Seine lange Karriere im Weltcup hat ihn zum ersten Mal nach Lake Louise in Kanada geführt. Weil: Der Speed-Fahrer Rainer Schönfelder ist noch "work in progress". "Man muss schon die Kirche im Dorf lassen: Ich bin im ersten Trainingslauf die Abfahrt hier zum ersten Mal runtergefahren - da steht das Kennenlernen im Vordergrund. Leider war witterungsbedingt damit zu rechnen, dass hier ein Training abgesagt werden könnte - insofern hat's für mich nicht wirklich eine realistische Quali-Chance gegeben..."

Nicht-Nominierung kein Rückschritt
"Work in progress" ist ein passendes Motto - gilt generell für sein Comeback. Ist die Nicht-Nominierung ins ÖSV-Aufgebot für die Abfahrt in Lake Louise für ihn jetzt ein Rückschritt? "Nein, ist es nicht", sagt Rainer Schönfelder, "denn ich habe meine eigene Marschplanung und an der orientiere ich mich." Dass eine Situation eintreten könnte, wie sie es jetzt in Lake Louise ist - nämlich dass er eigens anreist, ohne im Rennen starten zu können - das sei schon vor Wochen klar gewesen: "Ich kann mich auf Abfahrten, auch wenn ich zum ersten Mal fahre, von Lauf zu Lauf extrem schnell steigern. Dass hier das zweite Training ausfällt und ich um die realistische Quali-Chance umfalle, fällt unter "dumm gelaufen". Damit zu hadern wäre sinnlos, weil völlig logisch ist, dass ich, wenn ich hier zum allerersten Mal runterfahre, die Abfahrt erst kennenlernen muss." Falls es noch ein Training gibt, werde er es als Vorbereitung auf Beaver Creek nächstes Wochenende nützen, sagt Schönfelder.

Ski-Equipment auf Pump
Den Start im bisher einzigen Trainingslauf in Lake Louise ermöglich hat - die Kollegialität seiner Teamkameraden. Grund: Ein Security hatte Rainer Schönfelders komplettes Ski-Equipment so gut in Sicherheit gebracht, dass es für zwei Tage lang unauffindbar blieb. Also borgte sich Rainer Schönfelder sämtliche Racing-Utensilien (mit Ausnahme der Skier) von Kollegen aus. Das schlussendliche Auftauchen seiner vermissten Reisetasche war - Comeback hin, Nicht-Nominierung her - bei weitem nicht der einzige Lichtblick auf der bisherigen Nordamerika-Tour: "Ich merke, dass ich im Slalom mit jedem Trainingslauf super Fortschritte mache und möchte meinen Coaches ein Kompliment machen: In Sun Peaks haben sie mir mit ihrem Totaleinsatz ein wirklich tolles Sondertraining ermöglicht." Und dass das Comeback in der Abfahrt aufgeschoben sei, sehe er entspannt: "Es kommt die Zeit, da wird niemand mehr über meinen Startplatz in der Abfahrt nachdenken müssen."

Auf dem richtigen Weg
Apropos entspannt sehen: Ab sofort ist Folge 17 seiner Comeback-Doku schoenfelder.tv zu online - die Verleihung des Brillen Award 2009 durch die Augenoptiker an Rainer Schönfelder. "Ich fühle mich noch immer sehr geehrt, weil es so viele großartige Persönlichkeiten gibt, die Brillenträger sind", sagt er. Letztlich hatte er sich beim Chef-Juror gegen ÖFB-Teamkapitän Paul Scharner als Preisträger durchgesetzt - alle Facts auf schoenfelder.tv. "Für meine Comeback-Doku habe ich, seit wir online sind, vor allem über Facebook tausend positive Rückmeldungen bekommen - ich bitte um Entschuldigung, dass ich kaum mit dem Lesen und schon gar nicht mit dem Beantworten nachkomme." Dass selbst der Bundespräsident bei der Verkündigung seiner Wiederkandidatur auf das Format Web-TV gesetzt hat, scheint ein Zeichen zu sein, dass Rainer Schönfelder nicht nur skifahrerisch auf dem richtigen Weg ist.

Die 17. Episode von schoenfelder.tv seht ihr hier: