Das Weltcupwochenende im italienischen San Sicario brachte das erwartete Duell der Gesamtweltcup-Führenden Anja Pärson aus Schweden und Janica Kostelic (CRO).

Erster Abfahrtssieg für Pärson
Dabei sah es zunächst so aus, als könne Pärson den Testlauf für die Olympischen Spiele 2006 zu 'schwedischen Festspielen' verwandeln. Zunächst siegte die Schwedin am Freitag im Super-G und gewann am Samstag auch noch das Abfahrtsrennen. Dieser erste Sieg in einer Abfahrt hatte für Pärson noch besondere Bedeutung: Die zweifache Weltmeisterin hat damit in dieser Saison in allen vier Disziplinen siegen können. Damit zählt sie spätestens seit San Sicario zu den größten Athletinnen ihres Sports. Die Erfolge ließen auch Pärsons Punktevorsprung auf Kostelic anwachsen.

Kostelic schlägt bei Super-Kombination zurück
Doch die Kroatin Janica Kostelic konnte am Sonntag den Spieß noch einmal umdrehen. In der einzigen Damen-Kombination dieser Weltcup-Saison, die zum ersten Mal mit nur einem Abfahrts- und einem Slalomdurchgang ausgetragen wurde, setzte sich Kostelic durch und holte damit wichtige Punkte auf ihre schwedische Kontrahentin auf. Diese führt nun vor dem Saisonfinale in Lenzerheide (SUI) mit 1241 Punkten, Kostelic hat 1178 Zähler auf ihrem Konto. Damit ist das Rennen um die große Kristallkugel bei den Damen noch völlig offen.

Fraiteve Olympique reif für Olympia?
Die Super-G Premiere für die Olympia-Strecke 2006 brachte einige Überraschungen mit sich. Die Piste 'Fraiteve Olympique' erwies sich als wenig anspruchsvoll und als Paradies für gute Gleiterinnen. So war es kaum verwunderlich, dass die technisch versierteren Läuferinnen ihre Vorteile diesmal nicht ausspielen konnten. Die Chance nutzten neben der Siegerin Pärson vor allem Isolde Kostner (ITA) auf Platz zwei, die seit langem kein Podestergebnis mehr hatte vorweisen können. Dagegen sehnten sich nicht zuletzt die Deutsche Hilde Gerg sowie ÖSV-Star Renate Götschl nach dem anspruchsvollen Hang von Sestriere, auf dem die Herren den olympischen Super-G austragen werden.

Super-G: Vorteil Dorfmeister
Im Kampf um den Super-G Weltcup machte Michaela Dorfmeister Punkte gut und setzte sich vor dem letzten Rennen an die Spitze der Wertung. Mit 393 Punkten löste sie dort Renate Götschl (371) ab, auch Lindsey Kildow (USA) hat mit 346 Zählern noch Chancen auf die kleine Kristallkugel. Dagegen kämpfen Hilde Gerg nach ihrem fünften Rang und Anja Pärson nur noch um Rang drei in der Disziplinen-Wertung. Dorfmeister fuhr zwar nur eine Hundertstel schneller als die zeitgleichen Gerg und Kostelic, dieser Wimpernschlag war aber wichtige Punkte wert. Dennoch ist vor Lenzerheide noch alles offen.

Gerg greift nach der Abfahrts-Krone
Der Abfahrts-Weltcup ist nach dem Rennen am Samstag wieder völlig offen. Die Siegerinnen Pärson und Kostelic spielen in der Disziplinen-Entscheidung keine Rolle. Auf Platz drei überzeugte dagegen Hilde Gerg und nahm ihren österreichischen Konkurrentinnen Renate Götschl, die nur auf Rang acht kam und Michaela Dorfmeister (Vierte) damit wichtige Punkte ab. An der Spitze liegt allerdings immer noch Götschl (467 Punkte) vor Gerg (435) und Dorfmeister (392). Eine kleine Chance kann sich auch hier noch die Amerikanerin Lindsey Kildow ausrechnen, die mit dem siebten Platz nicht ganz zufrieden war. Auch Götschl kann mit den Ergebnissen dieses Wochenendes nicht zufrieden sein.

DSV: Gerg stark - Ertl scheidet aus bei Kombination
Martina Ertl hat schon erfolgreichere Wochenenden erlebt als das in San Sicario. Nach dem 14. Platz im Super-G sagte sie den Start bei der Abfahrt wegen einer Erkältung ab. Bei der Kombination schied sie im Slalom aus. Beste Deutsche war dabei Monika Bergmann-Schmuderer, die auf Platz zwölf landete. Hilde Gerg nutzte die Kombination als Test für die Olympia-Abfahrt und auch für ihr neues Material. Der Kombi-Slalom war ihr erster Slalom seit drei Jahren. Der 23. Rang war dabei für sie nebensächlich. Zuvor hatte sie in Abfahrt und Super-G gute Leistungen gezeigt. Petra Haltmayr konnte in San Sicario nicht starten, sie hat sich aber dennoch für die Finals in Lenzerheide qualifiziert.