Am Vortag haderten die Österreicherinnen bei der Abfahrt noch mit den Wetterbedingungen - beim Super-G konnten sie wieder jubeln. Michaela Dorfmeister riss im Ziel die Arme in die Luft, als sie in einer Zeit von 1:17.59 Minuten die Führung übernommen hatte. Auf den Plätzen zwei und drei kamen Alexandra Meissnitzer (1:18.08 Min.) und die Kanadierin Emily Brydon (1:18.15 Min.) ins Ziel.

Weiche Piste nach vielen Schneefällen
Die Bedingungen beim Super-G unterschieden sich grundlegend von denen bei der Abfahrt am Tag zuvor. Die Piste war in ordentlichem Zustand, der Neuschnee hatte für eine weiche Unterlage gesorgt. Dadurch waren bereits nach zehn Starterinnen deutliche Rippen im Mittelteil des Kurses entstanden, die die nachfolgenden Starterinnen vor Probleme stellten. Wieder und wieder kamen die Athletinnen mit ähnlichen Zeitrückständen bei Zwischenzeitmesspunkten und im Ziel an, so dass ein sehr enges Klassement zusammenkam. Zwischen dem zweiten und dem 26. Rang lag am Ende nicht einmal eine Sekunde.


Unter diesen Umständen konnte die Schweizerin Fränzi Aufdenblatten die erste Bestzeit setzen. Mit Startnummer eins ins Rennen gegangen, setzte sie den Maßstab, den erst Emily Brydon verbessern konnte. Nach der Kanadierin sah es lange so aus, als wäre das Rennen schon entschieden. Erst die Spitzenfahrerinnen ab Startnummer 26 fuhren wieder ernsthaft um die Spitze mit. Zunächst unterstrich Alexandra Meissnitzer ihre derzeit blendende Form und ging in Front. Daraufhin jagte Vortagssiegerin Lindsey Kildow die Bestmarke, allerdings ohne Erfolg: Sie wurde am Ende Vierte, zeitgleich mit Aufdenblatten.

Dorfmeister eine Klasse für sich
Mit Startnummer 30 ging Michaela Dorfmeister in das Rennen. Sie suchte wie Meissnitzer und Kildow zuvor eine neue Linie und entging so den schlimmsten Rippen im Kurs. Mit erstaunlichem Zug nahm sie der Konkurrenz eine knappe halbe Sekunde ab und konnte sich im Ziel zurecht über den ersten Saisonsieg freuen, insgesamt ist es bereits der 22. Erfolg. Damit sicherte sich Dorfmeister die Führung im Super-G Weltcup und baute den Vorsprung im Gesamtweltcup weiter aus.

Nur Ertl-Renz punktet für den DSV
Unter zwei Sekunden Rückstand musste aufweisen, wer einen Platz in den Top 30 erreichen wollte um damit einige Weltcup-Punkte zu gewinnen. Das schaffte für den DSV nur Martina Ertl-Renz, die auf der ungeliebten weichen Auflage 24. wurde. Die Lenggrieserin mag es lieber hart und eisig. Pech hatte Petra Haltmayr (SC Rettenberg), die nach ihrem gestrigen Erfolgserlebnis in der Abfahrt voll attackierte, aber früh einen Fehler einbaute Obwohl der untere Abschnitt wieder sehr gut lief, landete sie damit auf Rang 32 - obwohl ihr nur 1,76 Sekunden auf die Führende fehlten. Stefanie Stemmer (SC Rottach-Egern) landete auf Rang 54, Isabelle Huber (SC Ruhpolding) wurde 57.