Eine Skipiste (oder der freie Skiraum) besteht leider nicht immer nur aus Schnee. Manchmal lauern unter der Schneedecke Steine, Wurzeln oder Äste. Die können leicht Macken, Kratzer und kleine Löcher in den Skibelag schlagen. Hat der Belag mehrere tiefe Kratzer, sieht das nicht nur hässlich aus. Auch das Fahrverhalten kann negativ beeinflusst sein. Zudem sind die Kratzer im Belag natürlich Angriffstellen für Feuchtigkeit, Rost und Verdreckung, so dass sie den Belag langfristig stark beschädigen können, wenn man sie nicht behandelt.

In jedem Skigebiet gibt es zahlreiche Fachgeschäfte, die einem den Belag wieder aufpolieren. Das ist aber nicht immer günstig. In der Hochsaison hat man zudem keine Garantie, dass die Skier bis zum nächsten Tag auch repariert sind. Wer weiß, wie man seinen Belag selbst ausbessert, ist hier klar im Vorteil.

Erst putzen, dann reparieren

 

Um den Belag zu reparieren, braucht man neben einem sauberen Tuch ein altes Bügeleisen (oder ein spezielles Ski-Bügeleisen), Kunststoff-Streifen aus Polyethylen, die es in jedem Skigeschäft zu kaufen gibt, und ein Bastelmesser. Neben den Kunststoffstreifen gibt es auch Granulat, mit dem man die beschädigte Stelle ausbessern kann. Bevor ihr den Kratzer oder die Macke ausbessert, solltet ihr den Belag gründlich reinigen und ihn gut abtrocknen lassen. Denn wenn Schmutz, Staub oder Flüssigkeit unter das Füllmaterial gelangen, kann sich der Kunststoff nicht so gut mit dem alten Belag verbinden. Wenn kleinere Belagreste aus der Lauffläche heraus stehen, kannst du die mit dem scharfen Messer vorsichtig abschneiden. Auf keinen Fall solltest du diese Reste mit den Fingern abreißen. Sonst kann es passieren, dass du den Belag weiter beschädigst.



Den Belag ausbessern

 

Ist der Belag sauber und komplett trocken, träufelt man das Reparaturmaterial in die beschädigte Stelle. Dazu muss das Polyethylen mit dem Bügeleisen oder einem Feuerzeug geschmolzen werden. Das Bügeleisen (kein Dampfbügeleisen!) hat dabei den Vorteil, dass man über die Spitze besser zielen kann und weniger Material auf den Belag tropft. Anschließend wird das Füllmaterial mit einem Abzieheisen glatt gestrichen und noch einmal in den Belag gedrückt. Sobald der Kunststoff getrocknet ist, kann man mit einer feinen Feile oder Schmirgelpapier überschüssiges Material entfernen, bis der Belag wieder eben ist. Achtet darauf, immer in Laufrichtung zu arbeiten und nicht zu viel Druck auf den Belag zu bringen. Ansonsten kann es passieren, dass ihr die Lauffläche beschädigt oder sich das Füllmaterial wieder löst. Anschließend sollte der Belag natürlich neu gewachst werden.

Übt nicht an Luxuslatten

 

Kleinere Kratzer auszubessern, ist nicht schwer. Trotzdem ist es besser, sein Reparatur-Talent vorher an alten Skiern zu testen. Hier kann man Erfahrung sammeln, ohne Angst haben zu müssen, die Skier zu beschädigen. Ist der Belag großflächig beschädigt oder hat er viele Kratzer, ist es aber in jedem Fall die beste Lösung, seine Bretter ins Fachgeschäft zu bringen. Denn solche Reparaturen werden schnell sehr zeitaufwändig und das Resultat ist beim Fachmann meist eine Spur besser. Zudem ist gerade bei großen und tiefen Schäden die Gefahr groß, dass sich das Reparaturmaterial beim Fahren wieder löst.