In einem dramatischen und spannenden Slalom der Damen in Zagreb-Sljeme (CRO) hat Marlies Schild (AUT) in der Zeit von 01:53.63 Minuten ihren sechsten Weltcup-Sieg gefeiert. Den ÖSV-Doppelsieg machte Kathrin Zettel pefekt, die nach zwei Durchgängen 0,44 Sekunden Rückstand hatte. Dritte wurde Lokalmatadorin Janica Kostelic mit 1,45 Sekunden Rückstand.

Tolle Stimmung
Auch bei der zweiten Auflage der 'Snow Queen Trophy' in Sljeme feierten rund 25.000 Zuschauer entlang der Piste und im Zielraum ein Volksfest. Jede Läuferin wurde bejubelt und die Athletinnen genossen die tolle Atmosphäre sichtlich. Besonders groß war dabei natürlich der Jubel, als Janica Kostelic, die kroatische Ski-Heldin, unterwegs war.

ÖSV-Duo in einer anderen Liga
Die beiden Österreicherinnen Schild und Zettel fuhren in Zagreb in einer anderen Liga. Schon nach dem ersten Lauf waren sie vorne und im Finale bewahrten sie trotz der tobenden Menge kühlen Kopf und sicherten den ÖSV-Doppelsieg. Schild war an diesem Tag im unteren Teil klar die Beste und gewann den zweiten Slalom in Folge. In beiden Läufen fuhr sie Bestzeit und unterstrich damit ihre derzeitige Topform. Zettel verpasste ihren ersten Weltcup-Sieg nur denkbar knapp, zeigte aber erneut, dass sie ein ungeheuer großes Talent besitzt.

Kostelic ohne Handschuh - aber Dritte
Janica Kostelic wollte vor heimischem Publikum an ihrem Geburtstag zunächst einmal das Ziel erreichen. Nach ihrem Ausscheiden im letzten Jahr war die Kroatin im ersten Durchgang zu vorsichtig und riskierte nicht alles. Sie fuhr auf Durchkommen und hatte nach dem ersten Lauf 0,78 Sekunden Rückstand auf die Führende Schild. Doch was sie dann im Finale zeigte, war filmreif. Gleich nach dem Start verlor die Kroatin einen Stock und den Handschuh, fuhr aber danach die komplette Piste herunter. Im Ziel hatte sie dann tatsächlich eine neue Bestzeit vorgelegt und das Publikum war nicht mehr zu halten. Trotz großer Schmerzen - bei jedem Schwung griff Kostelic entweder in den Schnee oder traf mit der Hand eine Stange - hielt sie den Lauf durch und wurde am Ende Dritte.

Pärson geschlagen - Borssen mit großem Satz
Kein Glück hatte Anja Pärson in Zagreb. Zunächst verpasste sie den Flieger und kam verspätet an, und dann fuhr sie auch nur ein durchwachsenes Rennen. Am Ende kam sie auf den fünften Rang, war aber in beiden Läufen nicht zufrieden mit ihrer Leistung. Ihre Teamkollegin Therese Borssen dagegen hatte Grund zum Jubeln. Mit einer tollen Leistung im Finale schaffte sie einen Sprung von Platz 28 auf neun und durfte sich über ein Top Ten Resultat freuen.

Halbe Olympia-Qualifikation für Blieninger
Erfreulicherweise konnte sich Anja Blieninger (TSV Altenau) als 18. erneut für das Finale qualifizieren. Dort fuhr sie ein beherztes Rennen und kämpfte sich sogar noch auf den 14. Platz nach vorne. Ihr bislang bestes Weltcup-Resultat bescherte der 24-Jährigen die halbe Olympia-Norm, und damit kann Blieninger in den noch ausstehenden Slaloms vor Turin die Teilnahme perfekt machen.

Drei Deutsche im Finale
Insgesamt konnten sich drei DSV-Damen für das Finale qualifizieren. Annemarie Gerg (SC Lenggries) war trotz ihrer Verletzung beste Deutsche auf Rang 11. Martina Ertl-Renz (SC Lenggries) kam im Finale nicht so gut zurecht und kam am Ende auf den 19. Platz. Monika Bergmann-Schmuderer (SpVgg Lam) war im ersten Lauf bis zum Mittelteil gut unterwegs, schied dann aber nach einem Torfehler aus.

Kostelic baut Führung im Gesamt-Weltcup weiter aus
Durch den dritten Rang in Zagreb hat Janica Kostelic ihre Führung im Gesamt-Weltcup weiter ausgebaut. Mit nunmehr 652 Punkten führt sie vor Anja Pärson. Im Slalom-Weltcup behielt die Kroatin ebenfalls die Führung, doch nach ihrem zweiten Sieg in Folge kommt Marlies Schild immer näher und hat nur noch 20 Zähler Rückstand auf Kostelic.