Nach den beiden Klassikern in Adelboden (SUI) und in Wengen (SUI) steht mit den Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel (AUT) gleich das nächste traditionsreiche Wochenende für die Herren an.

Anderl Molterer bester Hahnenkamm-Läufer
Bereits zum 66. Mal macht der Weltcup-Zirkus in diesem Jahr halt in Kitzbühel. Auf dem Plan vom 20. bis zum 22. Januar 2006 steht dann neben einem Super-G und einem Slalom natürlich auch die prestigeträchtige Abfahrt auf der Streif. Diese könnte allerdings aufgrund des starken Schneefalls ausfallen. Der erfolgreichste Athlet der Hahnenkamm-Rennen ist der Österreicher Anderl Molterer, der zwischen 1953 und 1959 insgesamt neun Siege erringen konnte. Der beste noch aktive Skirennläufer ist Lasse Kjus mit fünf Siegen.

Rückblick Kitzbühel 2005
In der Vorsaison konnte die legendäre Abfahrt auf der Streif nicht ausgetragen werden und wurde später in Garmisch-Partenkirchen nachgeholt. Dort holte sich Michael Walchhofer den Sieg vor seinem Landsmann Hermann Maier (beide AUT) und dem Amerikaner Bode Miller. Im Super-G setzte sich Hermann Maier gegen Daron Rahlves (USA) und den Österreicher Fritz Strobl durch. Den Slalom auf der Ganslern gewann Manfred Pranger (AUT) vor seinem Landsmann Mario Matt und dem Kroaten Ivica Kostelic.

Kann Raich Rocca schlagen?
Ob die drei Erstplatzierten des letztjährigen Slaloms auch in diesem Jahr mit um den Sieg fahren können, ist bei ihrer bisher gezeigten Form eher unwahrscheinlich. Erster Anwärter auf den Slalomsieg ist vor allem wieder Giorgio Rocca, der alle fünf Rennen in dieser Saison gewonnen hat. Die besten Chancen, den Italiener zu schlagen, hat Benjamin Raich, der nach dem ersten Durchgang bereits mehrfach in Führung lag, im zweiten dann aber immer ausschied. Vielleicht klappt es für den 'Blitz aus Pitz' ja ausgerechnet vor heimischen Publikum. Neben Raich und Rocca zählt aber auch der junge Amerikaner Ted Ligety zu den Siegkandidaten. Chancen auf einen Platz unter den ersten Drei hat nach seiner Leistungssteigerung in den letzten Wochen auch Alois Vogl, der nach geschaffter Olympia-Qualifikation frei drauf losfahren kann.

Österreicher unter Druck
Auch der Olympiasieger von 2002, Jean-Pierre Vidal (FRA), kommt vor den Winterspielen in Turin immer besser in Fahrt. Gar nicht in olympischer Fassung zeigen sich hingegen die österreichischen Slalomspezialisten. Rainer Schönfelder ist zwar immer schnell unterwegs, scheidet aber auch genauso schnell aus. Auch Mario Matt und Manfred Pranger suchen noch ihre Form.

Comeback von Tobias Grünenfelder
Sein Comeback feiert in Österreich Tobias Grünenfelder. Nur 20 Tagen nach seinem Sturz kurz vor dem Ziel in Bormio kehrt der Speed-Fahrer in den Weltcup-Zirkus zurück. Dabei hatte der Schweizer sich einen Innenbandriss im rechten Knie zugezogen. Ob er allerdings am Rennen teilnimmt, wird erst nach dem Training entschieden.

Österreicher suchen vierten Abfahrer für Olympia
Zudem geht es in Kitzbühel für die Österreicher auch um den vierten Startplatz für die Olympia-Abfahrt. Drei Positionen sind wohl schon sicher vergeben. Dies sind Hermann Maier, Michael Walchhofer und Fritz Strobl. Der Vierte wäre wahrscheinlich Johann Grugger geworden, aber der 24-Jährige kann nach seinem Sturz in Bormio nur nach an ein Olympia-Wunder hoffen. Beste Aussichten auf den vierten Platz hat derzeit Klaus Kröll. Aber vor den Abfahrten in Kitzbühel, Garmisch-Partenkirchen und Chamonix (FRA) machen sich auch noch die Kandidaten Andreas Schifferer und Christoph Gruber Hoffnung. Für den Sieg kommen auf der Streif neben den drei gesetzten Österreichern vor allem die Amerikaner Daron Rahlves und Bode Miller in Frage. Chancen haben aber auch Marco Büchel (LIE) und Kjetil-Andre Aamodt (NOR).

Super-G in junger Hand
Die Favoriten für die Abfahrt haben auch alle die Chance, im Super-G um den Sieg mitzufahren. Allerdings führen diese Weltcup-Disziplin mit Aksel-Lund Svindal (NOR) und Erik Guay (CAN) derzeit zwei junge Speed-Fahrer an. Beiden muss man auch für das schwere Rennen in Kitzbühel auf der Rechnung haben.

Vier deutsche Herren im Einsatz
Bei den Hahnenkamm-Rennen werden vom Deutschen Skiverband vier Athleten an den Start gehen. In der Abfahrt wird Cheftrainer Werner Margreiter erneut keinen DSV-Athleten melden. Hauptaugenmerk wird bei den deutschen Herren wieder auf dem Slalom am Sonntag liegen, in dem mit Felix Neureuther (SC Partenkirchen), Stefan Kogler (SC Schliersee) und Alois Vogl (SC Zwiesel) gleich drei Deutsche mitmischen werden. Andreas Ertl (SC Lenggries) startet bereits am Freitag im Super-G.

Das Programm auf einen Blick:
Freitag, 20. Januar 2006: Super-G der Herren ab 11.30 Uhr
Samstag, 21. Januar 2006: Abfahrt der Herren ab 11.30 Uhr
Sonntag, 22. Januar 2006: Slalom der Herren
- 1. Durchgang ab 10.30 Uhr
- 2. Durchgang ab 13:15 Uhr

Über alle Rennen werden wir natürlich in unserem Live-Ticker berichten.