: Der Weltcup-Start war verhalten, im Slalom läuft es rund - und jetzt beinahe ein Super-G Sieg. Zwar zweifelt der ÖSV noch an ihrem Rennanzug, die Leistung aber stimmte. In dieser Verfassung ist Maze die erste Konkurrentin von Vonn in der Gesamtwertung.
6. Team Schweiz: Kompliment: Drei Schweizer Damen unter den Top fünf im Super-G - das kann sich sehen lassen!

Flop in Bad Kleinkirchheim:

1. Lindsey Vonn: Nach dem Rennen gab Vonn an, sie hätte wegen einer Magen-Darm-Grippe nicht genug Power gehabt und daher wie Maria Höfl-Riesch vielleicht besser verzichtet. Platz vier in der Abfahrt ist kein Beinbruch gewesen, hier wollten die Kurssetzer ihr mit den ersten beiden Toren vielleicht auch bewusst den Zahn ziehen. Die Leistung im Super-G war allerdings bedenklich, denn ohne Power setzt sich die Amerikanerin einem hohen Verletzungsrisiko aus. Wird es in Cortina schon wieder gehen?
2. Anja Pärson: Sie trat in dieser Saison an, um Speed-Kugeln zu holen - davon ist Anja Pärson leider weit weg. Ihr Abbruch in der Abfahrt sprach Bände: Wo andere das Bein durchdrücken und den Schwung durchziehen hat die Schwedin kein Vertrauen in ihren Körper und bricht das Rennen ab. So wird es wohl nichts mehr mit Erfolgen für die sympathische Rennfahrerin.

Formcheck:

Viktoria Rebensburg hat noch einmal Lehrgeld bezahlen müssen und zweimal ein mögliches Podestergebnis im Speed weggeworfen. Aber: Den Speed hat sie jedenfalls. Auch Julia Mancuso kann, wenn sie will, ganz nach vorne rasen und hat aktuell auch sichtbar Spaß am Skifahren. Bei Tina Weirather klappt noch nicht alles, aber die Liechtensteinerin steht wieder gut auf dem Ski. Andrea Fischbacher bekommt weiterhin die Läufe nicht sauber ins Ziel. Schwach in Österreich: Marie Marchand-Arvier.

Schaut euch die Bilder noch einmal an - hier ist unsere Bildergalerie zum Weltcup in Bad Kleinkirchheim.