Nach dem Sieg beim Super-G konnte die Österreicherin Michaela Dorfmeister auch die Abfahrt der Damen im Schweizer Nobelskiort St. Moritz für sich entscheiden. Sie gewann in 1:43.76 Minuten vor Teamkollegin Renate Götschl (1:43.83 Min.) und der Kroatin Janica Kostelic (1:43.95 Min.). Beste Deutsche wurde Stefanie Stemmer auf dem 27. Rang.

Unterschiedliche Rennbedingungen
Dabei war das Rennen in St. Moritz stark von den äußeren Verhältnissen beeinflusst. Bis zur Startnummer neun herrschten gute Windbedingungen. Davon profitierte unter anderen Catherine Borghi aus der Schweiz, die lange die Führung behaupten konnte. Dann drehte der Wind und blies den Fahrerinnen entgegen - folglich schaffte bis zur Startnummer 24 keine Athletin mehr eine gute Zeit. Das musste auch Petra Haltmayr erfahren, die trotz eines sauberen Laufs nur den 42. Rang belegte. Danach übernahmen die Favoritinnen das Kommando. Doch als nach 30 Läuferinnen bereits alle die Siegerin Dorfmeister feierten, wurde die Piste schneller und erlaubte noch zwölf Fahrerinnen den Sprung in die Punkteränge und sogar bis hinauf auf Rang fünf.

Dorfmeister brilliert
Der momentanen Klasse einer Michaela Dorfmeister können aber auch solche Bedingungen nichts anhaben. Die Österreicherin fand erneut die beste Linie und erwies sich zudem als gute Gleiterin. Damit gelang es ihr, der Teamkollegin Renate Götschl deren ersten Saisonsieg noch abspenstig zu machen. In dieser Form ist Dorfmeister bei den olympischen Speed-Rennen die Top-Favoritin.

Speed-Queen meldet sich zurück
Bislang konnte Renate Götschl mit dieser Saison nicht zufrieden sein. Die Speed-Queen war deshalb äußerst glücklich, als sie im Ziel mit der zwischenzeitlichen Führung abschwingen konnte. Vor allem in den Gleitpassagen nach dem Start und vor dem Ziel wusste Götschl zu überzeugen und setzte damit ihren letzten Aufwärtstrend fort. Wie es scheint, wird sie pünktlich zu dem Olympischen Spielen wieder topfit sein können.

Kostelic erneut auf dem Podest
Es war nicht der technische anspruchsvollste Abfahrtslauf im Weltcup-Zirkus, weshalb auch Janica Kostelic ihre Fähigkeiten nicht hundertprozentig ausspielen konnte. Mit ihrem dritten Rang festigte die Kroatin aber ihre Führung im Gesamtweltcup und untermauerte ihre Favoritenstellung für die erste Super-Kombination der Damen, die am kommenden Sonntag auf dem Programm steht.

Stemmer beste Deutsche
Etwas ratlos schaute Petra Haltmayr nach ihrem Lauf drein: "Ich bin technisch sehr gut Ski gefahren. Bei meinen Startnummern war keiner schnell, vielleicht lag es heute an Sachen, auf die ich keinen Einfluss habe," meinte die Speedfahrerin. Tatsächlich war es wieder ein enttäuschendes Ergebnis aus Sicht des DSV. Steffie Stemmer erreichte mit Rang 27 als einzige ein paar Weltcup-Punkte. Martina Ertl-Renz und Monika Bergmann-Schmuderer hatten die Spezialabfahrt als Testlauf für die Super-Kombi genutzt und kamen auf die Plätze 36 und 54. Isabelle Huber wurde 39., Gina Stechert landete auf Position 43. Für die kommenden Rennen kann man aus Sicht des DSV nur auf eine klare Leistungssteigerung hoffen.

Die Odyssee der Wendy Siorpaes
Mit den Startnummern jenseits der 30 wurde die Piste dann zusehends schneller. So fuhr Martina Schild von Startnummer 45 auf den fünften Rang vor und hatte sogar einen Podestplatz in Reichweite. Auch eine weitere Schweizerin, Monika Dumermuth, nutzte die Bedingungen und raste auf den sechsten Platz. Ein langes Rennen schloss die Italienerin Wendy Siorpaes schließlich noch sehr erfolgreich ab: Nachdem sie bereits zweimal wegen Stürzen von Vorläuferinnen das bereits gestartete Rennen hatte abbrechen müssen, erreichte sie als vorletzte Starterin im dritten Anlauf noch Rang acht.