Mit einer Sensation ist der Slalom der Herren in Adelboden zu Ende gegangen. Marc Berthod konnte sich zum Jubel der Schweizer sensationell den Sieg sichern. Das Podium komplettieren mit Benjamin Raich und Mario Matt zwei Österreicher.

Mit Startnummer 60 zum Sieg
Marc Berthod ging erst als 60. in den ersten Durchgang. Er trotzte den schlechten Pistenverhältnissen und konnte sich mit 55,14 Sekunden als 27. noch für das Finale qualifizieren. Damit hatte er den Vorteil, im Finale bereits als Vierter auf die Piste gehen zu können. Der 23-Jährige pulverisierte im zweiten Durchgang mit 52,28 Sekunden die Bestzeit von Mitja Dragsic (SLO). Danach begann für Berthod das lange Warten. Einer nach dem anderen konnte seine Zeit nicht unterbieten. Das Grinsen im Gesicht des Schweizers wurde immer breiter, bis er unter dem frenetischen Jubel der Eidgenossen, die lange auf einen Weltcupsieg warten mussten, als Erster feststand.

Larsson vergibt Führung
Schnell wurde im Finale deutlich, welch Husarenritt Berthod gelungen war. Vor allem im Steilhang hatte der Schweizer alles riskiert und damit alles gewonnen, denn viele der vor ihm Platzierten nahmen auf dem Kuonisbärgli in der entscheidenden Passage zu viel Schwung weg und verloren so eine Menge Zeit. Nach dem ersten Durchgang lag Markus Larsson an der Spitze (52,38). Der Vorsprung von 2,76 Sekunden hätte dem Schweden trotz der ausgefahrenen Piste und der schlechter werdenden Sicht reichen müssen. Er fiel am Ende sogar auf den fünften Rang zurück. Zweiter vor dem Finale war Benni Raich. Der 'Blitz aus Pitz' konnte seinen Platz verteidigen. Kalle Palander und Mario Matt tauschten die Platzierungen, sodass es Matt als Dritter auf das Podium schaffte.


Miller verliert Ski
Pech hatte Bode Miller. Beim Amerikaner löste sich ohne sein Verschulden ein Ski. Mit guter Koordination verhinderte er einen Sturz und fuhr locker auf einem Ski den Hang hinunter. Insgesamt forderte der Kuonisbärgli wieder zahlreiche Opfer. Bereits nach dem ersten Druchgang waren 22 Athleten ausgeschieden. Im Finale kamen noch einmal fünf dazu.

Vogl wieder ohne Resultat
Weiter ohne Top-Platzierung bleibt Alois Vogl. Der Deutsche wurde nach einem Einfädler im Finale disqualifiziert. Nach dem ersten Durchgang lag er auf dem 21. Rang. Im Finale attackierte Vogl und erzielte eine gute Zeit, die am Ende zu einem Platz in den Top Ten gereicht hätte. Felix Neureuther fuhr im ersten Durchgang clever und riskierte nicht alles. Mit Platz neun hatte sich der Partenkirchener eine gute Ausgangsbasis für den zweiten Lauf geschaffen. Nur eine artistische Einlage hielt ihn im Finale im Rennen. Dadurch fiel er im Endklassement bis auf den 18. Rang zurück.

Svindal im Gesamtweltcup weiter vorne
Nach vier Slalomrennen liegt Neureuther mit 99 Punkten auf dem zehnten Platz im Disziplinenweltcup. Vorne liegt dort nach wie vor Markus Larsson (225). Zweiter ist nun Benjamin Raich (180) vor Giorgio Rocca (150). Im Kampf um die große Kristallkugel hat Aksel Lund Svindal trotz seines Ausfalls immer noch die Nase vorne. Der Norweger hat 639 Zähler auf seinem Konto. Hinter ihm folgen Didier Cuche (571) und Bode Miller (540).