Der chirurgische Eingriff an Rainer Schönfelders linkem Knie (Meniskuseinriss) durch Professor Rudi Schabus ist gut verlaufen. Doch der Weg zurück zum Comeback wird hart! Denn auch die Beugermuskulatur am ohnehin ramponiert gewesenen linken Bein (Nervenschädigung im Unterschenkel) ist in Mitleidenschaft gezogen. "Für sich betrachtet nicht so arg, gemessen am Zeithorizont, den ich habe, wirft mich das zusätzlich zurück", sagt Schönfelder.

"Da ist die Frage, was mehr weh tut: die Seele oder das Knie?"
Folge 19 von schoenfelder.tv rekonstruiert die bittersten Stunden, die Rainer Schönfelder durchlebt hat, seit er um sein Comeback kämpft: Der Harrier-Sprung in Beaver Creek, die Landung, plötzlich zeigt die Zeitlupe, wie sein linkes Knie ohne ersichtlichen Grund instabil wird und er das malträtierte Bein nicht mehr belasten kann. Schmerzen, Verzweiflung, Sinnfragen: "Da ist die Frage, was mehr weh tut: die Seele oder das Knie?". Der Weg zur Operation in der Wiener Privatklinik, erste Videosequenzen der Meniskusoperation - die schwierigen ersten Schritte auf dem Weg zurück zum Comeback.

"Mir bleibt keine Zeit - und die muss ich nutzen"
Rainer Schönfelder hat die Wiener Privatklinik mittlerweile verlassen, am Sonntag (13.12.) saß er in seinem Wiener Penthouse schon wieder erstmals auf dem Fahrradergometer - unter starken Schmerzen: "Es ist nicht nur der eingerissene Meniskus, der scheint im Moment das kleinere Problem zu sein, es ist in der Situation in Beaver Creek auch die gesamte Beugermuskulatur in Mitleidenschaft gezogen worden", schildert Rainer Schönfelder. Nachsatz: "Der Weg zurück ins Comeback wird hart. Mir bleibt keine Zeit - und die muss ich nutzen." Es seien nicht nur die Rennen und damit die Qualifikationschancen, die er jetzt versäume, sagt Schönfelder, "die Situation war die ganze Zeit so, dass ich fehlende Umfänge aus der Vergangenheit im Vergleich zu meinen Kollegen kompensieren musste, jetzt ist jeder Tag nicht auf Skiern ein verlorener Tag für meine Ski-Performance." Die Rennen in Val d‘Isère hat er sich im TV angesehen - wie lange er TV-Zuschauer bleiben muss, ist ungewiss.

"Werde alles tun, um das Unmögliche noch einmal möglich zu machen"
Dennoch: Rainer Schönfelder ist weiterhin entschlossen, "alles zu tun, um das Unmögliche noch einmal möglich zu machen". Obwohl er in den vergangenen Jahren mehr Behandlungen über sich ergehen lassen musste als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben. Jetzt wieder: der alltägliche Therapiemarathon. Seine Lebenspartnerin Manu, eine exzellente Therapeutin und Osteopathin, ist eigens früher von einem internationalen Kongress in London zurückgekehrt, um sich Rainer widmen zu können. "Sie hat ihre Termine hin- und hergeschoben, damit sie jeden Tag mit mir therapieren kann - das ist sehr wertvoll für mich in dieser Phase", sagt er. Nach der Formel Liebe + Technik = Therapieerfolg.

Recreation Home ist Gold wert
Und auch das Hightech-Equipment aus seinem Schönfelder Recreation Home, seinem 20-Tonnen-Truck, für den schon die Stellplätze in Zielnähe in Gröden und Alta Badia reserviert gewesen waren, ist jetzt Gold wert: "Ich habe bei Zerrungen, und die sind derzeit das größte Problem, mit den Lichtmedizin-Geräten die Erfahrung gemacht, dass der Rehabilitationsprozess extrem verkürzt werden kann - darauf baue ich auch diesmal. Die Geräte sind teilweise aus dem Recreation Home ausgebaut und bei mir in der Wohnung installiert worden." Noch sind die Schmerzen stark - die Überwindung groß: "Es ist ein bisschen viel zusammengekommen in den vergangenen Jahren: Sobald sich Fortschritte zeigen, kann es bei mir mit der Genesung auch sehr schnell gehen - das habe ich oft bewiesen seit 2005 ..."

Hier seht ihr die 19. Folge von schoenfelder.tv: