Mit seinem 25. Weltcupsieg hat der Österreicher Benjamin Raich seine Mini-Krise ad acta gelegt. Im Riesenslalom von Adelboden siegte er vor Massimiliano Blardone aus Italien und Aksel-Lund Svindal (NOR).

Neureuther verpasst Finale
Es war ein spannender Wettkampf auf dem Kuonisbergli. Der Schweizer Klassiker machte seinem Ruf als einer der schwierigsten Weltcup-Hänge alle Ehre. Viele Rennfahrer hatten vor rund 20.000 Fans auf dem eisigen und schon nach wenigen Fahrern mit vielen Schlägen versehenen Kurs große Probleme. Das musste auch der einzige deutsche Starter erfahren. Felix Neureuther ging mit Startnummer 27 ins Rennen. Kurz vor dem Zielhang unterlief ihm ein Quersteher, der viel Zeit kostete und den Deutschen auf Rang 40 zurückwarf. Damit fand das Finale ohne DSV-Fahrer statt.

Raich fährt Bestzeit
Für Benjamin Raich lief es besser. Nach zuletzt einigen Rennen ohne Podestplatz hatte er sich für Adelboden einen Sieg vorgenommen - und ließ dem auch Taten folgen. Im ersten Durchgang setzte er sich mit Laufbestzeit an die Spitze des Feldes, jedoch knapp gefolgt von Massimiliano Blardone (ITA) und dem Finnen Kalle Palander. Bis hin zu dem Kanadier Francois Bourque auf Platz sieben lagen die Führenden innerhalb einer Sekunde - und konnten sich so noch einige Hoffnungen auf einen Podestplatz machen.

Mölgg macht großen Sprung nach vorne
Doch im zweiten Durchgang sollte sich das Klassement noch einmal gehörig ändern. Ohne den Vorteil der niedrigen Startnummer hatten auch einige der großen Namen viele Fehler in ihrem Lauf. Als Zweiter startend holte Mario Scheiber (AUT) die beste Laufzeit, nach dem großen Rückstand aus Durchgang eins kam er aber dennoch nur an die 22. Position. Erst Manfred Mölgg kam annähernd an diese Zeit heran und verbesserte sich damit von Rang 18 auf Platz sechs.

Favoriten teils ohne Fortune
An Mölggs Marke scheiterten nachfolgend viele Fahrer. Riesenslalom-Spezialist Joel Chenal aus Frankreich knackte diese Zeit, aber Mitfavoriten wie Hermann Maier (AUT), Davide Simoncelli (ITA) oder Didier Cuche (SUI) blieben dahinter. Die besten Vier aus Lauf eins brachten aber schließlich genügend Polster mit auf die Piste.


Svindal führt weiter im Weltcup
Dabei war Aksel-Lund Svindal einmal mehr stark unterwegs. Er verbesserte sich auf Rang drei und behauptete damit seine Führung sowohl im Riesenslalom- als auch im Gesamt-Weltcup. Besser als er machten es nur Massimiliano Blardone und der Sieger Benjamin Raich. Raichs Fahrt, die viertbeste des Finales, war unter diesen Bedingungen eine beeindruckende Demonstration seiner wiedergewonnenen Stärke. Mit dem Sieg verbesserte er sich auch in der Riesenslalom-Wertung auf Rang vier. Im Gesamtweltcup liegt er als Fünfter aber noch weit hinter dem führenden Norweger zurück.

Bereits am 7. Januar 2007 steht für die Herren in Adelboden noch ein Slalom auf dem Programm.