Michael Walchhofer hat die erste Abfahrt der Herren in Bormio (ITA) gewonnen und damit die schwarze Serie von 13 sieglosen Rennen der österreichischen Herrenmannschaft beendet. Im Ziel lag Walchhofer nur eine Hundertstel vor Didier Cuche. Mit Mario Scheiber stand ein weiterer ÖSV-Athlet auf dem Podest.

Staudacher und Jerman überraschen
Das Rennen auf der legendären Stelvio-Piste in Italien war von Beginn an spannend. Gleich die beiden ersten Starter ließen es ordentlich 'krachen' und legten gute Zeiten vor. Patrick Staudacher eröffnete vor heimischem Publikum die Abfahrt und wurde mit 1:52,39 Minuten gestoppt. Danach unterbot Andrej Jerman (SLO) die Zeit direkt um sechs Hundertstel. Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner, dass diese beiden Zeiten am Ende für die Plätze vier und fünf reichen würden. Erst mit Startnummer 18 gelang es Mario Scheiber, an den beiden Führenden vorbei zu ziehen.

US-Team bleibt blass
Viele der Top-Favoriten machten auf der selektiven Piste Fehler und konnten so nicht um den Sieg mitfahren. Gröden-Sieger Steven Nyman kam wie bereits im Training nicht mit den Tücken der Stelvio zurecht und wurde am Ende nur 36. Damit verpasste er sogar die Punkteränge. Bode Miller, der wie Nyman bereits eine Abfahrt in dieser Saison gewann, rutschte weg und schied aus. Bester des US-Teams war am Ende Marco Sullivan auf dem 13. Rang. Auch Hermann Maier (AUT) konnte nicht überzeugen. Der Österreicher wirkte bei seinem Lauf nicht topfit und rangierte im Endklassement auf Position 23. Sein Teamkollege Fritz Strobl, der das Training dominierte, hatte vor allem in der Traverse Probleme und musste sich letztendlich mit Platz neun zufrieden geben.

Herzschlagfinale zwischen Cuche und Walchhofer
Der bisher beste Abfahrer der Saison ist Didier Cuche. Der Schweizer blieb als Erster unter 1:52 Minuten und sah schon wie der Sieger aus. Als 30. ging dann Michael Walchhofer ins Rennen. Der Österreicher hatte bei seiner Fahrt Licht und Schatten. Vor allem im Mittelabschnitt konnte er der guten Linie Cuches nicht folgen. Im Zielhang bewies er dann aber seine Qualitäten und wurde mit 1:51,90 Minuten gestoppt. Damit unterbot er die Bestzeit um eine Hundertstel. Im Ziel konnte Walchhofer die knappe Entscheidung nicht fassen und sagte immer wieder: "Der Wahnsinn!"

Keppler und Stehle in den Punkten
Die beiden deutschen Starter schafften den Sprung unter die besten 30. Stephan Keppler konnte zwar nicht ganz an seine überraschenden Top-Ten-Platzierungen anknüpfen, fuhr aber souverän in die Weltcup-Punkte. Am Ende wurde der derzeit beste DSV-Speed-Fahrer 24. Johannes Stehle verschenkte zwar auf der Strecke einige Meter durch eine zu weite Linie, durfte sich aber über den 27. Platz freuen. Damit sammelte er erstmals in dieser Saison Weltcup-Punkte.


Cuche weiter bester Abfahrer
Im Abfahrtsweltcup bleibt weiterhin Didier Cuche vorne. Der Schweizer hat nun 285 Punkte auf seinem Konto. Zweiter ist Marco Büchel (LIE, 212), der heute auf den sechsten Rang kam, vor Michael Walchhofer (186). Im Gesamtweltcup konnte Aksel-Lund Svindal seine Führung verteidigen. Der Norweger sammelte mit Platz 14 weitere wertvolle Zähler für die Gesamtwertung und liegt nun mit 539 Punkten vor Didier Cuche und Bode Miller (beide 490).