© Francis BOMPARD/AGENCE ZOOM
Es ist wieder soweit: Am 22. und 23. Oktober 2011 werden die besten Skirennfahrer auf dem Rettenbachferner die Kanten ihrer Carver schleifen lassen, sich in die neuen Rennanzüge zwängen und um die ersten Weltcuppunkte der Saison kämpfen. Seit März 2011 liegt ein halbes Jahr mit viel Training hinter der Elite der Skifahrer. Wir fassen zusammen, was in den letzten Monaten passiert ist und wagen einen Ausblick auf die Favoriten.

Der Aufreger des Sommers

Wer weiß: Vielleicht haben wir bereits in einem Jahr ganz andere Verhältnisse in Sölden, wo bekanntlich immer ein Riesenslalom ansteht. Denn in dieser Disziplin will der Weltverband FIS das Materialreglement drastisch umschreiben. Höhere Radien, längere Ski: Spotter und Kritiker gab es genug, die z.B. Altstars wie Michael von Grünigen zum Comenback rieten. Seitens der Athleten regte sich Widerstand, von Streik war die Rede. Inzwischen scheint der Wechsel beschlossene Sache zu sein. Die FIS hat die Aktiven inzwischen mehr ins Sicherheitsmanagement einbezogen, pro Rennen soll ein Top15-Fahrer mitsprechen dürfen. Ob's hilft?

Verletzungen: Pech für den DSV

Der Grund für die Materialdiskussion ist die hohe Anzahl von zum Teil schweren Verletzungen im Skirennsport. Auch in dieser Vorbereitung mussten viele Stars Rückschläge hinnehmen. Maria Höfl-Riesch und Felix Neureuther, die beiden Aushängeschilder des DSV, kamen auch nicht ohne Probleme durch die Vorbereitung. Beide werden aber zum Auftakt dabei sein. Fehlen wird Kathrin Hölzl, die nach ihren langwierigen Rückenproblemen erst wieder fit werden muss - und schmerzfrei bleiben. Schlimm erwischte es Susanne Riesch und Gina Stechert (beide Kreuzbandriss), für die der kommende Winter bereits vorbei ist. Auch Speed-Hoffnung Isabelle Stiepel hat Knieprobleme. Neben dem DSV beklagt auch der Schweizer Skiverband viele Ausfälle (Justin Murisier, Ralf Kreuzer, Celina Hangl), vor allem beim Nachwuchs. Zudem werden wir die Österreicherin Nicole Schmidhofer, Slalom-Ass Julien Lizeroux (FRA) und die Kroatin Ana Jelusic im kommenden Winter nicht auf den Pisten entdecken.



Comebacks und Kristallanwärter

Wieder dabei sind hingegen einige Topfahrer, wie Benjamin Raich und Kathrin Zettel. Carlo Janka hat seine Herzprobleme offenbar überwunden und bereits eine Kampfansage an Titelverteidiger Ivica Kostelic geschickt: Er will die große Kugel angreifen. Gleiches gilt für Aksel Lund Svindal. Die Österreicher haben offiziell den Gesamtweltcup bei Damen und Herren abgeschenkt - es fehlt ein echter Allrounder in Bestform. Bei den Damen gelten natürlich wieder Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn als heißeste Anwärterinnen. Beide haben sich öffentlich vom 'Zickenkrieg' zum Saisonende distanziert und werden auf sportliche Weise herausfinden wollen, wer die Beste ist. Dieses Duell auf Augenhöhe sollte viel Spannung mit sich bringen.

Kein Großereignis

In diesem Winter belastet kein Großereignis die sportlichen Planungen der Aktiven. Wirkten die deutschen Vertreter im letzten Jahr lange wie blockiert vor der WM im eigenen Land, so können sie nun frei fahren. Besonders von Viktoria Rebensburg darf dennoch viel erwartet werden, die Olympiasiegerin soll Höfl-Riesch auch im Speed zur Seite stehen. In Sölden ist sie eine Siegesanwärterin - aber nicht die einzige. Titelverteidigerin ist sie auch - 2010 gewann sie vor Kathrin Hölzl. Sie gehört mit Tessa Worley, Federica Brignone und Anemone Marmottan zu den jungen Wilden, die den etablierten Top-Fahrerinnen wie Lizz Görgl oder Tanja Poutiainen Beine machen. Bei den Herren ist in Sölden Titelverteidiger Ted Ligety Top-Favorit - ihn fordern unter anderem Cyprien Richard, Kjetil Jansrud, Aksel Svindal, Carlo Janka und Philipp Schörghofer heraus. Letztes Jahr fiel das Rennen wegen Nebels aus - vor zwei Jahren jubelte Didier Cuche zum Saisonbeginn.

Es ist also angerichtet. Skiinfo berichtet im Liveticker über den Ausgang der Rennen. Vorab könnt ihr in unserem Weltcup-Tippspiel euer Fachwissen beweisen und das Podium tippen.