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Viktoria Rebensburg hat beim Ski Weltcup in Spindlermühle (CZE) den dritten Saisonsieg eingefahren und steuert dank des Ausfalls ihrer direkten Konkurrentin Tessa Worley auf den Gewinn des Disziplinen-Weltcups zu. Für Maria Riesch war der Riesenslalom ein Rückschlag.

Klarer Sieg für Rebensburg
In 2:15,22 Minuten hat Viktoria Rebensburg einen vorentscheidenden Big Point im Kampf um den Riesenslalom-Weltcup gemacht. Mit zweimal Laufbestzeit deklassierte sie die Konkurrenz in Tschechien und gewann vor Denise Karbon aus Italien und der überraschend starken Lindsey Vonn aus den USA. Maria Riesch fiel nach einem großen Fehler im Finale auf Position 29 zurück. Es war Rebensburgs dritter Sieg nach Sölden und Zwiesel.

Worley früh ausgeschieden
Im ersten Durchgang hatte Viktoria Rebensburg den besten Lauf: Sehr rund und vor allem schnell kam die Deutsche ins Ziel und lag damit 0,32 Sekunden vor Federica Brignone, Manuela Mölgg war mit 0,50 Sekunden Rückstand Dritte. Für den Riesenslalom-Weltcup war zudem das frühe Aus der bislang führenden Französin Tessa Worley entscheidend - ihre erste Verfolgerin Rebensburg hatte im vorletzten Rennen auf einmal alle Trümpfe in der Hand. Im Kampf um den Gesamtweltcup zeigte Lindsey Von einmal mehr ihren Kampfgeist - sie platzierte sich als Achte zwei Plätze vor Maria Riesch. Als dritte Deutsche qualifizierte sich Lena Dürr für den finalen Durchgang, den Veronika Staber als 34. um wenige Zehntel verpasste.

Riesch wackelt - Vonn holt auf
Im Finale zeigte Maria Riesch dann Nerven: Ihr rutschte der Ski weg, sie drehte sich, kam zum Stehen und konnte das Rennen immerhin noch regulär fortsetzen. "Ich hab zuviel Innenlage an zwei Toren hintereinander, bin nicht gut über den Außenski weggekommen", erklärte Riesch. "Das tut sehr weh heute. Das muss man abhaken - morgen geht es weiter." Rang 29 - Der Beinahe-Ausfall schmerzte. Vor allem, weil Vonn sich keine Blöße gab. Die Amerikanerin glänzte stattdessen, setzte sogar zunächst die Laufbestzeit und machte mit dem dritten Rang den Gesamtweltcup wieder richtig spannend. Mit ihrem besten Riesenslalomergebnis überhaupt ist sie nun bis auf 38 Zähler an Riesch herangerückt.



Karbon fährt auf das Podium vor
Im Kampf um den Tagessieg setzte sich zunächst Denise Karbon an die Spitze des Feldes - für die Italienerin sollte es das beste Ergebnis seit Januar 2009 werden. Tanja Poutiainen knüpfte hingegen an ihre enttäuschenden WM-Leistungen an. Zwei große Fehler warfen die Finnin deutlich zurück. Auch Tina Maze und Manuela Mölgg konnten Vonn und Karbon nicht schlagen. Beide kamen dem Podest damit immer näher.

Brignone patzt, Rebensburg glänzend
Die Entscheidung fiel mit den beiden Führenden des ersten Laufs. Federica Brignone strapazierte die Nerven ihrer Fans, als sie gleich vier Tore am Stück mit dem Ausfall rang und um einige Plätze zurück fiel. Platz fünf ist aber erneut ein sehr gutes Ergebnis für die junge Italienerin. Im Anschluss zeigte sich Viktoria Rebensburg in meisterlicher Form. Trotz der viele Rippen im Kurs, die alle Stars vorher vor Probleme gestellt hatte, zog sie ebenso weich und präzise ihre Linie durch, wie im ersten Lauf. Der verdiente Lohn: Die klare Laufbestzeit und ein noch deutlicherer Sieg: 1,26 Sekunden Vorsprung brachte sie ins Ziel.

Riesenchance für Rebensburg
Damit kann die Deutsch im letzten Rennen in Lenzerheide ihre erste Kristallkugel gewinnen. 77 Punkte Vorsprung auf Tessa Worley bedeuten, dass der Deutschen dazu bereits ein elfter Platz reichen würde, selbst wenn Worley gewänne. Wird Worley 'nur' Dritte, ist Rebensburg sogar bei einem Ausfall die Siegerin in dieser Disziplin. In Lenzerheide dabei sein darf auch Lena Dürr: Sie qualifizierte sich mit dem 22. Rang für den Showdown der Besten - und haderte dennoch mit dem Rennen: "Im zweiten Lauf war ich immer zu grade unterwegs, habe den Schwung nicht wirklich mitnehmen können. Die Quali für das Weltcupfinale nehem ich gerne mit - trotz Abiturprüfungen."

Am 12. März steht mit dem Slalom das zweite Rennen in Spindlermühle an - wir halten euch im Liveticker auf dem Laufenden.