Beim Riesenslalom in Adelboden (SUI) war Benjamin Raich eindeutig der Beste. Der Pitztaler gewann den Klassiker auf dem Kuonisbergli in der Zeit von 02:23.25 Minuten vor dem Schweden Fredrik Nyberg (02:23.74 Min.) sowie den zeitgleichen Dritten Kalle Palander (FIN) und Stephan Görgl (AUT), die beide 1,22 Sekunden Rückstand hatten.

Raich mit Traumlauf in Durchgang eins
Bereits nach dem ersten Lauf hatte Benjamin Raich die Führung inne. Er ging mit der Startnummer zwei in das Rennen und deklassierte bis auf Fredrik Nyberg alle weiteren Favoriten. So hatten Bode Miller und Hermann Maier weit mehr als eine Sekunde Rückstand schon nach dem ersten Durchgang. Auch im Finale war der Pitztaler eindeutig der Schnellste. Bei der Einfahrt in den Zielhang hatte er allerdings kurz einen Steher und blieb gerade so eben im Kurs. Dennoch reichte es zu seinem ersten Sieg in Adelboden.

Überraschung durch Nyberg und Fanara
Der Schwede Fredrik Nyberg ist der älteste Athlet im alpinen Ski-Weltcup und überraschte am Samstag die Experten. Mit seinen mittlerweile 36 Jahren fuhr er sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang jeweils einen flüssigen Lauf ohne große Fehler. Das wurde mit dem zweiten Platz im Endklassement und der besten Platzierung im Weltcup seit 2001 für den Schweden belohnt. Auch der Franzose Thomas Fanara überzeugte mit dem fünften Rang. Für ihn war es das beste Weltcup-Resultat der Karriere.

Letzter Riesenslalom vor Olympia
Der Riesenslalom von Adelboden war der letzte Test in dieser Disziplin vor den Olympischen Spielen in Turin. Daher ging es bei einigen Athleten auch darum, sich bei den Trainern zu empfehlen. Dies galt besonders für die ÖSV-Mannschaft, bei der um die begehrten Olympia-Tickets gekämpft wurde. Eine gute Ausgangsposition verschaffte sich Stephan Görgl, der mit dem dritten Rang seinen Platz im Team fast schon festzurrte.

Führung im Gesamt-Weltcup für Raich
Durch den Sieg in Adelboden übernahm Raich auch die Führung im Gesamt-Weltcup. Er hat nun 546 Punkte und liegt damit vor den beiden US-Amerikanern Bode Miller und Daron Rahlves. Miller kam am Samstag nur auf den 14. Platz und Rahlves schied wie im Vorjahr, als er spektakulär stürzte, erneut aus. Im Riesenslalom-Weltcup ist ebenfalls Raich der neue Führende. Er verdrängte Massimiliano Blardone, der nur Elfter wurde.

Viele Ausfälle
Der schwere Hang am Kuonisbergli verlangte den Athleten alles ab, und schon im ersten Durchgang gab es viele Ausfälle zu verzeichnen. Alleine 23 Skirennläufer sahen im ersten Lauf das Ziel nicht, darunter so bekannte Namen wie Rainer Schönfelder (AUT), Didier Defago (SUI), Lasse Kjus (NOR) und Michael Walchhofer (AUT).

Ertl verpasst Finale
Mit Andreas Ertl (SC Lenggries) war beim Riesenslalom nur ein DSV-Athlet vertreten. Mit der Startnummer 61 ging er in das Rennen und kam auf dem schweren Hang nicht so gut zurecht. Als 42. verpasste er das Finale der besten 30 am Ende deutlich.