Zum Abschluss der Weltcup-Rennen in Kitzbühel (AUT) konnte sich der Franzose Jean-Pierre Vidal (FRA) mit einem Sieg in der Slalom-Weltspitze zurückmelden. Er siegte in der Gesamtzeit von 01:38.88 Minuten vor den starken Österreichern Reinfried Herbst (+0,36) und Benjamin Raich (AUT, +0,50). Raich konnte dagegen die Hahnenkamm-Kombination für sich entscheiden.

Olympiasieger ist zurück
Rechtzeitig vor den Olympischen Spielen in Turin (ITA) meldete sich Jean-Pierre Vidal, der Goldmedaillengewinner von 2002, zurück. Der Franzose zeigte zwei blitzsaubere Läufe und war schon nach dem ersten Durchgang in Front. Im Finale setzte er sich dann souverän durch und feierte so seinen zweiten Weltcup-Sieg der Karriere. Lange Zeit war Vidal nicht in Form, doch rund drei Wochen vor Olympia ist er wieder da und damit ein Anwärter auf den Sieg in Turin.

Herbst mit erstem Podest
Seine beeindruckende Konstanz setzte auch Reinfried Herbst fort. Der Österreicher war am Sonntag bester Athlet vom ÖSV und konnte es im Ziel gar nicht glauben. Zum ersten Mal in seiner Karriere erreichte Herbst damit das Podium im Weltcup. Mit diesem Resultat hat Herbst das Olympia-Ticket so gut wie sicher. Raich wurde guter Dritter und auch Rainer Schönfelder als Fünfter machte einen großen Schritt in Richtung Olympia, zumal die Kontrahenten Manfred Pranger und Mario Matt ausfielen.

Starke Franzosen - Roccas Serie zu Ende
Als zweitbeste Mannschaft konnten die Franzosen auftrumpfen. Neben dem Sieger Vidal platzierten sich auch Stephane Tissot als Vierter und Jean-Baptiste Grange auf Rang zehn weit vorne. Besonders Grange überzeugte, hatte er im ersten Durchgang doch die hohe Startnummer 61 und qualifizierte sich für das Finale. Wenig Grund zum Jubeln hatte Giorgio Rocca (ITA), der die ersten fünf Slaloms alle gewann, in Kitzbühel allerdings nicht in den zweiten Durchgang kam. Er rutschte im Mittelteil weg und verlor viel Zeit.

Larsson mit Laufbestzeit im Finale
Den größten Sprung im Finale machte der Schwede Markus Larsson. Er qualifizierte sich als 30. noch so gerade für den zweiten Durchgang und nutzte dann dort die guten Bedingungen mit der Startnummer eins. Mit der absolut besten Laufzeit im Finale machte er Platz um Platz gut und wurde am Ende gar noch Neunter.

Neureuther verpasst Olympia-Ticket
Vom DSV waren zwei Athleten im Finale dabei. Alois Vogl (SC Zwiesel) hatte in beiden Durchgängen leichte Fehler in seinen Läufen und war am Ende auf dem 16. Rang. Felix Neureuther (SC Partenkirchen) verspielte besonders im zweiten Durchgang eine bessere Platzierung, als er im Mittelteil einen großen Fehler hatte und 25. wurde. Damit muss Neureuther auf den Nachtslalom in Schladming hoffen, um sich doch noch für Olympia zu qualifizieren. Der dritte deutsche Teilnehmer, Stefan Kogler (SC Schliersee), war nach dem ersten Durchgang 46. und verpasste so das Finale.

Raich Hahnenkamm-Sieger 2006
In Kitzbühel wird auch gleichzeitig eine Kombination ausgefahren. Nach der Abfahrt und dem Slalom war dort Benjamin Reich nicht zu schlagen und ist damit der Hahnenkamm-Sieger 2006. Nach seiner guten Leistung in der Abfahrt am Samstag fuhr er im Slalom den Sieg nach Hause. Auch Bode Miller (USA) hatte im Slalom, in dem er 18. wurde, die Kombination im Sinn und fuhr für seine Verhältnisse eher zurückhaltend und war am Ende Kombinations-Zweiter. Der dritte Rang dort ging an Aksel Lund Svindal (NOR).

Vorsprung im Gesamt-Weltcup ausgebaut
Benjamin Raich konnte so an diesem Wochenende enorm viele Punkte sammeln. Alleine am Sonntag kassierte er 160 Zähler und baute damit seinen Vorsprung im Gesamt-Weltcup weiter aus. Mit nunmehr 892 Punkten ist er 188 Zähler vor Michael Walchhofer.