© FISCHER
Nach seiner schweren Knieverletzung von Wengen hatte sich Christoph Gruber die Sinnfrage gestellt. Nun hat der Österreicher sie beantwortet und sich dazu entschlossen, seine aktive Karriere zu beenden.

"Bin wieder da, wo ich ganz zu Beginn meiner Karriere war"
Nach zwölf Jahren im Ski-Weltcup stellt Christoph Gruber die Ski in den Keller. Für diesen Schritt benötigte der 34-Jährige etwas Zeit. Schon nach der schweren Verletzung beim Einfahren zur Abfahrt von Wengen am 16. Januar, bei der er sich unter anderem ein Kreuzband riss, wusste der Speed-Fahrer nicht, wie es weitergeht. Am heutigen Mittwoch (07.04.) gab der Tiroler nun seine Entscheidung bekannt: "Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen, meine aktive Skikarriere zu beenden." Als Grund nannte er auch das Problem, dass er wieder da sei, "wo ich ganz zu Beginn meiner Karriere war". Gruber konnte aufgrund der Tatsache, dass er schon in allen Disziplinen vier Weltcuprennen bestritten hatte, keinen Verletztenstatus mehr beantragen und rutschte daher in den Startlisten weit nach hinten. "Der Weg zurück an die Weltspitze wäre für mich in der nächsten Saison daher nur über FIS und Europacup-Rennen möglich. In den letzten Wochen musste ich feststellen, dass ich die Kraft und die Motivation leider nicht mehr aufbringen kann, diesen Weg mit 34 Jahren noch einmal zu gehen", schreibt er auf seiner Homepage.

Zukunft als Pilot?
Insgesamt ist Christoph Gruber mit seiner Karriere zufrieden. Fünf Weltcupsiege gewann der zweifache Olympionike (2002, 2006). Eine Medaille bei Großveranstaltungen blieb ihm aber immer verwehrt. 2007 bei der WM in Are verpasste er den Platz auf dem Stockerl als Vierter nur um eine Hundertstel. Die Zukunft könnte den Skipiloten ein anderes Gefährt steuern lassen, denn Gruber absolviert die Ausbildung zum Piloten: "Im März startete ich mit der Ausbildung, die mir großen Spaß macht und die ich voraussichtlich im Herbst mit dem Privatpilotenschein abschließen möchte. Danach entscheide ich, ob ich die Ausbildung bis zum Linienpiloten fortführen werde." Diese Sinnfrage wird er sicher auch für sich passend beantworten.