Zwei Wochen nach dem Gletscherauftakt in Sölden (AUT) geht der alpine Skiweltcup 2004/05 in seine nächste Phase. Diese Woche fliegen die österreichischen Skiteams in die USA, um auf Kunstschnee die letzten Vorbereitungen auf die Ende November beginnende Nordamerika-Serie in Lake Louise und Beaver Creek (Herren) bzw. Aspen und Lake Louise (Damen) aufzunehmen.

Damen bereits unterwegs
Den Auftakt machten am Montag die Slalom-Damen. Mit dabei ist auch Renate Götschl, die sich auch im Slalom auf die Saison vorbereitet, sowie Christine Sponring. Im Flieger saß auch Benjamin Raichs kaderlose Schwester Carina, die im Sommer privat trainiert hat und in Aspen zwei Mal die Chance bekommt, sich ins Slalom-Team zurückzufahren.

Maier folgt am Donnerstag
Am Mittwoch folgen die Abfahrerinnen, als erste Herren-Gruppe werden die Allrounder der Weltcup-Gruppe 4 mit Hermann Maier usw. am Donnerstag nach Denver/Colorado abheben. Die Abfahrer und die WC3 folgen am Samstag, die Slalom-Spezialisten plus der genesene Riesenslalomfahrer Christian Mayer hingegen erst eine Woche später (20.11.).

Bessere Verhältnisse als in Europa
Für Training und Zeitläufe werden die Skigebiete in Loveland, Beaver Creek und Copper Mountain genutzt, in Breckenridge stehen zudem FIS-Slaloms als Testrennen an. Die Zeit nach den erneut sieglosen Sölden-Riesenslaloms wurde von beiden Teams trotz schlechten Wetters so gut wie möglich genutzt, allerdings mussten einige Schneekurse abgesagt werden.

Einige Läufer unter Quali-Druck
Das Training in Nordamerika soll nun für die Feinabstimmung genutzt werden, in einigen Bereichen werden auch Qualifikationen gefahren. Bei den Damen etwa fahren Brigitte Obermoser und Co Ausscheidungen für den Aspen-Riesenslalom, der 27 Mann umfassende Herren-Kader wird in Colorado um drei bis vier Läufer reduziert. Trotz des Rücktritts von Stephan Eberharter, Hannes Trinkl und Co. geht bei den ÖSV-Herren das beinharte Ausleseverfahren in den Speed-Wettbewerben weiter. Mit dabei ist auch wieder der unverwüstliche Werner Franz. In Beaver Creek wird es zu weiteren Zeitläufen für die Abfahrt und den Super-G in Lake Louise kommen.

Mehrfachbelastung für Raich und Walchhofer
Neu ist, dass im kommenden Winter mit Raich und Michael Walchhofer erstmals zwei ÖSV-Läufer gezielt in allen vier Disziplinen vorbereitet wurden und dementsprechend eingesetzt werden sollen. Technik-Ass Raich hatte sich vergangene Saison auch in den Speed-Bewerben etabliert und die große Kristallkugel erst beim Finale in Sestriere mit Pech an Maier verspielt. Der einstige Slalom-Fahrer und regierende Abfahrtsweltmeister Walchhofer darf nun auch in Riesenslalom und Slalom ran. Ihr Potenzial soll genutzt werden, Herrenchef Toni Giger baut aber im Kampf gegen Bode Miller und Co auf gezielte Einsätze und vor allem auf die Kombinationen.

Götschl im Slalom, Görgl in der Abfahrt
Bei den Damen tragen nach wie vor Routiniers wie Götschl, Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer die Weltcup-Hoffnungen. Götschl soll zunächst beide Slaloms in Aspen bestreiten, weitere Einsätze erfolgen nach Sinnhaftigkeit. Von den jungen Technikerinnen wird man Elisabeth Görgl im kommenden Winter verstärkt auf Speed-Pisten sehen. Die Steirerin soll in Lake Louise sowohl Abfahrt als auch Super-G bestreiten, bei Niki Hosp wird man hingegen zunächst das Training abwarten.

Quelle: www.orf.at