Seit zwei Tagen kochen die Emotionen bei den deutschen Weltcup-Orten abseits von Garmisch-Partenkirchen hoch. Denn BR-Chefredakteur Sigmund Gottlieb hatte in einem Schreiben einen Sendestop für den Arber angekündigt, aus Kostengründen solle vom alpinen Weltcup nur noch aus Garmisch-Partenkirchen berichtet werden. Diese Überlegungen würden auch Ofterschwang betreffen, das sich in einem normalen Weltcup-Winter mit der Austragung der Damenrennen auf deutschem Boden mit Zwiesel am Arber abwechselt. Bis 2011 ist die Übertragung allerdings gesichert durch den laufenden Fernsehvertrag des DSV mit ARD und ZDF.

Kein TV - kein Weltcup
"Das Fehlen des Fernsehens wäre das Aus für die Weltcups außerhalb von Garmisch", erläutert Ernst Schneider, der die Veranstaltung am Arber mit ins Leben rief und seit über 30 Jahren als Organisator mit an Bord ist. "Die FIS setzt TV-Übertragungen voraus, daran hängen sich dann ja auch die internationalen Sender. Ohne Fernsehen ist der Weltcup tot - und damit stirbt auch vieles andere. Welcher Ehrenämtler setzt sich hier denn noch ein, wenn man so ein Event nicht mehr kriegen kann?", fragt er.



Hörmann stärkt Arber den Rücken
Inzwischen ist das Thema schon weniger heiß. Denn nicht nur Schneider zeigte wenig Verständnis für eine Fokussierung der alpinen Interessen auf WM-Gastgeber Garmisch, auch andere waren 'not amused'. DSV-Präsident Alfons Hörman stellte sich öffentlich hinter den Arber, Politiker und Rundfunkräte argumentierten für die Beibehaltung der aktuellen Sendepraxis. "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk muss seinem Sendeauftrag gerecht werden", meint auch Schneider und verweist auf ein Zitat des Namensvetters Siegfried Schneider, dem Bayerischen Medienminister. Der hatte gegenüber der Passauer Neuen Presse verlautbaren lassen, dass über die verschiedensten Sportarten aus dem ganzen Land im ganzen Land berichtet werde. Inzwischen ruderte auch Gottlieb zurück und BR-Intendant Thomas Gruber stellte klar, dass weiter berichtet werde.

Was passiert nach 2011?
Was bleibt also übrig von der Diskussion? Zunächst bleibt bis 2011 alles gleich, denn solange gilt der aktuelle Fernsehvertrag. Dann wird ein neuer Vertrag folgen und der DSV wird darin die Sender ARD und ZDF entweder erneut festlegen müssen - oder sich einen anderen Partner suchen. 2011 findet der Weltcup am Arber übrigens genau vor der Heim-WM statt, eine Generalprobe also, die auch wegen der Terminierung am Freitag und Samstag sehr reizvoll ist. "Wir wollen über das Kultusministerium wieder die Schulen angehen, um die Schülerinnen und Schüler an die Strecke einzuladen", verrät Schneider. Das Zuschauer- und Medieninteresse dürfte sehr hoch sein. 2012 ist etatmäßig wieder Ofterschwang an der Reihe, die Damen-Weltcuprennen auszutragen. Hoffentlich.