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Erik Guay hat den letzten Super-G dieser Saison für sich entschieden. Wenige Tage nach seinem ersten Erfolg in dieser Disziplin in Kvitfjell raste der Kanadier erneut zur Bestzeit und sicherte sich damit sogar noch die kleine Kristallkugel. 1:26,36 Minuten benötigte Guay und verwies den Kroaten Ivica Kostelic auf die zweite Position. Dritter wurde Aksel Lund Svindal (NOR). Deutsche Fahrer hatten sich für die Speed-Rennen beim Weltcup-Finale nicht qualifizieren können.

Favoriten scheitern
Walchhofer - oder doch Svindal? So hatten die Experten vor dem Finale des Super-G Weltcups gefragt. Dem drittplatzierten Guay wurden dabei nur geringe Chancen eingeräumt. Doch Guay dreht das Klassement bei schwierigen Verhältnissen um. Extrem aggressiv aber zugleich sicher raste er über die Kandahar und setzte so eine klare Bestzeit. Svindal nach ihm zeigte eine gute Fahrt, kam aber über Rang drei nicht hinaus. Walchhofer als letzter Starter der Favoriten hätte damit ein achter Platz genügt - es wurde nach einem fehlerhaften Ritt aber nur Platz 15.

"Könnte noch weiterfahren"
331 Punkte für Guay, 316 Punkte für Walchhofer und 314 Punkte für Svindal - mit diesem Ergebnis findet eine niederschmetternde Saison für das österreischische Herren-Speedteam einen neuen Tiefpunkt. Während Guay im Zielraum sein Glück kaum fassen konnte, dürften die Gedankespiele um einen Umbau im ÖSV-Team neue Nahrung bekommen haben. "Ich kann's kaum glauben", freute sich Guay hingegen in die Kameras im Ziel. "Schade, das die Saison schon vorbei ist, ich könnte so noch drei Wochen weiterfahren."


Raich holt auf
Im Kampf um den Gesamtweltcup hat Benni Raich beim Super-G in Garmisch Boden gut gemacht. Er belegte Rang sechs, Rivale Carlo Janka musste sich nach dem Sieg am Vortag mit Position elf begnügen. Vor den letzten beiden Rennen hat Janka noch einen Vorsprung von 38 Zählern. Am 12. März steht für die Herren nun der letzte Riesenslalom an.

Büchel sagt servus
Die Saison und Karriere ist für Marco Büchel hingegen vorbei. Der Liechtensteiner verabschiedete sich als letzter Starter des Feldes stimmungsvoll vom Weltcup-Zirkus: In kurzen Hosen unten rum und mit Anzug, Hemd und Krawatte fuhr er im Spaziertempo den Hang hinab, auf dem er seinen ersten Weltcup bestritten hatte. Viel Applaus von Trainern, Serviceleiten und dem Publikum begleiteten die letzte Fahrt von einem der beliebtesten Rennläufer im Circuit der letzten Jahrzehnte.