© OK GAP 2011 - Christian Stadler
Die Kleinsten sollten die Größten sein im Mannschaftswettkampf in Garmisch-Partenkirchen, der am 14. März die alpine Weltcup-Saison 2009/2010 beendete. Auf Platz zwölf gesetzt waren die Tschechen auf dem Papier die Underdogs der zwölf Teilnehmer. Das neue Format eröffnete ihnen aber neue Möglichkeiten. Mit Lucie Hrstkova, Sarka Zahrobska, Ondrej Bank und Krystof Kryzl gelang die große Überraschung.

Neuer Modus sorgt für viel Abwechslung
Das Duell der Nationen in vier Parallel-Riesenslaloms mit unter 30 Sekunden Fahrlänge hat den Nations Team Event in eine rasante und abwechslungsreiche Show verwandelt, das nun auch von den Zuschauern schnell verstanden werden kann. Wer zuerst unten ist, gewinnt - dieses Prinzip greift. Fast wie beim Ski Cross sorgten einige größere Wellen zwischen den Toren für Spannung im Lauf, dem Start kam eine besondere Bedeutung zu. Das musste der Schwede Hans Olsson erfahren, der bei einem Start zu früh heraus preschte und am Gate hängen blieb.

Tschechien wirft Österreich raus
Diesen Modus konnten die Tschechen am besten umsetzen. Im Achtelfinale schmiss man die lustlosen Amerikaner heraus, dann waren die Franzosen an der Reihe. Spätestens im Halbfinale sollte dann das Ende kommen, denn Österreich war in Bestbesetzung mit den Top-Stars Raich, Baumann, Zettel und Görgl angetreten. Doch Zettel unterlag Zahrobska knapp, Raich schied aus und Kryzl startete deutlich besser als Romed Baumann. Nur Görgl gewann ihr Match - der Favorit war mit 3:1 geschlagen. Im kleinen Finale gelang der ÖSV-Mannschaft immerhin noch ein knapper Sieg gegen die Kroaten und damit der Sprung auf Rang drei.

Schweizer Herren patzen im Finale
Im Finale trafen die Tschechen auf die Schweiz, die damit ihrem Setzlisten-Platz zwei gerecht wurden. Die Schweizer starteten stark, Nadia Styger und Fabienne Suter markierten jeweils die Führung zum 1:0 und 2:1. Aber bei den Herren patzten die Eidgenossen: Marc Gini schied aus, sein Gegner Ondrej Bank fuhr dennoch voll und sicherte sich eine gute Zeit. Damit musste Sandro Viletta trotz Führung in jedem Fall gewinnen - und wurde diesem Druck nicht gerecht. Auch Viletta schied aus, Kryzl holte den zweiten Punkt für Tschechien, das dank der schnellsten Laufzeit im Finale damit gewann.

Frühes Aus für Deutschland
Aus deutscher Sicht war der Mannschaftswettkampf schnell vorbei. Im ersten Match gegen Kroatien unterlag Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg gegen die gut aufgelegte Tea Palic, Fritz Dopfer unterlag Topstar Ivica Kostelic. Da halfen auch die Punkte durch Felix Neureuther gegen Natko Zrncic-Dim und Kathrin Hölzl gegen Ana Jelusic nichts mehr, denn Kostelic hatte die beste Laufzeit vorgelegt. Deutschland verlor damit früh. Das Vorgehen bei einem Punktstand von 2:2 darf als Minuspunkt des neuen Modus gewertet werden, da die Damen-Ergebnisse hier nicht berücksichtigt werden. Der DSV wird das Ergebnis nach den sehr guten Resultaten in den Einzelrennen jedoch verschmerzen können. Bei der WM 2011 wird dieser Wettbewerb erstmals für den Kampf um Medaillen eingesetzt werden.