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Nach den zahlreichen Technikrennen mussten in Zauchensee wieder die langen Ski erhalten. Dabei drückten Lindsey Vonn und Anja Pärson den Rennen ihren Stempel auf. Beide gewannen einen Wettbewerb und wurden einmal Dritter. Für Maria Riesch lief es nicht wie gewünscht und sie büßte die Gesamtführung im Weltcup ein.

Arbeitsgerät auf einmal einen halben Meter länger
Nach fünf Technikrennen in Folge mussten sich die Damen in Altenmarkt-Zauchensee erst einmal wieder an Geschwindigkeit und die anderen Verhältnisse gewöhnen. Neben den Trainingsläufen, gab es in der Super-Kombination auch die Chance, die Ski, die im Vergleich zu den Slalom-Carvern gut einen halben Meter kürzer sind, unter Rennbedingungen zu testen. Für die Spezialistinnen gab es sogar noch den Vorteil, dass auf der selektiven Weltcupstrecke in Zauchensee eine komplette Abfahrt absolviert wurde, sodass den kombinierenden Speed-Spezialistinnen Vorteile eingeräumt wurden. Da aber mit Lindsey Vonn, Anja Pärson und Maria Riesch ohnehin drei der besten Skirennläuferinnen in allen Disziplinen gewinnen können, fiel diese Tatsache nicht ins Gewicht. Und am Ende platzierte sich mit Kathrin Zettel sogar eine ausgewiesene Technikerin auf dem zweiten Rang. Den Sieg sicherte sich Lindsey Vonn, die nach der Abfahrt, bei der sie nach dem ersten Sprung beinahe gestürzt wäre, auf dem dritten Platz lag. Maria Riesch, eine Hundertstel schneller als Vonn, fädelte auf dem Weg zur Bestzeit ein. Anja Pärson, die hinter der Überraschungsschnellsten Larisa Yurkiw aus Kanada Zweite nach der Abfahrt war, fiel im Finale noch auf den dritten Rang zurück. Probleme mit der Umstellung sah man bei den Top-Athleten kaum.

Vonn und Riesch mit unsicherer Abfahrt
Diese stellten sich dann aber bei der Spezial-Abfahrt ein. Maria Riesch hatte insbesondere bei Sprüngen einige Probleme, sah man sie dort wild mit den Armen rudernd. Die Souveränität aus den Slalomrennen fehlt ihr hier noch. Auch die beste Abfahrerin derzeit Lindsey Vonn gab nicht wie gewohnt Gas und wusste anschließend, wo sie die entscheidenden Zehntel liegen gelassen hatte: "Ich weiß, dass ich ein bisschen zurückhaltend über den ersten Sprung gegangen bin. Aufgrund der Vorfälle von gestern, habe ich nicht genug an mich geglaubt." Da Riesch nicht über den siebten Rang hinaus kam, übernahm Vonn nach Rang drei wieder die Gesamtführung im Weltcup: "Es liegt noch ein großer Rest der Saison vor uns, aber es ist schön, an dieser Stelle wieder in Führung zu sein. Ich weiß aber auch, dass mir Maria und Anja auf den Fersen sind." Anja Pärson bewies auch in der Abfahrt, dass sie in diesem Winter langsam aber sicher zu alter Stärke zurückfindet und raste zum Sieg.

Premiere für Gisin mit verpatztem Start
Den musste sich die Schwedin mit Dominique Gisin teilen. Die Schweizerin feierte in Österreich ihren ersten Weltcupsieg. Zuvor stand die 23-Jährige erst einmal überhaupt auf dem Weltcuppodium. Vor zwei Jahren wurde sie in der Abfahrt an selber Stelle Zweite. Allerdings hätte die Engelbergerin den Triumph durchaus alleine feiern können. Am Start löste sie die Zeitmessung zu früh aus und ließ so eventuell die entscheidende Hundertstel zum Solosieg liegen. Vom verpatzten Start angestachelt raste sie dann aber zur Bestzeit und freute sich zusammen mit Pärson über den ersten Platz.



Keine Chance auf Titelverteidigung
Für Maria Riesch lief das Wochenende eher schlecht, auch wenn der siebte Rang in der Abfahrt das mit Abstand beste Resultat der Deutschen in Zauchensee war. Vorher konnte sie in fünf Weltcuprennen mit Rang 26 dort überhaupt erst einmal Punkte einfahren. Durch das Ausscheiden in der Super-Kombination ist die Titelverteidigung nicht mehr möglich. Da nur drei Kombinationen in diesem Winter ausgetragen werden, hat die 24-Jährige keine Chance mehr, die kleine Kristallkugel erneut zu gewinnen.

Vonn will Cortina zum Punkten nutzen
In dieser Woche sollte bei den Damen dann die Sicherheit auf den langen Brettern endgültig zurückkehren. Im italienischen Cortina d'Ampezzo warten gleich drei Speed-Rennen auf den Weltcup-Tross. Die Titelverteidigerin und neue Gesamtführende hat sich dafür einiges vorgenommen: "Ich hoffe, dass ich in den nächsten Speed-Rennen eine kleine Lücke reißen kann", will Lindsey Vonn ihr Punktekonto kräftig auffüllen.