Nur noch sechs Weltcup-Rennen sieht der FIS-Kalender für die Saison 2007/2008 vor, die letzten beiden vor dem großen Finale in Bormio stehen in Kranjska Gora (SLO) an. In Slowenien wird klassischerweise ein Riesenslalom und ein Slalom gefahren.

Ein Hang für Benni Raich
Kranjska Gora ist ein anspruchsvoller Hang und vor allem im Riesenslalom eine Sache für die Top-Techniker. Besonders Benni Raich hat hier gute Erfahrungen gesammelt: Im letzten Jahr gab es Platz eins und zwei für den Pitztaler, der damit im Duell gegen Aksel Lund Svindal ordentlich vorlegte. Insgesamt vier Riesenslalom-Siege in Slowenien kann Raich seit 2001 vorweisen, dieser Hang liegt ihm wie kaum ein anderer. Und 2008 hat Raich einen ähnlichen Erfolg nötiger als je zuvor. Im Gesamtweltcup verlor er in Kvitfjell den Anschluss an Miller und Cuche und kann nur bei zwei Top-Ergebnissen wieder ins Rennen um die große Kugel einsteigen.


Alles offen im Riesenslalom
Mit einem Top-Ergebnis im Riesenslalom könnte Raich wenigstens seine Führung in dieser Disziplin festigen. Derzeit liegt er mit 308 Zählern nur 23 Punkte vor Ted Ligety aus den USA. Der Amerikaner ist noch ohne Sieg in diesem Winter, dafür aber einer der konstantesten Riesenslalom-Fahrer der Saison. Gut im Rennen liegt auch Manfred Mölgg (ITA), der 41 Punkte Rückstand aufweist. Zudem wird Daniel Albrecht nach seinem Ausfall in Vancouver wieder ein gutes Ergebnis vorlegen wollen. Er muss 50 Punkte auf Raich gutmachen. Mit diesen Topfahrern ist die Entscheidung um die kleine Kugel noch völlig offen, doch wenn Raich seinen Lieblingshang entsprechend nutzt, kann er eine Vorentscheidung in Slowenien erzwingen. Mit einer kleinen Kristallkugel würde sein Saisonfazit wohl versöhnlich ausfallen.

Grange gegen Matt - fällt die Entscheidung?
Mit Mut und enormen Risiko carvte Jean-Baptiste Grange im zweiten Saisondrittel zur klaren Führung im Slalom-Weltcup. Doch beim letzten Rennen in Zagreb spürte der Franzose, das nun der Druck auf ihn steigt. Grange ist der Gejagte - und sein Jäger ist niemand Geringerer als Weltmeister Mario Matt. Über welche Nervenstärke Matt verfügt, bewies er in Kroatien, als er trotz 20.000 pfeifender Zuschauern den Sieg einfuhr und damit bis auf 57 Zähler an Grange heranrückte. Ein Ausfall ist im Slalom schnell passiert und kann diesen Wert auch rasch drehen. Aber natürlich hat Grange in Slowenien auch die Chance, die Kugel vorzeitig für sich zu sichern - er muss Matt nur 44 Punkte abnehmen. Rechnerisch ist auch Manfred Mölgg im Slalom noch gut im Titelrennen, der Italiener weist derzeit 71 Punkte Rückstand auf.

Wer gewinnt das Rennen?
Doch im Slalom gibt es mindestens zehn weitere Sieganwärter, die Tagesform wird hier den Ausschlag geben. Auf ein weiteres Top-Ergebnis hofft nicht nur Felix Neureuther, sondern auch Julien Lizeroux (FRA), Ivica Kostelic (CRO), Reinfried Herbst (AUT) oder auch Benjamin Raich. Herbst, Kostelic und Lizeroux waren zuletzt in toller Form und könnten daher Vorteile haben. Ihre Leistung wird nicht zuletzt auch mitentscheidend für das Titelrennen sein, denn wenn Matt oder Grange sich Fehler leisten, werden sie bei der enormen Leistungsdichte gleich viele Plätze und damit Punkte verlieren.

Miller und Cuche: Jeder Punkt zählt
Für die beiden Führenden im Gesamtweltcup stehen zwei Disziplinen an, die nicht zu den stärksten gehören. Mit einer Ausnahme: Didier Cuche überzeugte beim Riesenslalom von Vancouver mit Platz zwei. Kranjska Gora weist allerdings eine andere Charakteristik auf, Cuche gilt nicht als Favorit. Im Slalom kann sich der Schweizer keine Punkte erhoffen. Bode Miller wird dagegen in beiden Disziplinen versuchen, möglichst wenig zu verlieren. In seiner aktuellen Form sind dem Amerikaner TopTen Ergebnisse durchaus zuzutrauen - und vielleicht kann er sogar noch mehr zeigen.

DSV: Hoffen auf Neureuther
In den technischen Disziplinen ruhen die deutschen Hoffnungen wie üblich nur auf Felix Neureuther. Im Slalom ein Siegfahrer fehlt dem Partenkirchener im Riesenslalom noch ein Erfolgserlebnis in Form von Punkten. In Vancouver bestand wegen der weichen Piste dazu keine Chance, solange er keine 400 Punkte im Weltcup aufweist, muss Neureuther weiter am Ende des Feldes starten. Fritz Dopfer wird zudem im Riesenslalom antreten. Im Slalom sind Christian Wanninger und Stefan Kogler mit von der Partie, da Alois Vogl immer noch gesundheitsbedingt passen muss.

Das Programm:
Samstag, 8.03.2008: Riesenslalom
1. DG: 10:00 Uhr, 2. DG 13:00 Uhr

Sonntag, 9.03.2008: Slalom
1. DG: 9:00 Uhr, 2. DG 12:00 Uhr