Nachdem das alpine Skijahr für die Herren in Adelboden begonnen hatte, ging es weiter ins schweizerische Wengen. Dort stand ihnen mit Super-Kombination, Slalom und der traditionellen Lauberhorn-Abfahrt ein umfangreiches Programm bevor. Allerdings konnte aufgrund der Wetterlage die Abfahrt nicht wie geplant am Samstag, sondern erst am Sonntag durchgeführt werden. Der Spannung in den einzelnen Wettbewerben schadete dies allerdings nicht.

Grange stürmt in der Kombi von 27 auf eins
Zum Auftakt des Rennwochenendes in Wengen bewies der Franzose Jean Baptiste Grange in der Super-Kombination, dass er sich derzeit in einer Top-Form befindet. Nach der verkürzten Abfahrt auf Position 27 liegend, setzte er im Slalomdurchgang die Bestmarke, die bis zum letzten Starter niemand mehr unterbieten konnte. Auch Daniel Albrecht (SUI) und Bode Miller (USA), die nach dem Speed-Durchgang noch deutlich vor ihm lagen, schafften es nicht, den Franzosen zu übertrumpfen und belegten hinter ihm die Plätze zwei und drei. Dabei hatte zuvor ein Fahrer in allen Teilbereichen der Speed-Strecke wirklich glänzen können: Didier Cuche legte klar die beste Zeit hin und empfahl sich damit als Favorit für die Spezialabfahrt am 13. Januar. Anschließnd verzichtete er jedoch auf einen Start im Slalom.


Zweiter Streich für Jean Baptiste Grange
Am Samstag, den 12. Januar, ging es dann nach der neuen Agenda weiter mit dem Slalom. Heftiger Schneefall sorgte für erschwerte Bedingungen. Wieder war es Jean Baptiste Grange, der damit am besten zurecht kam. Schon in Durchgang eins schien er vom Sieg des Vortags beflügelt und war Schnellster auf dem Jungfrau-Hang. Auch der Finallauf bereitete ihm - im Gegensatz zu vielen Favoriten - keine Probleme und er siegte in einer Zeit von 1:36,25 Minuten vor dem Schweden Jens Byggmark und dem US-Amerikaner Ted Ligety, der die Laufbestzeit erreichte. Viele Top-Stars hingegen schafften es erst gar nicht erst bis ins Ziel. Dazu gehörten auch die Österreicher Benjamin Raich und Mario Matt sowie die Skandinavier Markus Larsson und Kalle Palander. Für eine Überraschung sorgte Bode Miller, der nach zuletzt vielen Ausfällen den Slalom auf Rang fünf beendete. Auch Giorgio Rocca kündigte mit dem achten Platz sein Comeback im Slalom an.


Video-Interview mit Jens Byggmark


Miller verteidigt Lauberhorn-Sieg
An Tag drei schlug dann die große Stunde des Bode Miller. Der Vorjahressieger hatte bereits am Freitag und Samstag mit den Plätzen drei und fünf gezeigt, dass ihm das Gelände liegt. Für die Abfahrt war der US-Amerikaner neben seinem Markenkollegen Didier Cuche also der Top-Sieganwärter. Seine Klasse konnte Bode Miller beim Ritt am Lauberhorn dann auch voll ausspielen. Egal ob Hundschopf, Brüggli-S, Haunegg-Schuss und Ziel-S - auf der gesamten Strecke fuhr Miller am Limit und unterbot die von Manuel Osborne-Paradis bis dahin gezeitete Bestmarke um sagenhafte 1,33 Sekunden. Der Kanadier wurde am Ende Dritter. Nur Didier Cuche konnte sich mit Startnummer 22 noch auf Rang zwei zwischen die beiden schieben. Allerdings hatte auch der Lokalmatador 65 Hundertstel Rückstand auf Miller.


Video-Interview mit Bode Miller


Keine Top Ten Platzierung für Neureuther
Die deutsche Beteiligung an den Rennen in Wengen war eher spärlich. Da Alois Vogl aufgrund von gesundheitlichen Problemen auf einen Start verzichtete, lagen die Hoffnungen im deutschen Team auf Felix Neureuther, der in dieser Saison schon einige Top-Platzierungen feiern konnte. Aber in Wengen gelang es ihm nicht, sein Potenzial umzusetzen. Nach dem ersten Durchgang noch auf Position acht liegend, schlichen sich im zweiten Lauf einige Fehler ein und er fiel auf Platz 20 zurück. Stefan Keppler strich in der Abfahrt als einziger Deutscher auf Rang 29 Weltcup-Punkte ein.

Raich im Weltcup weiter vorn
Trotz seines Patzers im Slalom führt Benjamin Raich nach wie vor im Gesamtweltcup mit 690 Punkten vor Bode Miller (611), der mit seinen Leistungen deutlich Boden gut machen konnte. Auf Rang drei liegt momentan Didier Cuche mit 605 Zählern. Schon am kommenden Wochenende geht es vom 18. bis zum 20. Januar weiter mit den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel, bei denen ebenfalls wieder mit spekatulären Szenen zu rechnen sein wird.