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Beim Slalom in Courchevel hat Marlies Schild erneut klar gewonnen. In 1:42,64 Minuten war sie 1,87 Sekunden schneller als Tanja Poutiainen, Dritte wurde Kathrin Zettel. Maria Höfl-Riesch zog bei ihrem Ausfall eine Verletzung des linken Knies davon. Lena Dürr katapultierte sich mit einem tollen Finallauf auf Platz acht und war beste Deutsche.

Schild bleibt Seriensiegerin

Am Ende war alles klar und einfach. Marlies Schild setzte ihre Serie souveräner Slalom-Sieg fort. 1,87 Sekunden Vorsprung - wieder eine Demonstration zwischen den Torstangen. "Für mich ist das superschön. Ich habe versucht, alles zu geben und das hat gut funktioniert", strahlte Schild. Der Rennverlauf hätte dabei dieses Mal ein engeres Ergebnis produzieren können - doch Schilds Konkurrenz patzte in Serie. Auch Maria Höfl-Riesch machte Fehler - und zog sich dabei eine Verletzung im linken Knie zu. Erste Diagnose: Verletzung am Außenband oder Knorpelblessur. Sie trat dennoch im Finale an, letztlich wurde dieser Mut aber nicht belohnt.

Durchgang eins: Höfl-Riesch dran, aber mit Knieproblemen

Im ersten Durchgang war natürlich Marlies Schild die Schnellste - allerdings war sie nicht so unnachahmlich wie in Aspen. Maria Höf-Riesch brauchte einige Tore, um in den Lauf hineinzukommen, dann ging ihr ein Ski weg - sie spreizte ab, fing den Ski wieder ein und konnte dann im Mittelteil Boden gutmachen auf die Österreicherin. Riesch blieb so insgesamt im Rennen um den Tagessieg, hatte aber im Anschluss Knieschmerzen. "In einem bestimmten Winkel tut es weh. Ich nehme jetzt eine Schmerztablette und hoffe dann, nicht so oft in diesen Winkel zu kommen und gebe alles", so Riesch zwischen den Läufen. Auf diesem Niveau mithalten konnten nur drei weitere Fahrerinnen: Maria Pietilae-Holmner, Veronika Zuzulova und Tanja Poutiainen blieben innerhalb von 0,8 Sekunden Rückstand, die Sechste Kathrin Zettel lag bereits 1,75 Sekunden zurück.



Bedingungen verschlechtern sich

Die größer werdenden Rückstände im ersten Lauf kamen auch auf Grund sich verschlechternder äußerer Bedingungen zustande. Während Schild und Höfl-Riesch noch bei Sonnenschein fuhren, fing es bald an zu schneien, die Sicht und die Piste ließen merkbar nach. Das machte sich auch mit vielen Ausfällen bemerkbar. Sarka Zahrobska eröffnete den Reigen, Fanny Chmelar, Nicole Hosp, Manuela Mölgg und auch Lindsey Vonn kamen nicht ins Ziel. Somit waren die ersten 30 enorm weit auseinander: Mit 4,87 Sekunden Rückstand gab es in Courchevel noch ein Finalticket für Marina Nigg, vier weitere Deutsche schaffte es in den zweiten Durchgang.

Lena Dürr überzeugt, Geiger mit Pech

Lena Dürr war die erste der fünf DSV-Damen im Finale. Mit Startnummer 54 hatte sie sich unter die besten 30 gefahren - bei guter Sicht und noch guter Piste stand sie nicht nur perfekt auf dem Ski, sie griff auch an und zog diese Linie bis ins Ziel durch. Der Lohn: eine Klare Führung, die lange Bestand haben sollte. Die Laufbestzeit hielt bis zum Schluss - sie verbesserte sich von Rang 25 auf Platz acht. "Ich habe mir vorgenommen, dass ich Vollgas gebe. Ich hab' gewusst, wenn die Piste gut ist, das ich meine eigene Linie fahren kann", freute sich Lena Dürr. Nina Perner (21.) konnte da nicht mithalten. Auch Schwester Katharina (15.), immerhin schon 16. des ersten Laufs, verpasste noch die Bestmarke - trotz einer knappen Sekunde Vorsprung. Erst Tina Maze (Fünfte) rettete vier Zehntel von 1,25 Sekunden Polster ins Ziel und löste Lena Dürr in der Leader Box ab. Christina Geiger hatte wenig später Pech: Mit klarer Bestzeit schied sie wenige Tore vor dem Ziel aus - es wäre ein sicheres Top-Ten Ergebnis gewesen.

Entscheidung: Drei Ausfälle, Höfl-Riesch out

Im Finale konnte Kathrin Zettel überzeugen, hatte aber zuviel Rückstand auf die besten fünf. Tanja Poutiainen übernahm daher die Spitze, ohne einen Top-Lauf hinzulegen. Veronika Zuzulova stürzte, stieg wieder hinauf - hatte aber ihre Position verloren. Und auch Maria Pietilae-Holmner zeigte Nerven, rutschte über den Innenski weg und war ausgeschieden. Bei Maria Höfl-Riesch kam es dann zum Schlimmsten: Sie wikte vorsichtig und verhalten mit ihrer Verletzung und konnte dann den Druck nicht standhalten. Auch sie rutschte weg und hielt sich danach das linke Knie.

Marlies Schild erneut souverän

Solche Probleme hatte die Slalom-Seriensiegerin Marlies Schild nicht. Sie nutzte den offenen Lauf zum Angriff und war im Finale trotz der schlagigen Piste fast so schnell wie Lena Dürr. Im Ziel stand die zweitbeste Laufzeit, 1,87 Sekunden Vorsprung und ein deutlicher Sieg, mit dem sie auch den Vorsprung im Slalom-Weltcup auf Tanja Poutiainen ausbauen konnte. In Flachau steht noch vor Weihnachten der nächste Slalom an.