1993 war Cuche in Bormio erstmals am Start, mit Startnummer '50-Irgendwas' fuhr der Schweizer sechs Sekunden hinter der Bestzeit her. 2008 kehrte er nach Bormio zurück und bekam die Abfahrtskugel überreicht - kampflos, nachdem das letzte Rennen nicht stattfinden konnte und somit das Duell mit Bode Miller ausblieb.


Schnee zu weich für ein Rennen
"Das ist der härteste Weg für ihn zu verlieren und wohl nicht der beste für mich, um zu gewinnen. Letztlich ist es für mich gut ausgegangen", so Cuche, der für die Absage der Abfahrt aber Verständnis zeigte. "Ich habe die Strecke besichtigt und konnte keinen normalen Schwung machen, ich musste abrutschen, weil der Schnee so weich war. Wenn man da mit zwei oder drei G ein Schwung macht, sinkt man da ganz tief ein." Für den kommenden Super-G hat Cuche noch nicht alle Hoffnung aufgegeben:"Wenn es nachts kälter wird und wir etwas früher fahren, dann könnte es gehen," so der beste Abfahrer des Jahres. "Dann wird es interessant - ich freue mich darauf!"

Kugel gewonnen - Helm geklaut
Mit einem 17. Platz ging es los. "Ich habe immer an meine Fähigkeit geglaubt, schnell zu fahren und Rennen zu gewinnen," so Cuche, der dann eine sehr konstante Abfahrtssaison hinlegte und dank der Top-Ergebnisse in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom auch um die große Kugel kämpfte. "Ich habe dreieinhalb gute Disziplinen - Bode hat fünf. Das ist mein Fehler. Aber die Gesamtwertung habe ich nicht im Visier, ich konzentriere mich auf den Super-G," stellte Cuche klar. Der musste bei der Siegerehrung auch eine negative Erfahrung machen: "Jemand hat meinen Helm gestohlen. Ich habe noch einen - aber das war mein Lieblingshelm." Der Schweizer bot sogleich 2.000 Euro 'Finderlohn' an, um seinen Helm zurückzubekommen.

"Wir haben Stephan und Finlay verloren"
Auch zum Thema Sicherheit wollte Didier Cuche nicht schweigen. Im Rückblick auf die Bein-Amputation von Matthias Lanzinger machte er deutlich: "Solange wir Athleten keine Macht gegenüber FIS und der Rennleitung haben, wird sich nichts ändern. Ein Beispiel: Der Zielsprung in Kvitfjell, der war viel zu lang. Wir haben das alle gewusst und gesagt und es ist nichts passiert. Bode hat das gewusst, und ist aufgestanden, ich hab es auch so gemacht. Aber es ist nichts passiert. Und was ist das Ergebnis: Wir haben Stephan (Keppler, Anm. d. Red.) verloren mit Kreuzbandriss und Finlay (Mickel, Anm. d. Red.) wegen seiner Achillessehne. Günter Hujara weiß, wie ich denke. Mir geht es um die Sicherheit."