Auch in der Abfahrt von Beaver Creek konnten die ÖSV-Asse nicht den erhofften Durchbruch schaffen. Bode Miller aus den USA holte auf seiner Lieblingsstrecke den ersten Saisonsieg. Zweiter wurde Didier Cuche (SUI) vor dem zweiten Amerikaner Steven Nyman. Bester Deutscher war Stephan Keppler auf Rang 42.

Keine einfachen Bedingungen
Schlechte Sicht, viel Schnee und Windböen - das waren die Rahmenbedingungen zur schweren Abfahrt auf der 'Birds of Prey' Piste in Beaver Creek. Und dort konnte ich der Lokalmatador durchsetzen. Mit blindem Vertrauen fand Bode Miller die richtige Linie und zeigte wie bereits am Tag zuvor eine beeindruckende Fahrt, die mit dem ersten Saisonsieg für Miller belohnt wurde. Er ist damit im fünften Rennen der fünfte Sieger und hat auch im Gesamtweltcup mit einem Schlag zur Spitze aufgeschlossen.

Schlappe für Österrreich
Belohnt wurde auch Didier Cuche. Der Schweizer bewies seine gute Frühform mit dem zweiten Platz. Ihm fehlten nur 15 Hundertstel auf den Sieg. Hinter ihm machte Steven Nyman auf Platz drei den US Erfolg im Heimrennen komplett. Beaver Creek bestätigte sich damit einmal mehr als Domäne der US-Fahrer. Die Österreicher mussten dagegen eine Schlappe einstecken. Kein ÖSV-Fahrer kam in den USA auf das Podest, nur zwei fuhren unter die besten zehn - zuwenig für den erfolgsverwöhnten Verband. Michael Walchhofer war als Fünfter eine knappe Sekunde vom Sieger entfernt, Mario Scheiber wurde Neunter. In den Speed-Disziplinen haben sich die Übersee-Rennen damit als Fehlstart für die Österreicher erwiesen. Auch die Kanadier kamen nicht gut weg. Die gefeierten ‚Crazy Canucks’ von Lake Louise hatten mit der Entscheidung in den USA bereits nichts mehr zu tun.

Fill behält Führung im Gesamtweltcup
Stark dagegen präsentierten sich die Italiener, die mit Peter Fill auf Position vier ihren besten Mann hatten. Fill festigte damit seinen durchaus überraschenden ersten Platz im Gesamtweltcup. Der bunte Auftakt in die Weltcup-Saison spiegelt sich in dieser Wertung wohl am besten wider: Die ersten sechs Plätze verteilen sich auf sechs verschiedene Nationen. Bester Österreicher ist hier Mario Scheiber auf Platz fünf. Für die Italiener punkteten aber auch noch zwei weitere Fahrer. Kurt Sulzenbacher wurde Sechster, Patrick Staudacher landete auf Rang elf.


Keppler und Stehle ohne Punkte
Die zwei deutschen Starter konnten sich hingegen nicht in Szenen setzen. Für Stephan Keppler standen die Vorzeichen ungünstig: Er hatte sich durch seinen achten Platz von Lake Louise in die erste Startgruppe katapultiert. Die Nummer eins hatte aber seine Tücken. Bei heftigem Schneefall musste der Deutsche den frischen Neuschnee in Kauf nehmen und verlor so im ersten Gleitstück schon sehr viel Zeit auf den Sieger. Am Ende kam nur ein 42. Platz dabei heraus. Johannes Stehle verpasste als 47. auch die Punkteränge.

Am Wochenende geht die ‚Mini-WM’ in Beaver Creek weiter. Dann stehen noch Riesenslalom und Slalom auf dem Programm.