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Hannes Reichelt hat sich mit einem beeindruckenden Lauf den Sieg im Super-G von Hinterstoder gesichert. Der Österreicher siegte bei der WM-Generalprobe in 1:43,91 Minuten vor Landsmann Benni Raich und Bode Miller aus den USA.

Reichelt fordert Startplatz
Es war ein teaminterner Erfolg: Reichelt und Klaus Kröll galten als vielversprechendste Kandidaten für den vierten WM-Startplatz der Österreicher für Garmisch. Kröll legte gut los - wurde aber von Reichelts Traumlauf klar distanziert. Mit Startnummer zehn leistete der sich keine Fehler und nahm vor allem in den flachen Passagen allen Speed mit. Als er ins Ziel kam, hatte er über eine Sekunde Vorsprung und löste Jubelstürme im Publikum aus. "Bei der Einfahrt ins Steile war ich so langsam, dass ich sogar den Stadionsprecher verstanden habe", verriet der Sieger hinterher. Erst die Blick aufs Tableau brachte ihn zum Jubeln. "Ich in ja heute auch um das WM-Ticket für Garmisch gefahren, und das hab ich glaube ich geschafft!"

Raich spielt technisches Können aus
Die neu geschaffene Hannes Trinkl-Piste in Hinterstoder war vom norwegischen Trainer mit einer Riesenslalom-ähnlichen Kurssetzung, stark drehend gesteckt worden. Technisch starke Fahrer hatten da ihre Vorteile. So auch Benni Raich, der als einziger seinem Landsmann ansatzweise nahe kam. Oben noch klar voraus konnte er aber auch Ausfahrt Steilhang nicht mit Reichelts Linie mithalten, hielt aber mit 0,34 Sekunden immerhin den Rückstand in Grenzen. Auch mit ihm feierte das frenetische Heimpublikum den Doppelsieg.

Miller meldet sich zurück
Auf dem Schirm haben muss man nach der WM Generalprobe im Super-G auch Bode Miller: Der exzentrische Amerikaner ist kurz vor dem Großereignis wieder da. In Hinterstoder wackelte der US-Star vielfach, oft ruckelte der Ski und einmal konnte er nur knapp das Wegrutschen über den Innenski verhindern. Doch fast immer hielt er die Außenkante auf Zug und wurde dafür mit Platz drei belohnt.

Walchhofer und Cuche patzen
Für einige Favoriten gab es kurz vor der WM kein Happy End. Für Michael Walchhofer war es sicher nicht die richtige Strecke, dennoch hatte er sich sicher mehr erhofft, als den 13. Rang. Zum Schluss hieß es für ihn, Abschied zu nehmen. Es war sein letzter Heim-Weltcup. Ganz bitter verlief das Rennen für Didier Cuche: Der Schweizer kam überhaupt nicht in den Lauf und verlor auf den Gewinner über zwei Sekunden - Platz 19. Auch Aksel Lund Svindal (14.) konnte nicht zufrieden sein. Besser lief es hingegen für Carlo Janka (4.) und auch der Gesamtweltcupführende Ivica Kostelic (5.) sammelte erneut fleißig Punkte.

DSV-Starter ohne Glück
Die beiden deutschen Starter konnten nicht ernsthaft um Weltcup-Punkte mitfahren. Tobias Stechert schied aus, Josef Ferstl platzierte sich bei seinem ersten Super-G Weltcuprennen mit 4,69 Sekunden Rückstand auf Platz 41. An den hohen Startnummern der Deutschen lag das nicht: Der Franzose Alexis Pinturault überraschte als 62. Starter mit einem tollen Lauf und jubelte über den sechsten Platz. Auch Tommy Ford aus den USA fuhr mit hoher Startnummer noch auf Rang elf - vor viele etablierte Stars.

Super-G Weltcup bleibt umkämpft
Mit diesem Ergebnis behält der verletzte Georg Streitberger noch die Führung in der Super-G Wertung. Es folgen punktgleich Didier Cuche und Ivica Kostelic, aber auch Romed Baumann, Raich, Walchhofer, Janka und Tobias Grünenfelder haben noch beste Chancen auf die kleine Kugel. Das trifft auch noch auf den heutigen Sieger Reichelt zu. Diese Entscheidung verspricht viel Spannung.