Der Österreicher Fritz Strobl hat die erste Abfahrt der Saison im kanadischen Lake Louise für sich entschieden. In einer Zeit von 01:40,96 Minuten distanzierte er den norwegischen Routinier Kjetil Andre Aamodt (01:41,05 Min.) und Marco Büchel aus Liechtenstein (01:41,11 min.)

Gute Bedingungen optimal genutzt
Strobl kam mit der frühen Startnummer 14 ins Rennen und fand eine schnelle Piste und bessere Sichtbedingungen vor. Diese Bedingungen nutzte er konsequent aus und erlaubte sich die wenigsten Fehler in der Konkurrenz. Bereits im oberen Abschnitt konnte Strobl viel Zeit gutmachen. Im Schlussteil ließ er dann den Ski gut laufen und konnte dann im Ziel einen Favoriten nach dem anderen hinter sich ankommen sehen. Es war der neunte Weltcup-Sieg des Österreichers. Zuletzt hatte er im Januar 2002 in Garmisch-Partenkirchen gewonnen.

Aamodt und Büchel stark
Dabei blieb es bis zum Schluss spannend. Nachdem zunächst Hermann Maier, der am Schluss das Podest als Vierter knapp verfehlte, angedeutet hatte, was der Kurs noch hergeben kann, spielte Kjetil Andre Aamodt einmal mehr seine Klasse aus. Er wählte die beste Linie im Teilnehmerfeld und verfehlte die Bestzeit Strobls nur um neun Hundertstel. Weitere sechs Hundertstel fehlten dem Liechtensteiner Marco Büchel. Ein Fehler im mittleren, technisch anspruchvollsten Abschnitt brachten ihn somit um eine noch bessere Platzierung, nachdem er bereits in den Trainingsläufen eine gute Form angedeutet hatte.

Favoriten ohne Chance
Bis auf Hermann Maier war Lake Louise kein Rennen der eigentlichen Favoriten. Einen bitteren 22. Platz musste Vorjahressieger Bode Miller (USA) hinnehmen, sein Teamkollege Daron Rahlves verpasste als 32. gar die Weltcup-Punkteränge. Bester Amerikaner war Steven Nyman auf Rang 14 - eine Enttäuschung insgesamt für das erfolgshungrige US Ski Team. Aber auch Michael Walchhofer hatte heute mit dem Sieg nicht zu tun. Der beste Abfahrer des letzten Winters musste sich nach Schwächen im oberen abschnitt mit Platz sieben begnügen.

Eidgenossen im Aufwind
Nach der desaströsen letzten Saison konnte Bruno Kernen für die Schweiz einen Achtungserfolg erringen. Sein fünfter Platz und die Platzierungen zehn für Didier Defago und 14 für Ambrosi Hoffman deuten auf einen Aufwärtstrend hin, den es freilich in den kommenden Rennen zu bestätigen gilt. Äußerst zufrieden werden auch die Norweger die Plätze zwei, sechs (Aksel Lund Svindal) und 18 (Lasse Kjus) registriert haben. Etwas mehr hatte sich dagegen das gastgebende kanadische Team ausgemalt. Mit Erik Guay auf Rang 17 schaffte es vor heimischem Publikum nur ein Fahrer in die Top 30.

Stehle und Keppler fahren hinterher
Die Trainingszeiten hatten es bereits angedeutet, das Rennen bestätigte es. Das nach den Rücktritten von Max Rauffer und Florian Eckert stark geschwächte DSV-Team fährt der Weltspitze derzeit klar hinterher. Platz 52 für Johannes Stehle und der 54. Rang für Stephan Keppler mit jeweils deutlich mehr als drei Sekunden Rückstand war das Ergebnis aus deutscher Sicht. Felix Neureuther hatte bei der Abfahrt auf einen Start verzichtet.

Wetterwechsel in Lake Louise
Die Fahrer hatten sich in den letzten Tagen bereits an bestes Wetter gewöhnt. Warme Temperaturen, weicher Schnee und beste Sicht bei viel Sonne prägten die letzten Tage im kanadischen Weltcuport. Doch vor der Abfahrt kam es ganz anders: Die Temperaturen sanken unter den Nullpunkt, frischer Schnee fiel und verschlechterte die Sicht zum Teil beträchtlich.