Mit einigen Überraschungen ist der erste Abfahrtslauf der Saison 2006/2007 zu Ende gegangen. Der Liechtensteiner Marco Büchel gewann in Lake Louise in 1:50,72 Minuten vor Manuel Osborne-Paradis (CAN, 1:50,77 Min.) und Peter Fill aus Italien. Mit seinem achten Platz gelang auch dem Deutschen Stephan Keppler eine Überraschung.

Nur eine Winzigkeit von der Sensation entfernt
Vor dem Rennen waren die Österreicher als klare Favoriten gehandelt worden. Doch schnell stellte sich heraus, dass die niedrigen Startnummern im oberen Streckenteil einen Vorteil hatten. Diesen wusste Osborne-Paradis zu nutzen und legte mit Startnummer vier zur Freude der heimischen Fans eine Zeit hin, die lange kein anderer Fahrer erreichen konnte. Nach und nach reihten sich immer mehr vermeintlich stärkere Abfahrer hinter den Überraschungsmann ein, dem am Ende gerade fünf Hundertstel zum Sieg fehlten.

Dritter Weltcup-Erfolg für Büchel
Den holte sich ein Routinier: Marco Büchel gewann in Lake Louise sein drittes Weltcup-Rennen, weil er die wenigsten Fehler machte. Als Einziger der Topfahrer konnte er im oberen Streckenabschnitt den Rückstand gering halten und entthronte den Lokalmatador. Als er seine Zeit sah, kannte der Jubel keine Grenzen. Vielleicht ahnte er schon, dass die nach ihm startenden Österreicher ihn heute nicht schlagen würden.

Schwaches Ergebnis für den ÖSV
Viele Favoriten hatten in Lake Louise einen schwachen Tag. Während Hermann Maier trotz Erkältung noch auf Rang sechs vorfuhr, gelangen Michael Walchhofer, Christoph Gruber, Fritz Strobl und Mario Scheiber nur Plätze von zehn bis 23, Benjamin Raich verpasste als 31. einen Weltcup-Punkt. Bester ÖSV-Mann war der genesene Johann Grugger auf Platz vier. Aber auch andere große Namen schwächelten. Weltmeister Bode Miller fuhr ebenso uninspiriert wie Olympiasieger Antoine Deneriaz.

Keppler holt Top-Ten Ergebnis
Es gab aber auch positive Überraschungen. Das trifft vor allem auf DSV-Fahrer Stephan Keppler zu, der mit der hohen Startnummer 42 auf Rang acht vorfuhr. Eine Leistung, die nach den durchwachsenen Trainingsergebnissen der Deutschen nicht zu erwarten war. Auch in Anbetracht der Tatsache, dass der DSV noch in der letzten Saison zum Teil gar keine Fahrer für Abfahrtsrennen meldete, kann dieses Ergebnis gar nicht hoch genug bewertet werden. Der zweite DSV-Starter Johannes Stehle kam auf Rang 51.


Schweizer Speed-Fahrer überzeugen
Einige weitere junge Namen ließen in Lake Louise aufhorchen. Werner Heel aus Italien fuhr nach kurz nach Johannes Keppler auf die zwölfte Position, mit John Kucera und Jan Hudec konnten zwei weitere Kanadier mit hohen Startnummern noch unter die Top 20 vorstoßen. Grund zur Freude gab es auch in der Schweiz. Mit Didier Cuche auf Rang fünf, Bruno Kernen als Neuntem und Ambrosi Hoffmann auf Position elf gelang ein gutes Mannschaftsergebnis.