Renate Götschl und die Tofana-Piste im italienischen Cortina d'Ampezzo haben auch weiterhin eine besondere Beziehung zu einander. Die 'Speed-Queen' sicherte sich mit der Zeit von 1:31.14 Minuten bereits ihren zehnten Sieg in Cortina. Das Podium komplettieren Julia Mancuso als Zweite und überraschend Marie Marchand-Arvier.

Marchand-Arvier lange in Führung
Das Renngeschehen war zunächst bestimmt von den Rennläuferinnen mit den niedriegen Startnummern. Auf der knüppelharten und eisigen Piste setzte sich zunächst Daniela Merighetti mit Startnummer vier klar an die Spitze. Direkt nach ihr verbesserte aber Marie Marchand-Arvier die Bestzeit um acht Hundertstel. Mit zunehmender Renndauer weichte die Piste bei Plusgraden immer mehr auf, sodass die Bedingungen schlechter wurden. Erst Anja Pärson konnte die Zeiten der beiden Führenden gefährden. Die Schwedin verpasste Merighettis Zeit allerdings hauchdünn um zwei Hundertstel Sekunden.

Dramatisches Finale
Nach Pärson standen nur noch Julia Mancuso, Renate Götschl und Lindsey Kildow von den Favoritinnen am Start. Mancuso zeigte in beeindruckender Manier, wie stark sie derzeit in den Speed-Disziplinen unterwegs ist. Die Amerikanerin übernahm zunächst die Spitze. Nach ihr dann Renate Götschl: Die Österreicherin aus der Steiermark war schnell unterwegs, machte aber offensichtlich mehr Fehler als Mancuso. Dennoch unterbot Götschl die Bestzeit. Damit konnte nur noch Kildow Göstchl an ihrem historischem Sieg hindern. Die beste Abfahrerin der bisherigen Saison wurde mit der schnellsten Zwischenzeit gestoppt, ruschte dann aber über den Innenski weg und schied aus. Damit stand Götschl als Siegerin fest. Für sie war es nicht nur der 42. Weltcup-Sieg sondern auch der zehnte auf der Tofana - ein historischer Wert, denn dies hat kein anderer Athlet im Skizirkus jemals geschafft.

Erstes Podium für Marchand-Arvier
Für Marie Marchand-Arvier war es der erste Podestplatz im Weltcup überhaupt. Die 21-jährige Französin freute sich daher um so mehr. Auch Daniela Merighetti konnte eine ihrer besten Weltcup-Platzierungen feiern. Die Iatlienerin war nur im Riesenslalom von Are (SWE) 2003 besser, als sie Dritte wurde. Das Endergebnis zeigt auch, dass man mit Blick auf die WM in Are auch wieder mit Anja Pärson in der Abfahrt rechnen muss. Die Schwedin konnte unter den schweren Bedingungen stark fahren und wurde am Ende Fünfte.

Riesch als beste Deutsche auf Platz 20
Vom Deutschen Skiverband gingen drei Athletinnen an den Start. Petra Haltmayr kommt in der Abfahrt noch nicht so gut zurecht wie im Super-G. "Ich bin heute einfach nicht zum Fahren gekommen und habe zu viele Fehler gemacht. Das Ergebnis von gestern gibt mir allerdings Auftrieb", analysierte die Rettenbergerin das Rennen. Sie wurde am Ende nur 33. Auch Maria Riesch kam nicht so in Schwung wie am Vortag. Bei bedeckten, schattigen Bedingungen hat die 22-Jährige immer noch nicht genug Mut, um wieder voll zu attackieren. Dennoch war sie mit ihren beiden Auftritten zufrieden: "Im Vergleich zu den letzten Rennen habe ich hier eine positive Tendenz. Ich hatte mir zwar für die Abfahrt mehr vorgenommen, aber die Piste war schon sehr aufgeweicht. Das war für die hinteren Startnummern schwer." Riesch ging als 21. auf die Piste und landete am Ende auf Rang 20. Weltcup-Punkte gab es zudem für Gina Stechert, die auf dem 30. Rang im Endklassement geführt wird.


Kildow fällt zurück
Im Abfahrtsweltcup ist Lindsey Kildow nach dem zweiten Ausfall in Folge bis auf den dritten Rang zurückgefallen. An der Spitze liegt Renate Götschl. Die Steierin hat nun 425 Punkte auf dem Konto. Neue Zweite ist Julia Mancuso (346). Im Gesamtweltcup führt weiterhin Marlies Schild. Die Österreicherin kommt auf 881 Zähler. Nicole Hosp (828) sichert weiterhin die ÖSV-Doppelführung. Dritte ist Julia Mancuso (714).