Andrej Jerman hat im zweiten und letzten Abfahrtstraining in Wengen die Bestzeit eingefahren. Der Slowene kam wie schon im ersten Training, als er Zweiter wurde, hervorragend auf dem Lauberhorn zurecht und benötigte für die längste Weltcup-Abfahrt der Welt 2:32,17 Minuten. 23 Hundertstel langsamer war der Italiener Peter Fill. Weitere 27 Hundertstel dahinter platzierte sich Erik Guay aus Kanada auf dem dritten Rang.

Kröll stürzt im Hanneggschuss
Auf der Jagd nach der Bestzeit auf dem Lauberhorn sorgte Klaus Kröll für den ersten negativen Höhepunkt. Der österreichische Speed-Fahrer, der in dieser Saison bei den vier ausgetragenen Abfahrten immer in den Top Sechs zu finden war, stürzte am Ende des Hanneggschuss’. Dabei verletzte sich der 28-Jährige an der Hand und könnte schlimmstenfalls einen Mittelhandbruch erlitten haben. Damit reißt das Verletzungspech im ÖSV-Team nicht ab. Didier Cuche, der im ersten Training Schnellster war, musste seinen Trainingslauf wegen des Sturzes unterbrechen und hatte so keine Chance, Jerman von der Spitze zu verdrängen.

Favoriten alle in den Top 20
Die Favoriten bissen sich an der Zeit des Slowenen alle die Zähne aus beziehungsweise zeigten nicht ihr volles Potenzial. So lag der Sieger von 2007 und 2008 Bode Miller fast zwei Sekunden hinter der Bestzeit zurück, was heute Platz 17 bedeutete. Auch die anderen Podestanwärter reihten sich in den Top 20 ein. So wurde Michael Walchhofer als schnellster Österreicher den fünften Rang in 2:32,93 Minuten. Dahinter platzierten sich Christoph Gruber, ebenfalls Österreich, Marco Büchel (LIE) und Manuel Osborne-Paradis (CAN). Aksel Lund Svindal (NOR) wurde hinter Hermann Maier (AUT) 15.



Deutsche fahren weiter hinterher
Anders als noch beim ersten Training, als sich zumindest Stephan Keppler als 28. in den Top 30 platzieren konnte, fuhren die Deutschen im zweiten Training alle an den potenziellen Punkterängen vorbei. Bester war aber erneut Stephan Keppler, der in der Zeit 2:35,12 Minuten 32. wurde. Andreas Strodl wiederholte ebenfalls den zweiten Rang im internen DSV-Ranking als 41. (+3,77 Sekunden auf Jerman). Für die anderen drei deutschen Abfahrer Peter Strodl (45.), Tobias Stechert (51.) und Hannes Wagner (63.) wird es schwer, am Samstag im Lauberhorn-Klassiker in die Punkteränge zu fahren.

Berthod muss Super-Kombination auslassen
Aufgrund von Rückenschmerzen musste Marc Berthod auch das zweite Abfahrtstraining auslassen und kann so nicht in der morgen stattfindenden Super-Kombination an den Start gehen. Der Schweizer wird in Wengen so nur am Sonntag (18.01.) im Slalom auf die Piste gehen, wo es für ihn noch um ein möglichers WM-Ticket geht.