Beim deutschen Gastspiel auf der Weltcup-Tour der Herren wollen sich die Verantwortlichen als Austragungsort für die Alpine Ski-WM 2011 empfehlen. Aus sportlicher Sicht stehen zwei Speed-Rennen auf der Kandahar-Piste auf dem Programm - ein Leckerbissen.

Himmel und Hölle
Die Kandahar-Abfahrt in Garmisch zählt zu den Klassikern im Weltcup. Zwischen den Kriterien Tröglhang, Himmel und Hölle müssen die Speed-Spezialisten ihr Können auf eine harte Probe stellen. Wer am Ende das Tempo auch mit durch die FIS-Schneise nehmen kann, wird im Ziel vor vielen Fans die Arme hochreißen können.

2005: Walchhofer kürte sich zum König der Abfahrer
Im Vorjahr fanden in Garmisch sogar drei Rennen statt: Die legendäre Streif-Abfahrt aus Kitzbühel wurde auf der Kandahar nachgeholt. Beim Ersatzrennen wie bei der regulären Garmisch-Abfahrt setzte sich jeweils Michael Walchhofer (AUT) durch und zementierte damit seine Position als bester Abfahrer der Saison 2004/2005. Den Super-G konnte überraschend sein Landsmann Christoph Gruber gewinnen. Er siegte vor Didier Defago (SUI) und dem jungen Kanadier Francois Bourque.

Gewinnt Maier nach Kitzbühel auch in Garmisch?
In diesem Jahr fahren die Herren zunächst am Samstag, den 28. Januar die Abfahrt, am kommenden Sonntag folgt der Super-G. Zu den Favoriten dort zählen erneut die starken Österreicher um Hermann Maier. Für viele ÖSV-Fahrer geht es dabei noch um einen Startplatz bei Olympia, für den sich die Athleten am Wochenende empfehlen wollen. Dabei ist diese Disziplin in dieser Saison so hart umkämpft wie keine andere. Im Weltcup führt der Norweger Aksel-Lund Svindal hauchdünn vor Erik Guay (CAN) und dem jungen Österreicher Hannes Reichelt, erst dann folgt Maier. Doch können sich noch weitere Fahrer Hoffnungen auf diese Kristallkugel machen.

Rahlves gegen Team Austria
In der Abfahrt stellen erneut die Österreicher das stärkste Team. Walchhofer, Maier und Fritz Strobl gehören wie so oft zu den Top-Favoriten. Doch ein Amerikaner könnte ihnen erneut einen Strich durch die Rechnung machen: Daron Rahlves vertritt in Abwesenheit von Bode Miller die US-Hoffnungen in Garmisch. Aber auch der Liechtensteiner Marco Büchel ist für einen Sieg gut. Die Piste liegt ihm jedenfalls: 2003 gewann er hier den Super-G.

Anzeige


Deutsche hoffen auf Super-G
Nach dem bisherigen Saisonverlauf dürfen sich die deutschen Fans wohl auch beim Heimspiel in Garmisch keine Hoffnungen auf ein Top-Ergebnis machen. Immerhin haben für die Abfahrt wieder zwei deutsche Teilnehmer gemeldet: Johannes Stehle (SC Obermaiselstein) und Stephan Keppler (WSV Ebingen) werden auf der Kandahar antreten. Beim Super-G stoßen noch Andreas Ertl (SC Lenggries) und Felix Neureuther (SC Partenkirchen) dazu. Neureuther, der zusammen mit Alois Vogl die deutschen Farben beim Großereignis in Turin vertreten wird, dürfte nach seiner Nominierung befreit fahren können.

Schaulaufen für WM 2011
Der Programmplan der FIS hat es so gewollt: Die beiden einzigen Bewerber um die Austragung der Alpinen Ski-WM 2011 sind direkt nacheinander Austragungsort im Weltcup der Herren. Schladming hat mit einem sehr stimmungsvollen Event vorgelegt - nun wollen die Veranstalter um Ex-Rennfahrer Florian Eckert nachlegen. Ein reibungsloser Ablauf und eine perfekt präparierte Piste wäre jedenfalls eine gute Visitenkarte für Garmisch.

Das Programm:
Samstag, 28. Januar 2006:
11:15 Abfahrt der Herren

Sonntag, 29. Januar 2006:
11:00 Super-G der Herren

Über alle Rennen werden wir wie gewohnt in unserem Live-Ticker berichten.