Der erste Super-G im italienischen San Sicario war ein Rennen ohne große Höhepunkte. Am Ende setzte sich einmal mehr in dieser Saison Renate Götschl durch. Die Österreicherin siegte in einer Zeit von 1:24,90 Minuten vor Lindsey Kildow und der überraschenden Dritten Christine Sponring.

Janyk bleibt am Ende nur Platz vier
Je länger der Super-G lief, desto klarer kristallisierte sich heraus, dass die drehende im Schatten liegende Waldpassage entscheidend war. Viele der Skirennläuferinnen verloren hier Zeit. Daher konnte sich Britt Janyk lange an der Spitze behaupten. Die Kanadierin war mit Startnummer zwei ins Rennen gegangen und holte die Zeit vor allem im Waldstück heraus, wo sie eine blitzsaubere Linie fuhr. Die Erste, die die Bestzeit von 1:25,83 Minuten angreifen konnte, war Kelly Vanderbeek, der am Ende nur eine Hundertstel fehlte. Ein Indiz dafür, dass das kanadische Team gut besichtigt hatte. Dennoch blieben für die beiden Kanadierinnen am Ende nur die Plätze vier und fünf.

Dritter Sieg im vierten Super-G der Saison
Aber das Rennen auf dem wenig selektiven Kurs der Fraiteve Olympique, der Olympiastrecke von 2006, war noch nicht gelaufen, auch wenn viele der Favoritinnen nicht in die Top Ten fahren konnten. Nadia Styger verschenkte beispielsweise eine bessere Platzierung mit zwei Fehlern in der schattigen Waldpassage. Nach dem oberen Teil war mehr drin als Platz 15. Auch die große Favortin Julia Mancuso verfehlte direkt die Podestränge. Erst Renate Götschl zeigte, was auf der Gleitstrecke noch herauszuholen war. Die 'Speed-Queen' fuhr nicht nur die engste Linie, sondern hatte mir 98,6 km/h auch den schnellsten Ski. Nach ihr lag Lindsey Kildow zunächst auf Kurs Bestzeit, aber eine geringere Geschwindigkeit und ein kleines Problem beim Zielsprung warfen die stark verbesserte Lindsey Kildow um neun Hundertstel zurück. Damit konnte Götschl den dritten Sieg im vierten Super-G der Saison feiern. Kildow wurde Zweite und schaut schon wieder nach vorne: "Ich war heute superschnell. Vielleicht kann ich bei der WM noch etwas schneller fahren."

Sponring rast auf den dritten Rang
Als alle schon dachten, das Rennen wäre gelaufen, raste Christine Sponring auf den dritten Platz. Mit dem zweiten Podestplatz ihrer Karriere meldet die Österreicherin nun auch Ansprüche auf ein WM-Ticket an. Auch Alexandra Meissnitzer zeigte sich verbessert und hat mit Platz sieben gute Karten für einen WM-Startplatz. Dagegen musste Andrea Fischbacher mit Rang 21 einen Dämpfer hinnehmen.

Stechert beste Deutsche
Nach dem Trainingssturz von Petra Haltmayr standen nur noch drei DSV-Athletinnen am Start. Maria Riesch war gut unterwegs, verpatzte ihren Lauf dann aber im Waldstück. "Ich habe im Mittelteil viel verloren. Ich wollte keinen Meter verschenken und habe voll attackiert. Bei einem Tor hat es mich dann zu weit weggedrückt", analysierte die 22-Jährige. Am Ende landete sie auf dem 19. Rang. Eine couragierte Fahrt zeigte mit Startnummer 44 Gina Stechert. Die 19-Jährige feierte mit Platz 16 ihr bisher bestes Weltcup-Ergebnis. Fanny Chmelar verpasste als 41. die Punkteränge. Bei Petra Haltmayr ist das verletzte Sprunggelenk immer noch geschwollen, sodass sie in San Sicario nicht mehr starten wird. Trotzdem hofft die Rettenbergerin auf die WM in Are.

Pärson geht lieber trainieren
Für eine gute Form in Are trainiert Anja Pärson. Die Schwedin lässt eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt in ihrer Heimat die Rennen in San Sicario lieber aus. Die zweifache Weltcup-Gesamtsiegerin sucht noch nach ihrer Bestform und bereitet sich nun lieber gezielt auf die Rennen in Are vor.


Gesamtweltcup wird zum Vierkampf
Nach ihrem 43. Weltcup-Sieg greift Renate Götschl nun auch in den Kampf um die große Kristallkugel ein. Im Gesamtweltcup liegt die Steierin nun mit 821 Punkten hinter der Führenden Marlies Schild (894), Nicole Hosp (852) und Julia Mancuso (826) in Schlagdistanz. In der Super-G-Wertung liegt Götschl weiterhin souverän mit 360 Zählern an der Spitze. Zweite ist Niki Hosp (220) vor Lindsey Kildow (210).