Renate Götschl hat auf 'ihrer' Strecke in Cortina d'Ampezzo (ITA) wieder zugeschlagen und sich auch den zweiten Super-G auf der Olympia delle Tofane Piste gesichert. Sie gewann in der Zeit von 01:13.98 Minuten vor der US-Amerikanerin Lindsey Kildow (01:14.06 Min.) und Silvia Berger (AUT, 01:14.71 Min.). Beste DSV-Fahrerin war Martina Ertl, die mit 0,87 Sekunden Rückstand auf den siebten Rang kam.

Götschl in Cortina eine Macht
Nach dem Erfolg am Mittwoch unterstrich Götschl auch beim zweiten Super-G, warum sie nun schon bereits sieben Mal in Cortina gewinnen konnte. Sie fuhr die engste und aggressivste Linie von allen und holte so gerade im Mittelteil viel Zeit heraus. Damit war sie acht Hundertstel schneller als Kildow, die ihrerseits die aufstrebende Form bestätigen konnte und bei der WM zu beachten sein wird.

Ein Sieg hinter Seizinger
Mit diesem Erfolg fuhr Götschl ihren 35. Weltcup-Sieg ein und ist damit in der ewigen Bestenliste nur noch einen Sieg hinter Katja Seizinger. Die Deutsche konnte in ihrer Karriere 36 Weltcup-Siege erringen und ist Dritte in dieser Rangliste. Götschl kann also in den beiden Abfahrten am Wochenende bereits an Seizinger vorbeiziehen.

Berger nutzt Chance
Überraschend Dritte wurde ÖSV-Fahrerin Silvia Berger. Mit einer beherzten Fahrt nutzte Berger ihre Chance auf ein WM-Ticket im Super-G, welches sie nach dieser Vorstellung wohl sicher haben dürfte. Für die anderen Fahrerinnen besteht zudem keine Möglichkeit mehr nachzulegen, denn dies war der letzte Super-G vor der WM.

Ertl und Gerg in den Top Ten
Der DSV musste beim zweiten Super-G ohne Maria Riesch auskommen, die ja nach ihrem Kreuzbandriss für den Rest der Saison ausfällt. Martina Ertl zeigte wie auch schon am Mittwoch eine gute Vorstellung. Im oberen Teil konnte sie sogar Bestzeit fahren, verlor dann jedoch unten etwas an Zeit. Dennoch war der siebte Rang eine Bestätigung ihrer aufsteigenden Form. Besser als am Mittwoch war auch Hilde Gerg unterwegs. Dennoch verlor auch sie unten Zeit und kam so auf den neunten Platz.

Ausfälle der weiteren DSV-Fahrerinnen
Hinter Gerg und Ertl kam nur noch eine Fahrerin des DSV in die Punkte. Wie schon am Mittwoch hatte Petra Haltmayr gewisse Probleme mit dem schweren Kurs und musste sich mit dem 22. Rang zufrieden geben. Die übrigen DSV-Starterinnen Regina Häusl, Isabelle Huber, Stefanie Stemmer sowie Ellen Hild schieden allesamt aus.

Stimmen:
Martina Ertl: "Ich bin oben sehr gut gefahren, habe aber unten Zeit verloren. Mit dem Ergebnis bin ich schon sehr zufrieden. Mein Selbstbewusstsein ist nach den beiden Super-G gestärkt und ich habe mein gutes Gefühl für den Ski wieder gefunden."

Hilde Gerg: "Ich hatte mir eigentlich vorgenommen unter die ersten fünf zu fahren, aber der Schnee liegt mir einfach nicht. Ich hoffe jetzt auf die Abfahrt und die längeren Schwünge."

Renate Götschl: "Ich liebe diese Strecke einfach. Sie kommt mir seit Jahren zugute und ich fühle mich hier wohl. Nach den ersten Rennen der Saison habe ich Geduld gehabt und dies hat sich jetzt ausgezahlt. Jetzt fehlt mir nur noch ein Sieg auf Katja Seizinger. Das ist natürlich mein Ziel."

DSV-Cheftrainer Wolfgang Maier: "Dies ist ein durchwachsenes Ergebnis für uns. Ertl und Gerg sind oben gut gefahren, haben unten Zeit verloren. Im Moment läuft es etwas zäh bei uns. Bei der WM werden in der Abfahrt Gerg und Haltmayr fahren, im Super-G Gerg, Haltmayr und Ertl. Wir können in beiden Disziplinen vorne mitmischen."