Die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel hatten es wieder in sich. Bereits zum 69. Mal rasten die Ski-Rennläufer die Streif und den Ganslern herunter. ski2b gibt einen Überblick über zahlreiche Geschichten, Tragödien und jede Menge Action in 2009.

Albrechts Sturz zeigt Risiko auf
Ein Jahr nach dem schweren Sturz des Amerikaners Scott Macartney wiederholte sich die Tragödie in Kitzbühel. Wie Macartney 2008 verlor Daniel Albrecht in diesem Jahr beim Zielsprung, obwohl leicht abgetragen, die Kontrolle und stürzte schwer. Seitdem liegt der Schweizer im künstlichen Koma, um dem lädierte Hirn und der Lunge Zeit zur Regeneration zu geben. Nach diesem Unfall wurden die Stimmen von zu viel Risiko im Ski-Weltcup laut. Letztendlich wissen die Sportler aber, dass ein gewisses Restrisiko nicht ausbleibt, wenn man mit über 130 Stundenkilometern auf zwei Skiern den Berg hinunter rast. Das musste auch TJ Lanning (USA) in der Abfahrt erleben. Er wurde in der Traverse auf dem Hausberg ausgehoben und riss sich bei dem Sturz ein Kreuzband.

Premierensiege für Kröll und Lizeroux
Einen Tag später stand dann aber doch wieder der Sport im Vordergrund. Im Super-G sicherte sich Klaus Kröll seinen ersten Sieg im Weltcup. Und das ausgerechnet bei den Hahnenkamm-Rennen vor heimischem Publikum mit drei gebrochenen Handwurzelknochen. Auch zwei Tage später stand ein Athlet das erste Mal ganz oben auf dem Treppchen. Im Slalom auf dem Ganslernhang sicherte sich Julien Lizeroux erstmals 100 Punkte für den Sieg.

Erster Iraner im Ski-Weltcup
Eine Premiere der anderen Art feierte Hossein Kalhor im Slalom. Der Vize-Weltmeister 2007 im Gras-Skifahren war der erste Iraner, der in der Geschichte des Weltcups an einem Rennen teilnahm. Dabei ließ sich der 24-Jährige im Ziel feiern, als ob er der Sieger wäre und verpasste als 56. und damit Vorletzter des ersten Durchgangs eine Fortsetzung seines Traumes. Der soll aber noch weitergehen. So hat sich Kalhor die Olympischen Spiele in Vancouver als Ziel gesetzt. Dort würde der Iraner aber keine Geschichte schreiben, denn 2006 startete Alidad Saveh Shemshaki schon für den Iran in Turin.

Defago fährt in Favoritenrolle
Beim Rennen auf der legendären Streif raste Didier Defago in der Abfahrt in die Favoritenrolle für die Weltmeisterschaft in Val d’Isère (FRA). Nur eine Woche nach seinem Sieg beim Klassiker in Wengen (SUI) kam der 31-Jährige auch auf der vereisten Piste in Kitzbühel am besten zurecht. Immer wieder galt Defago als Favorit, konnte aber seine Leistung nie konstant auf ganz hohem Niveau abrufen. Nun scheint der Knoten beim Schweizer endgültig aufgegangen zu sein.



Kombi mit wenig Resonanz
Schon in der Abfahrt konnten zahlreiche Favoriten nicht das zeigen, was die Experten und sie selbst von sich verlangen. Bode Miller, der die Hahnenkamm-Kombination bereits zweimal gewinnen konnte, schied im Slalom genauso aus wie Benjamin Raich, sodass der Weg frei war für Silvan Zubriggen. Der Schweizer übernahm damit auch die Führung im Disziplinen-Weltcup. Dank Platz zwei in der Wertung, in der nur elf Athleten gewertet wurden, übernahm Ivica Kostelic die Führung im Gesamtweltcup.

Deutsche Bilanz wieder ernüchternd
Bei so wenigen Startern in der Kombination, fragt man sich, warum der Deutsche Skiverband keinen Athleten ins Rennen geschickt hat. An der Abfahrt nahm nur Stephan Keppler teil, als 28. auch durchaus mit Erfolg. Andreas Strodl erreichte auf der Streifalm im Super-G als 24. ebenfalls die Punkte. Im Slalom schied Felix Neureuther bereits zum sechsten Mal aus, davon viermal in seiner Paradedisziplin Slalom. Auch Stefan Kogler kam nicht ins Ziel, sodass die Bilanz vor den Heimrennen am nächsten Wochenende ernüchternd ausfällt. Die Techniker haben beim Nachtslalom in Schladming am Dienstag (27.1.) aber noch die Möglichkeit, sich zu rehabilitieren.