Didier Cuche hat im norwegischen Kvitfjell endlich seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Der Schweizer gewann mit einer Zeit von 1:28,51 Minuten ein Rennen, das mehr als 90 Minuten unterbrochen war. Zweiter wurde bei dieser verrückten Abfahrt Erik Guay (+0,06) vor Marco Büchel (+0.29). Cuche sicherte sich damit auch den Abfahrtsweltcup.

Erstes Teilrennen mit elf Athleten
Das Wetter hatte den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der ursprünglich anvisierte Starttermin von 11:30 Uhr konnte aufgrund von Schneefall, Nebel und Wind nicht eingehalten werden. Bei schlechten Bedingungen wurden aber dennoch ab kurz nach 12 Uhr die ersten Elf der Startliste auf die Piste gelassen. Bestzeit fuhr dabei Marco Sullivan. Der Amerikaner wurde mit einer Zeit von 1:30,67 Minuten gestoppt. Patrik Järbyn ging als Dritter ins Rennen und signalisierte trotz Bestzeit im Ziel, dass die Sicht zu schlecht sei, ein faires Rennen auszutragen. Mit Startnummer zehn wäre Andreas Buder beinahe beim Zielsprung gestürzt, da er sich nicht mehr richtig orientieren konnte. Nach Klaus Kröll unterbrach FIS-Renndirektor Günther Hujara dann endlich, bevor noch Schlimmeres passieren konnte.

Sullivan rutscht auf Rang 46 zurück
Danach hatte es alles andere als nach einer Wiederaufnahme des Rennens ausgesehen. Immer wieder wurde der Starttermin aufgeschoben. Gegen 14 Uhr, mehr als 90 Minuten nach dem Abbruch, wurde das Rennen endlich wieder aufgenommen. Die Sicht hatte sich gebessert und nachdem die Helfer den Neuschnee halbwegs aus der Spur entfernt hatten, nahm Hans Grugger das Rennen als zwölfter Starter wieder auf. Die Pause hatte sich aber gelohnt. Die Zeiten bewiesen dies. Fast alle Athleten waren deutlich schneller als die elf Starter am Morgren. So wurde Marco Sullivan als Schnellster der ersten "Teilabfahrt" bis auf Rang 46 durchgereicht.

Spannender Schlagabtausch in der Entscheidung
Dennoch entwickelte sich ein spannendes Rennen. Bei einem Startintervall von einer Minute gingen die besten Abfahrer auf die Piste, sodass sich die Ereignisse quasi überschlugen. Zunächst lagen mit Didier Defago und Bruno Kernen zwei Schweizer zeitgleich in Führung. Die beiden wurden am Ende Siebte. Dann nutzte Peter Fill die halbwegs passablen Bedingungen und erreichte mit Bestzeit das Ziel. Die Zeit des Italieners hatte aber nur kurz Bestand, da Erik Guay sie sofort unterbot. Michael Walchhofer und Marco Büchel konnten Guays Zeit nicht toppen und reihten sich hinter dem Kanadier ein. Der beste Abfahrer des Winters Didier Cuche lag im ersten Streckenabschnitt zunächst auch zurück, sicherte sich aber durch ein starkes Finish noch seinen lang ersehnten ersten Saisonsieg. Für Cuche war es der erste Weltcup-Sieg seit dem 30. Januar 2004, als er in Garmisch-Partenkirchen gewann.

Clarey, Heel und Myhre rasen nach vorne
Dass die Entscheidung der Jury richtig war, bewiesen die Zeiten einiger Fahrer mit höheren Startnummern. So raste Johan Clarey (FRA) mit Startnummer 37 auf den sechsten Rang. Werner Heel (ITA) erreichte mit der 46 Platz neun und Lars Myhre (NOR) komplettierte als drittletzter Starter am Ende die Top Ten.

Stehle in den Punkten
Auch Johannes Stehle nutzte diese Pistenverhältnisse. Der DSV-Athlet, der als 56. auf die Strecke Olympiabakken gelassen wurde, sammelte als 24. weitere Weltcup-Punkte. Stephan Keppler, dem nach starkem Saisonbeginn etwas die Luft ausgeht, verpasste die Top 30 als 32. knapp.


Cuche sichert sich kleine Kristallkugel
Mit seinem Sieg hat Didier Cuche auch die kleine Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup sicher. Der Schweizer liegt mit nun 607 Punkten uneinholbar vor Marco Büchel (439) und Erik Guay (393), die sich in Lenzerheide beim Weltcup-Finale noch einen heißen Kampf um Platz zwei liefern werden. Im Gesamtweltcup konnte Aksel Lund Svindal seinen Rückstand auf Benni Raich wieder um 14 Punkte verkürzen. Der Norweger, der Elfter wurde, liegt dennoch 103 Zähler hinter Raich.