Mit ihrem neunten Sieg im italienischen Skiort Cortina d'Ampezzo hat Renate Götschl ihren Ruf als 'Speed-Queen' wieder einmal bestätigt. Für die verkürzte Abfahrt der Damen benötigte die Österreicherin 1:09.64 Minuten. Auf dem zweiten Rang landete wie beim Super-G am Tag zuvor die Amerikanerin Julia Mancuso (1:09.69 Min.), die ihren ersten Saisonsieg nur um fünf Hundertstel verpasste. Dritte wurde Elisabeth Görgl (AUT 1:09.94 Min).

Wieder viel Neuschnee
Die Organisatoren hatten in Cortina d'Ampezzo auch bei der Abfahrt wieder alle Hände voll zu tun. Lange Zeit war nicht sicher, dass überhaupt gefahren werden konnte, denn es hatte wieder viel Neuschnee gegeben. Der Start wurde dann erneut von 10 Uhr Uhr auf 13 Uhr verlegt und auch zweimal verkürzt. So wurde der Tofana-Schuss, das markanteste Kriterium der Piste 'Olimpia delle Tofane', komplett ausgelassen. Zudem war die Sicht vor allem bei den ersten Fahrerinnen klar schlechter, die Piste wurde im Rennverlauf merkbar schneller. Auch die kurzen Fahrtzeiten von unter 1:10 Minuten legen nahe, dass es sich in dieser Form um eine kaum für den Weltcup taugliche Strecke gehandelt hat.

Götschl's Wohnzimmer
Dennoch erreichten die Athletinnen noch Spitzengeschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern. Am besten kam erneut Renate Götschl auf ihrem Lieblingshang zurecht. Mit einem fehlerfreien Lauf distanzierte sie die Amerikanerin Julia Mancuso um die Winzigkeit von fünf Hundertstelsekunden und riss im Ziel erleichtert die Arme hoch. Das letzte Speed-Rennen vor den Olympischen Spielen war somit auch der erste Sieg in diesem Winter für die 'Speed-Queen', die beim Großereignis nun wieder zu den Top-Favoritinnen zählt.

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Mancuso glänzt in Cortina
Aber auch für Julia Mancuso bedeutete der Stopp in Cortina d'Ampezzo eine klare Trendwende. Nachdem vorher kaum ein gutes Resultat von der Amerikanerin zu vermelden war, wurde sie auch in der Abfahrt wieder Zweite und meldete damit ihre Medaillenansprüche für die Rennen bei Olympia an. Hinter ihr empfahl sich Elisabeth Görgl für einen der umkämpften Startplätze im ÖSV-Team: Sie setzte sich sogar vor Teamkollegin Michaela Dorfmeister, die mit Platz vier die Führung im Abfahrts-Weltcup verteidigen konnte.

Haltmayr beste Deutsche - Punkt für Stemmer
Drei DSV-Damen traten in Cortina an. Dabei zeigte Petra Haltmayr mit einem ordentlichen Lauf ihr derzeitiges Leistungsvermögen und belegte als beste Deutsche Rang 14. Freuen konnte sich Steffi Stemmer, die als 30. noch einen Weltcup-Punkt ergattern konnte. Weit entfernt von ihrer Form zu Saisonbeginn präsentierte sich erneut Isabelle Huber, die als 32. knapp an den Punkterängen vorbei schrammte.

Dorfmeister sichert sich Abfahrts-Weltcup
Die Siegerin des Vortages, Anja Pärson aus Schweden, verzichtete kurzfristig auf einen Start bei der Abfahrt. In den Weltcup-Wertungen verbesserte sich vor allem die Tagessiegerin. Götschl belegt nun im Abfahrts-Klassement mit 315 Punkten den dritten Rang, hinter Lindsey Kildow (USA, 330), die heute Neunte wurde. An der Spitze konnte sich Michaela Dorfmeister bereits die kleine Kugel für den Abfahrts-Weltcup sichern. Im Gesamtweltcup führt Janica Kostelic (CRO, 1228) weiterhin klar vor Dorfmeister (1020) und Pärson (901).