"Ich will eine olympische Medaille in Turin!" Mit diesen Worten gab der italienische Skistar Kristian Ghedina am Donnerstag nach dem Gletscher-Training im österreichischen Pitztal die Entscheidung bekannt, seine Karriere bis 2006 fortsetzen zu wollen. "Seit Jahren träume ich von den olympischen Spielen in meiner Heimat. Nun bin ich wieder fit und deshalb fahre ich weiter".

Mehrfache Rücktrittsgedanken
Aufgrund seiner langwierigen Verletzungen (Rücken- und Leistenprobleme) und der daraus resultierenden schwachen Leistungen in den beiden vergangenen Weltcup-Jahren haderte der populärste Wintersportler Italiens tatsächlich mehrmals mit Rücktrittsgedanken. So auch bei der letzten Hahnenkammabfahrt auf der 'Streif' in Kitzbühel, als er mit 137,6 km/h beim Zielsprung eine risikoreiche Grätsche als Zeichen des Abschieds sprang, die für großes Aufsehen und riesige Begeisterung sorgte. Der Rücktritt des 'Italjets' schien perfekt.

Motiviert für den Weltcup
Im Frühjahr war der Mann aus Cortina d'Ampezzo jedoch erstmals wieder ohne Schmerzen. Das hat ihm Mut gemacht und auch bewogen seine Karriere fortzusetzen. "Wenn ich darüber nachdenke, wie Stephan Eberharter mit 35 Jahren den Abfahrtsweltcup in der letzten Wintersaison dominiert hat, so motiviert es mich mit meinen 34 umso mehr. Ich will wieder der alte Ghedina sein, der immer für einen Sieg gut ist."

Gute Saisonvorbereitung
In der Tat: die Saisonvorbereitung verlief so gut wie schon lange nicht mehr - dies sowohl im Kraftraum als auch bei den athletischen Leistungstests. Zudem erzielte Ghedina beim Schneetraining in Südamerika durchwegs die schnellsten Zeiten innerhalb des italienischen Speed-Teams und gewann sogar einen Super-G des South American Cups (La Parva, Chile). Bis heute hat der Abfahrer 13 Weltcuprennen und drei WM-Medaillen bei drei verschiedenen Weltmeisterschaften - Saalbach, Sierra Nevada, Sestriere - gewonnen.

Rekorde des Italieners
Nur Franz Klammer und Kristian Ghedina ist es gelungen, viermal auf der selben Abfahrtstrecke 'Saslong' in Gröden (ITA) zu triumphieren. Überdies hält der sympathische Cortineser seit 1997 den Streckenrekord auf der längsten Weltcupabfahrt und zwar am Lauberhorn in Wengen.

Schicksalsschläge in Ghedinas Leben
Ausgerechnet auf seiner Heimstrecke in Cortina d'Ampezzo feierte Ghedina mit gebrochenen Rippen 1990 seinen ersten Weltcupsieg - an jenem Berg, an dem seine Mutter, bei einem tragischen Skiunfall ums Leben kam. Kristian war damals fünfzehn Jahre alt. Bereits zwei Jahre später kam er bei einem schweren Autounfall fast selbst ums Leben, als er nach dem Zusammenstoß auf der Autobahn sieben Tage lang auf der Intensivstation im Koma lag.

Quellen
- www.orf.at
- www.goller-partner.com