Jens Byggmark hat in Kitzbühel seinen ersten Weltcup-Erfolg gefeiert. Der Schwede setzte sich nach zwei starken Läufen mit einer Gesamtzeit von 1:43,74 Minuten durch. Zweiter wurde Mario Matt, Alois Vogl Dritter.

Gute Bedingungen auf dem Ganslern-Hang
Die Organisatoren in Kitzbühel hatten ganze Arbeit geleistet. Die Piste befand sich in einem sehr guten Zustand. Die Athleten hatten so in beiden Läufen nur mit dem Schneefall und sich selbst zu kämpfen. Felix Neureuther bestätigte nach dem ersten Duchgang, dass die Piste mit zunehmender Renndauer nicht schlechter wurde. Der Erste, der in den Stangenwald auf dem Ganslern ging, war Kalle Palander. Der Finne hatte allerdings einen großen Patzer in seinem Lauf, sodass er um den Finaleinzug bangen musste. Am Ende qualifizierte er sich als 30. so eben noch, durfte aber so auch den zweiten Durchgang eröffnen. Mit einem guten zweiten Durchgang verbesserte sich Palander sogar noch auf Rang 18.

Byggmark mit vollem Risiko
Als Zehnter ging Jens Byggmark auf die Piste. Der Schwede riskierte alles und fuhr einfach drauf los. Sein Erfolgsrezept ging auf, denn nach dem ersten Lauf lag er acht Zehntel vor Marc Berthod. Der Schweizer konnte im ersten Durchgang erneut überzeugen. Der drittplatzierte Benni Raich lag bereits mehr als eine Sekunde zurück. Allerdings versprachen die knappen Zeitabstände ein spannendes Finale. So lagen zwischen Berthod und Palander nur etwas mehr als 1,5 Sekunden.

Neureuther und Vogl im Gleischritt
Felix Neureuther zeigte ein weiteres Mal in diesem Winter seine Konstanz. Der Partenkirchener fuhr solide auf den achten Rang und hatte damit noch alle Chancen im zweiten Durchgang. Alois Vogl, der vom DSV trotz seiner Ausfallserie für die WM in Are nominiert wurde, ließ sich noch Luft nach oben, konnte sich aber nach souveräner Fahrt als 16. sicher für das Finale qualifizieren. Dort riskierte der Zwieseler mehr. Der deutsche Routinier hatte gut besichtigt und gewann an einer der Schlüsselstellen viel Zeit. "Im Finale muss ich den Übergang vom Steilhang in die Flachpassage wohl sehr gut erwischt haben", analysierte Vogl nach dem Rennen. Bis Mario Matt mit Laufbestzeit kam, blieb Vogl in Führung. Neureuther hatte im Finale keinen fehlerfreien Lauf und fiel zunächst auf Rang vier zurück. Aber außer Raich und dem späteren Sieger konnte ihn keiner mehr verdrängen, sodass Neureuther am Ende auf Rang sechs lag. "Ich freue mich so für Alois. Der könnte in jedem Rennen gewinnen", lobte Neureuther seinen Teamkollegen nach dem Rennen. Mit Platz drei rechtfertigte Vogl auch sein WM-Ticket: "Ich freue mich natürlich sehr, zumal auch Felix als Sechster weit vorne ist. Das ist uns gemeinsam bislang noch nicht in einem Rennen gelungen. Damit habe ich auch meine Nominierung für die WM gerechtfertigt."

Byggmark am Ziel seiner Träume
Als Letzter musste Jens Byggmark den Kampf mit den Stangen noch einmal aufnehmen. Allerdings hatte er einen komfortablen Vorsprung von 1,7 Sekunden auf Mario Matt. So war es nicht verwunderlich, dass der 21-Jährige auch nicht alles riskierte. Am Ende ließ er den Ski aber wieder ordentlich laufen und gewann völlig verdient den ersten Slalom von Kitzbühel. Nach Andre Myhrer und Markus Larsson ist Byggmark bereits der dritte Schwede, der in diesem Winter ganz oben auf dem Podium stehen durfte.

Zurbriggen von 14 auf vier
Ein gutes Finale zeigte auch Silvan Zurbriggen. Der Schweizer lag nach dem ersten Druchgang auf dem 14. Rang. Mit einem phänomenalen Schlussspurt und aufgrund einiger Ausfälle wurde er noch bis auf den vierten Platz nach vorne gespült. So schieden im Finale gleich sechs Fahrer, darunter auch Marc Berthod, Daniel Albrecht und Manfred Pranger, aus. Im ersten Lauf hatte es einmal mehr Bode Miller erwischt. Der Amerikaner wollte den 20.000 Zuschauern zwar noch eine Zugabe geben und stieg zurück. Nachdem er einen Ski verlor, war letztendlich ganz Schluss.

Gelungenes Comeback von Pranger
Ein gelungenes Comeback feierte Manfred Pranger. Bereits sechs Monate nach seinem Kreuzbandriss stand der Österreicher trotz Zweifel seiner Ärzte wieder am Start. Am Ende sammelte er mit Position zwölf Weltcup-Punkte. Ohnehin hatten die einheimischen Zuschauer große Freude an ihren Athleten, denn alle neun Österreicher qualifizierten sich für das Finale.


Byggmark übernimmt Führung
Mit seinem ersten Weltcup-Sieg hat Jens Byggmark mit 243 Punkten nun die Führung im Slalomweltcup inne. Benni Raich und Markus Larsson kommen auf 225 Zähler. Im Gesamtweltcup hat Aksel Lund Svindal den ersten Platz verteidigt. Der Norweger (745) führt vor Didier Cuche (677) und Bode Miller (640).