Günter Hujara, FIS Renndirektor der Herren, zieht Bilanz des Winters 2010/2011 und findet lobende Worte für die einzelnen Veranstalter. Auch zum Thema Weltcup-Kalender hat der Deutsche eine klare Meinung.

Frage: Herr Hujara, wie bewerten Sie die Herren-Saison 2010/2011 im Rückblick?
Günter Hujara: Es haben sich ungefähr 500.000 Zuschauer die Rennen der Herren in der Saison 2010/2011 angeschaut - das dürfte ein neuer Rekord sein. Für mich bedeutet es, dass die Bemühungen der FIS, der nationalen Skiverbände und der lokalen Organisatoren erfolgreich waren. Attraktive Rennen gepaart mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm - das zieht viele Leute an. Unsere Einschaltquoten in den wichtigen Märkten wie Deutschland sind auch angewachsen. Wir haben immer noch Länder, wo keine Live-Übertragung garantiert ist, aber wir arbeiten daran. Sogar die teilweise schwierigen Wetterverhältnisse, zumeist wegen des warmen Wetters, haben nicht zu Absagen oder großen Verzögerungen geführt. Hier war das Know-How der Pistenchefs und Helfer von großer Bedeutung.

Frage: Was war der Saisonhöhepunkt für Sie?
Günter Hujara: Die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen war sicher ein Top-Event. Dort konnten nur die allerbesten Skirennläufer auf den sehr anspruchsvollen Kursen erfolgreich sein. Die lokalen Sportorganisationen waren sehr gut vorbereitet, um solche schweren Probleme wie das warme Wetter zu lösen. Die Pistenhelfer haben teilweise sehr hart gearbeitet, um einen guten Kurs hinzubekommen. Das City-Event in München war ein großer Erfolg. Mehr als 30.000 Zuschauer und eine große TV-Einschaltquote belegen das Interesse an solchen Rennen.
Auf der Herrenseite haben Skirennläufer ein sehr hohes Niveau gezeigt. Außergewöhnliche Läufe von vielen Athleten zeigten die breite Basis des Wettkampfes. Verschiedene Sieger, neue Namen und erfahrene Stars zusammen machten die Tour in diesem Jahr sehr interessant. Am Ende gewannen die konstantesten und erfahrensten Protagonisten unseres Sports die Kugeln.

Frage: Wenn Sie in die Zukunft schauen, was sind da die wichtigen Punkte?
Günter Hujara: Der Herren-Kalender folgt einem klassischen Terminplan seit etwa zehn Jahren nun, was den Organisatoren eine Planungssicherheit gibt. Die Pakete von Events in den selben Ländern hintereinander löst viele Reiseprobleme und gibt dem ganzen auch noch eine Art Grand Prix Charakter in den verschiedenen Regionen. Im Dezember gibt es die Rennen in Italien, gefolgt von der Schweizer Tour in Adelboden und Wengen Anfang Januar, ehe es nach Österreich mit Kitzbühel und Schladming geht.
Die klassischen Einzelrennen sind ebenso gut platziert und akzeptiert. Für mich ist es eines der wichtigsten Details für das Marketing des Weltcups, dass die Struktur des Kalenders vorhersehbar und stabil für vier Jahre im voraus ist.
Insgesamt ist der Weltcup ein erfolgreiches Produkt mit einer erfolgreichen Geschichte. Trotzdem meine ich, dass wir weiterhin versuchen sollten, Lösungen zu finden, um die Sicherheit der Athleten zu erhöhen. Es gibt immer noch zu viele Verletzungen in unserem Sport und es ist unser Hauptziel, die Dinge in die richtige Richtung zu bewegen. Da wir mit verschiedenen Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammenarbeiten, hoffen wir, das richtige Maß zu finden, um die Verletzungen zu mindern.