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Der Norweger Atle Skaardal ist FIS Renndirektor für den Damen-Weltcup. Nach der gerade abgeschlossenen Saison zieht Skaardal ein Fazit und sieht Verbesserungen beim Thema Sicherheit.

Frage: Herr Skaardal, wie bewerten Sie die Damensaison 2010/2011?
Atle Skaardal: Die Saison 2010/2011 war bei den Damen eine echte Achterbahnfahrt. Nach einem guten und frühen Start sind wir in Probleme mit dem Wetter geraten und haben insgesamt fünf Rennen verloren. Das ist definitiv mehr als wir uns vorgestellt haben, aber selbst unter großartigem Einsatz der lokalen Organisatoren konnten wir nichts unternehmen und mussten dem schwierigen Wetter Tribut zollen.
Wir haben auch einige positive Signale von der Sicherheits- und Verletzungsperspektive erhalten mit nur sehr wenigen schweren Verletzungen der Damen. Dies bedeutet, dass unsere Veränderungen in dem Bereich erste gute Ergebnisse zeigen. Ich denke, wir haben dies durch eine Reduzierung der Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt, ohne dabei die Attraktivität des Sports zu mindern. Daran werden wir auch in Zukunft arbeiten.

Frage: Was war der Höhepunkt der Saison für Sie?
Atle Skaardal: Die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen war ein echtes Highlight für uns. Obwohl wir einige schwere Aufgaben hatten, so hatten wir doch sehr viel Glück mit dem Wetter in der Speed-Woche und konnten sehr starken Sport sehen. Von Seiten der Organisatoren wurde sehr viel in die Attraktivität der Kurse investiert. Am Ende war es ziemlich schwierig, Medaillen bei dieser WM zu gewinnen.
Leider mussten wir beim zweiten Highlight der Saison, dem Weltcup-Finale in Lenzerheide, pro Geschlecht zwei Rennen absagen. Das war nicht ideal, aber zeigt einmal mehr die große Aufgabe, vor der Organisatoren eines Finales stehen. Neun Rennen in nur fünf Tagen müssen sie über die Bühne bringen. Das Konzept des Finals ist gut, ist aber auch ein schweres Unterfangen. Das sollten wir für die Zukunft bedenken. Trotz des schlechten Wetters gab es in Lenzerheide eine tolle Atmosphäre.
Weitere Höhepunkte waren die Slaloms in Courchevel, ein neuer Weltcup-Ort, und in Flachau. Beide haben tolle Arbeit geleistet. Auch der City Event in München brachte frischen Wind in die Saison. Ich glaube, wir müssen weiterhin diese Events in den Kalender bekommen, vielleicht mehr als einmal jährlich.

Frage: Was sind für Sie die wichtigen Dinge in der Zukunft?
Atle Skaardal: Wir werden auf jeden Fall weiter an der Sicherheit und der Reduzierung der Verletzungen arbeiten. Wir müssen in die Position kommen, dass Skifahren nicht als gefährlicher Sport zählt für viele Leute. Wir müssen weiterhin versuchen, neue Wege zu finden, um den Skirennsport interessanter und populärer zu machen und noch größere Stars aus unseren Athleten zu machen.
Wir haben unsere Highlights der Saison, aber wir müssen alle zusammenarbeiten, um das Interesse zu steigern und eine größere Berichterstattung in den Medien zu bekommen. Ich glaube nicht, dass wir noch viel machen müssen im sportlich-technischen Bereich, aber wir sollten versuchen, neue Möglichkeiten zu schaffen, um die Fans noch mehr in Kontakt mit ihren Helden zu bringen.