Bereits seit 1969 finden Abfahrtsrennen auf der Saslong statt. Seitdem wurden viele Helden geboren und zahlreiche Geschichten geschrieben. Natürlich darf die Weltcup-Strecke mit den berühmtesten Kamelbuckeln der Welt auch in diesem Winter nicht im Rennkalender fehlen.

Erfahrung in Gröden gefragt
Dabei sind für die Herren am Mittwoch und Donnerstag naturgemäß zwei Trainingseinheiten auf der Saslong angesetzt. Am Freitag steht dann zunächst der Super-G auf dem Programm. Schon da werden die besten Skirennläufer komplett gefordert. Im vergangenen Jahr bestand das Super-G-Podium nur aus erfahrenen Athleten. Den Sieg sicherte sich Didier Cuche. Der Schweizer, der in der anschließenden Abfahrt Zweiter wurde, gewann vor seinen Markenkollegen Bode Miller und Marco Büchel. Alle drei zählen auch in diesem Winter zu den Favoriten auf den ersten Platz. Das rote Trikot des besten Super-G-Fahrers der Saison trägt aber ein anderer. Hermann Maier führt nach zwei Rennen, von denen er eins gewann und eins als Zweiter beendete. Gerade der Österreicher hat schon viele spektakuläre Kapitel in seiner Karriere geschrieben und könnte mit einem Erfolg in Gröden ein weiteres hinzufügen, zumal der Herminator auf der Saslong noch nie gewinnen konnte.

Svindal das Maß der Dinge
Auch Aksel Lund Svindal, der in Beaver Creek (USA) mit zwei Siegen ein eindrucksvolles Comeback gefeiert hat, stand beim italienischen Klassiker noch nicht ganz oben auf dem Treppchen. Der Norweger ist nach den letzten Resultaten schon wieder das Maß der Dinge im Gesamtweltcup und in der Abfahrtswertung und will diese natürlich verteidigen. Zu den anderen Favoriten im Super-G zählen die beiden Kanadier John Kucera und Erik Guay sowie Didier Defago und Michael Walchhofer.

Walchhofer einer von drei Doppelsiegern
Walchhofer ist einer von nur drei Skirennläufern, die in Gröden sowohl den Super-G als auch die Abfahrt gewinnen konnten. Nach seinem Super-G-Triumph 2004 reihte sich der Österreicher mit seinem Abfahrtssieg im vergangenen Jahr neben Pirmin Zurbriggen (SUI, SG 1983, DH 1989) und Lasse Kjus (NOR, SG 2003, DH 1998) ein. Allerdings stehen sieben Super-G- auch 46 Abfahrtsrennen gegenüber. Bei seinem Sieg durchbrach Walchhofer seine 'schwarze' Serie, denn er wurde zuvor schon viermal Zweiter in Gröden. Walchhofer hat also eine ganz spezielle Beziehung zur Saslong und möchte diese dieses Jahr nutzen, um einen weiteren Weltcup-Sieg einzufahren.



Schweizer warten seit 1992
Während Walchhofer die sieglose Abfahrtszeit in Gröden für Österreich beenden konnte, warten die Schweizer weiter auf ihren ersten Erfolg seit 1992. Dort war es William Besse, der die Kamelbuckel, bei denen Sprünge über 80 Meter normal sind, am besten meisterte. Neben dieser Schlüsselstelle, die von den Athleten jede Menge Mut verlangt, sind auch die Ciaslat-Wiesen ein mitentscheidendes Kriterium. Die Ciaslat ist eine Kurvenpassage mit zahlreichen Wellen.

Italiener hoffen auf Fill und Co.
Ein anderer Faktor, der bei den traditionsreichen Rennen zwischen Sieg und Niederlage unterscheidet, ist die Erfahrung. Mit dieser kann Shooting-Star Carlo Janka nicht aufwarten. Der Schweizer raste unbekümmert in den vergangenen Rennen in die Weltspitze und möchte sich auf diesem Weg auch von den Kamelbuckeln nicht bremsen lassen. Auch Peter Fill, der seit 2002 im Weltcup unterwegs ist, fehlt noch die nötige Konstanz, um endgültig zu den Top-Fahrern zu gehören. Die Italiener hoffen aber, dass er der erste Italiener seit Kristian Ghedina 2001 ist, der für einen Heimsieg auf der Saslong sorgen kann. Christof Innerhofer, Werner Heel und Patrik Staudacher sind die anderen Hoffnungsträger.

Strodl mit offener Rechnung - Wagner gibt Weltcup-Debüt
Die Deutschen versuchen sich mit Andreas und Peter Strodl, Stefan Keppler und Hannes Wagner auf der Saslong. Dabei gibt Wagner sein Weltcup-Debüt, bei dem er Erfahrung sammeln soll. Peter Strodl wird wie Keppler in beiden Rennen starten und hat dafür einen besonderen Wunsch: "Ich will in Gröden die nächsten Chancen nutzen, wieder zu punkten, um baldmöglichst unter den besten Dreißig starten zu können. Mit Gröden habe ich noch eine Rechnung offen - im letzten Jahr bin ich im Super-G nicht lange im Rennen geblieben. Das will ich heuer besser machen." Der letzte Weltcup-Sieg der DSV-Herren im Speed-Bereich wurde in Gröden gefeiert. Max Rauffer gewann 2004 als Erster und bisher Letzter die Abfahrt über die Kamelbuckel. Eins steht schon vor dem Training am morgigen Mittwoch fest. Derjenige, der die Saslong am Schnellsten bezwingen will, braucht jede Menge Mut, um die berühmtesten Kamelbuckel der Welt zu bezwingen.

Die Rennen in Gröden auf einen Blick:
19.12.2008, Freitag, Super-G 12.15 Uhr
20.12.2008, Samstag, Abfahrt 12.15 Uhr

Von den Mutproben in Gröden berichten wir natürlich im ski2b-Liveticker!