Julia Mancuso heißt die letzte alpine Damen-Olympiasiegerin der Winterspiele 2006 in Turin (ITA). Die Amerikanerin gewann den Riesenslalom in 2:09:19 Minuten. Zweite wurde die Finnin Tanja Poutiainen, die am Ende 67 Hundertstel Rückstand aufwies. Auf Platz drei kam Anna Ottosson (SWE, +1,14 Sek.).

Spannendes Finale bei schlechten Bedingungen
Im Finale hatten die Skirennläuferinnen mit den widrigen Wetterbedingungen zu kämpfen. Permanenter Schneefall und Nebel erschwerten die Sicht und machten damit den von Ante Kostelic ohnehin schon schweren Kurs noch selektiver. Opfer dieser Bedingungen wurden unter anderem Annemarie Gerg und Michaela Kirchgasser. Allerdings trugen diese Kriterien auch zu einem spannenden Finale bei, da sich jeder Fehler gnadenlos in der Zeit bemerkbar machte.

Ottosson von Rang 13 auf drei
Erste Höhepunkt im zweiten Durchgang war der Lauf von Anna Ottosson. Die Schwedin lag nach dem ersten Druchgang nur auf dem 13. Rang. Mit einer sensationellen Fahrt und Laufbestzeit gelang es ihr aber noch in den Kampf um die Medaillen einzugreifen. Eine nach der anderen scheiterte an ihrer Bestmarke. Erst Tanja Poutiaien konnte als Dritte des ersten Druchgangs unter der Zeit von Ottosson bleiben. Nicht so locker wie im ersten Durchgang zeigte sich dann die frisch gebackene Slalom-Olympiasiegerin und Zweitplatzierte nach dem ersten Druchgang Anja Pärson. Die Schwedin verpasste als Sechste des Endklassements eine weitere Medaille doch deutlich.

Mancuso mit zwei starken Läufen zum Gold
Die Führende nach dem ersten Durchgang behielt auch im zweiten lauf den Durchblick. Julia Mancuso kam bis auf eine Hundertstel an die Laufbestzeit von Ottosson heran und sicherte sich so den Titel. Nach dem Rennen freute sich die Amerikanerin über ihren größten Triumph: "Ich bin total glücklich! Ich habe natürlich davon geträumt, eine Medaille zu gewinnen. Der zweite Lauf war wirklich schwierig, deshalb habe ich es langsam angehen lassen."

Überraschender erster Durchgang
Schon im ersten Druchgang gab es einige Überraschungen. So kam mit Nicole Hosp nur noch eine Österreicherin für eine Medaille in Frage. Sie konnte im Finale aber nicht mehr zulegen und musste sich mit der sogenannten Holzplakette und Platz vier zufrieden geben. Als zweitbeste ÖSV-Athletin nach Durchgang eins lag Kathrin Zettel bereits über eine Sekunde hinter der Führenden Julia Mancuso. Sie konnte sich noch um zwei Plätze auf Rang sieben verbessern, hatte aber mit der Entscheidung nichts zu tun. Ebenfalls überraschend waren die Ergebnisse von Tanja Poutiainen und Martina Ertl-Renz. Beide hatten in der Saison noch keine Position unter den ersten Drei, griffen aber mit knappem Rückstand noch nach den Medaillen.

Kein schöner Abschluss für Ertl-Renz
Anders als für Poutiainen ging das Rennen für Martina Ertl-Renz aus. Die Deutsche setzte bei ihrem letzten Auftritt auf olympischem Parkett alles auf eine Karte, rutschte aber im zweiten Durchgang weg: "Der erste Lauf war wirklich prima. Im zweiten habe ich alles riskiert. Mit einem Sturz ist es klar, dass man soweit zurückfällt. Ich habe aber alles versucht." Die Lenggrieserin hätte sich sicher einen schöneren Abschied von ihren fünften und letzten Olympischen Spielen gewünscht. Am Ende wurde sie 15.


Medaillenkandidaten mit großem Rückstand
Aber nicht nur die Österreicherinnen konnten nicht die erwartete Leistung bringen. Mit der Startnummer eins ging die Siegerin der beiden Riesenslalomrennen von Ofterschwang (GER) ins Rennen. Maria Jose Rienda-Contreras erwischte keinen guten Lauf und lag nach dem ersten Durchgang nur auf Rang 17. Auch für die Saisonauftaktsiegerin Tina Maze war der erste Durchgang eine Enttäuschung. Die Slowenin wies mit 1,08 Sekunden auch schon einen deutlichen Rückstand auf. Beide konnten sich im zweiten Durchgang nur leicht verbessern. Die Ränge zwölf und 13 entsprechen nicht ihren Erwartungen.

Kostelic und Kildow nicht am Start
Nicht an den Start ging mit Janica Kostelic eine Mitfavoritin. Die Kroatin litt schon während der ganzen Olympischen Spiele unter erhöhtem Puls und Fieber. Daher ließ die Kombinationsolympiasiegerin nach der Abfahrt auch den Riesenslalom aus. Ebenfalls gesundheitlich angeschlagen verzichtete Lindsey Kildow auf den Start. Die Amerikanerin hatte immer noch mit Prellungen von ihrem Trainingssturz in San Sicario zu kämpfen.