Der Norweger Aksel-Lund Svindal hat sich selbst ein großes Weihnachtsgeschenk gemacht und den letzten alpinen Wettbewerb vor dem Fest für sich entschieden. In 2:25,63 Minuten setzte er sich beim Riesenslalom in Hinterstoder (AUT) vor dem Kanadier Francois Bourque und Kalle Palander aus Finnland durch. Damit führt er nun sowohl im Riesenslalom- als auch im Gesamtweltcup.

Nebel sorgt für schwierige Bedingungen
Schwierige Bedingungen kennzeichneten das zweite Rennen in Hinterstoder. Der Start zum ersten Durchgang im Riesenslalom musste um eine halbe Stunde verschoben werden, da zuviel Nebel auf die Piste gezogen war. Durch die hohen Minusgrade drohte dieser, auf den Skibrillen der Fahrer zu gefrieren. Nach 30 Minuten klarte aber der Himmel etwas auf, sodass die Fahrer in kurzen Abständen auf die Piste geschickt werden konnten.

Svindal schon in Durchgang eins vorne
Dabei konnte im ersten Durchgang Aksel-Lund Svindal die beste Laufzeit hinlegen. Kalle Palander und Bode Miller blieben innerhalb von vier Zehnteln an der Bestzeit dran, der Rest des Feldes wies schon größere Rückstände auf. Das galt sowohl für die besten Österreicher Hermann Maier und Benjamin Raich, die auf Rang vier und sechs zwar gut platziert waren, aber mit rund einer Sekunde Rückstand doch ihre Siegesambitionen bereits gedämpft sahen. Francois Bourque konnte mit der fünftbesten Zeit aufwarten.

Keine DSV-Fahrer im Finale
Mannschaftlich stark aber ohne Top-Platzierung blieben die Italiener. Sie brachten sieben Fahrer ins Finale, allerdings hatten die hoch gehandelten Davide Simoncelli und Massimiliano Blardone bereits klaren Rückstand zur Spitze. Für die beiden deutschen Teilnehmer war das Rennen nach dem ersten Durchgang bereits vorbei. Felix Neureuther stürzte und schied aus, Stephan Keppler belegte bei seinem Saisondebüt im Riesenslalom nur den 49. Platz. Überhaupt gab es viele Ausfälle in Durchgang eins, rund ein Viertel des Feldes musste sich vorzeitig verabschieden.

Laufbestzeit für Sandell im Finale
Im Finale blieben die Bedingungen grenzwertig. Dichter Nebel machte die Sicht im steilen Abschnitt äußerst schwierig, für die Athleten stand ein echter Blindflug auf dem Programm. Kurz vor dem Ziel kam die Schlüsselstelle, bei der viele Athleten große Probleme hatten und viel Zeit einbüßen mussten. Auch die Sicht verschlechterte sich weiter, sodass die im Finale früh startenden Marcus Sandell aus Finnland, sowie Omar Longhi aus Italien die besten Laufzeiten hinlegen konnten. Als die besten Zehn noch im Starthaus standen, entwickelte sich dennoch ein spannendes Rennen. Nach und nach kamen Peter Fill (ITA), Ted Ligety (USA), der Schweizer Didier Defago und Joel Chenal aus Frankreich nur um wenige Hundertstel getrennt ins Ziel, mit dem Sieg sollten sie aber nichts zu tun haben.

Kein Podestplatz für den ÖSV
Als Benjamin Raich mit einem guten, aber keinem perfekten Lauf die Führung übernahm, hatten die Fans in Hinterstoder noch Hoffnung auf einen Podestplatz für den ÖSV. Doch schon Francois Bourque unterbot die Zeit von Raich klar. Dieser musste sich am Ende als bester Österreicher mit Rang fünf begnügen, denn auch Hermann Maiers Blindflug endete mit einem ordentlichen Rückstand. Weiterhin suchen die Österreicher damit nach einem Weg aus der Krise.

Miller und Palander kommen nicht an Svindal vorbei
Vortagessieger Bode Miller schaffte im Anschluss genau wie der Finne Palander nicht den Sprung an die Spitze. Dann kam Svindal und sicherte sich mit einer souveränen Fahrt seinen zweiten Saisonsieg. Mit diesem Erfolg übernahm er sowohl die Führung in Gesamtweltcup vor Bode Miller, als auch die Spitze in der Riesenslalom-Wertung, wo Kalle Palander als größter Konkurrent lauert. Die nächsten Rennen für die Herren stehen am 28. und 29. Dezember in Bormio (ITA) an. Dort sind zwei Abfahrten angesetzt.